Unerfüllter Kinderwunsch: Mögliche Gründe und Ursachen

Geburt

Auch wenn die deutsche Bevölkerung altert und es immer weniger Kinder gezeugt werden, gibt es weiterhin viele Menschen, die sich Nachkommen wünschen. Laut dem Statistischen Bundesamt liegt die Geburtenziffer in Deutschland bei 1,42 Kindern je Frau. In Deutschland kamen 2014 rund 715.000 Kinder zur Welt.

Im Vergleich zu 1990, als rund 900.000 Kinder das Licht der Welt erblickten, werden heute weniger Nachkommen gezeugt. Die Gründe für diesen Trend sind verschieden. Eine Gruppe Erwachsener möchte sich den Kinderwunsch dennoch erfüllen, scheitert jedoch dabei.

Der Kinderwunsch einer Zwickauerin

Rund 400 Menschen lesen jeden Tag den Blog einer Autorin, die mit ihrem Mann seit sechs Jahren versucht, Kinder zu zeugen. Die heute 32-Jährige hat verschiedene Ratschläge verfolgt und ist immer wieder gescheitert.

Auf ihrem Blog lässt die Autorin den Leser in ihre tiefsten und geheimsten Gedanken eintreten, den Schmerz, den eine Frau fühlt, wenn sie sich ihren größten Wunsch nicht erfüllen kann. Im Alltag erinnern sie verschiedene Gegenstände wie Kinderwagen immer wieder an ihren großen Wunsch.

Das Schicksal der Autorin teilen viele Menschen in Deutschland. Sie versuchen jahrelang vergebens, Nachkommen zu zeugen. Die Gründe für eine ausbleibende Schwangerschaft sind von verschiedener Natur. Der nachfolgende Artikel erläutert mögliche Ursachen sowie Gründe und liefert Lösungsvorschläge.

Das Zeugungsdatum und seine Rolle in der Schwangerschaft

Viele Eltern planen das Zeugungsdatum bis auf den Tag genau, damit ihr Kind im Wunschmonat geboren wird. Diese Planung könnte ein möglicher Grund sein, warum die Schwangerschaft ausfällt. Studien zufolge ist die beste Jahreszeit, ein Kind zu zeugen, im Winter. Amerikanische Wissenschaftler der University of Indiana haben zwischen 2005 und 2009 rund 270.000 Schwangerschaften verfolgt. Demnach enden Schwangerschaften, die im Sommer (insbesondere im Monat Juni) begannen, häufiger in einer Fehl- oder Frühgeburt. Winterkinder (Monat Winter) sind nach der Geburt gesünder und überleben häufiger eine Schwangerschaft.

Der Grund für diese Entwicklung ist mit der Ernährung der Mutter zu begründen. Das Vitamin D soll eine entscheidende Rolle spielen. Weiterhin gibt es im Winter weniger Pestizide, die das Kind bedrohen können.

Krankheiten und Alter als Hindernis

Das Alter spielt beim Kinderwunsch eine entscheidende Rolle. Laut dem Statistischen Bundesamt ist die deutsche Mutter bei ihrer ersten Geburt rund 29 Jahre alt. Dieses Alter ist für den Kinderwunsch bereits an der Grenze, denn ab dem 30. Lebensjahr sinken die Chancen, dass die Eizelle intakt ist.

Unabhängig vom Alter können gesundheitliche Beschwerden eine Schwangerschaft verhindern. Mögliche Ursachen sind:

  • verwachsene Gebärmutter
  • verschlossener Eileiter
  • fehlgebildete oder entzündete Eileiter/Gebärmutter
  • Zysten oder Tumore in der Gebärmutter
  • Endometriose

Die letzte Ursache gehört zu den häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. Etwa sieben bis 15 Prozent aller Frauen leiden laut der Endometriose Vereinigung Deutschland (EVD) an der Krankheit.

3 Möglichkeiten, wie Betroffene die Situation lösen können

Die Ursachen für Unfruchtbarkeit sind von Fall zu Fall verschieden. Betroffene können die nachfolgenden drei Möglichkeiten testen, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen:

  1. Professionelle Hilfe: Wenn Betroffene wie die Autorin am Anfang des Artikels seit mehreren Jahren keine Kinder zeugen können, sollte man zwingend professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die Uhr tickt im wahrsten Sinne des Wortes gegen die Paare. Je länger sie warten, desto geringer werden die Chancen, sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Zu den Profis der Branche gehört das Kinderwunschzentrum Erlangen, welches Betroffene zunächst untersucht und berät. Anschließend werden verschiedene Behandlungsmethoden initiiert, zum Beispiel eine hormonelle Stimulation oder Insemination. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von dem individuellen Fall ab.
  2. Yoga: Yoga ist bekannt dafür, körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, aber auch mentale Probleme wie Stress zu reduzieren. Einer Autorin von Die Welt zufolge, die eine ausgebildete Yogalehrerin ist, kann die indische Lehre den Hormonhaushalt positiv beeinflussen. Sogenanntes Fertility-Yoga soll die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, erhöhen.
  3. Mehr Sex: Die Apotheken Umschau berichtet (Ausgabe 12/2015) über eine Studie der amerikanischen Indiana University. Den Ergebnissen der Forscher zufolge bereitet Sex das Immunsystem einer Frau auf eine zukünftige Schwangerschaft vor. Frauen, die folglich häufig beziehungsweise regelmäßig Sex haben, können leichter schwanger werden.

Eine Adoption als Alternative

Paare, die sich aller Anstrengungen zu trotz nicht ihren Kinderwunsch erfüllen können, müssen nicht aufgeben. Ihnen bleibt in jedem Fall die Alternative: eine Adoption. Der Prozess unterscheidet sich grundlegend von einer Schwangerschaft. Die Adoption durchläuft in etwa folgende Stadien:

  • Beratung: Eltern sollten sich zunächst bei Jugendämtern beraten lassen. Für eine Adoption müssen sie viele Kriterien erfüllen.
  • Bewerbung: Nach einer Beratung folgt die Bewerbung beim Jugendamt oder freien Trägern (Caritas zum Beispiel) zumindest für innerdeutsche Adoptionen.
  • Wartezeit: Nach der Annahme der Bewerbung muss das Paar warten. In der Zwischenzeit kann es an einem Elterntraining teilnehmen.
  • Anruf: Wenn passende Eltern für ein Kind gefunden wurden, folgt der Anruf. Dann geht es meist sehr schnell. Innerhalb von Tagen kann das Paar ihr Kind nach Hause nehmen.

Eine Adoption ist übrigens keine Garantie, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, sondern eine Alternative zum natürlichen Prozess, der fehlgeschlagen ist. Die Wartezeit kann Jahre andauern, wenn kein passendes Kind gefunden wird. Diese Wartezeit müssen Paare bereit sein, zu akzeptieren.

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