UKE als Spitzenstandort klinischer Hirnforschung von Hertie-Stiftung ausgewählt und gefördert

Der Hamburger Standort im Hertie Network unter Leitung von Prof. Dr. Christian Gerloff, Klinik für Neurologie des UKE, und Prof. Dr. Manuel A. Friese, Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose des UKE, wird mit 660.000 Euro gefördert.

„Dass wir uns in einem sehr kompetitiven deutschlandweiten Wettbewerb durchsetzen konnten und nun Teil des Hertie-Netzwerkes sind, macht mich sehr stolz auf unser Team und zeigt, wie stark die Neurowissenschaften in Hamburg sind. Wir freuen uns über die Anerkennung und noch viel mehr darüber, dass wir dadurch zukünftig noch bessere patientennahe Forschung in der Neurologie realisieren können“, sagt Prof. Dr. Christian Gerloff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie des UKE und Hamburger Standortsprecher im Hertie Network.

„Die Förderung der Hertie-Stiftung gibt uns die Möglichkeit, mit den besten neurowissenschaftlichen Standorten in Deutschland in einem Netzwerk zusammenzuarbeiten. Das ist natürlich fantastisch und zeichnet zugleich unsere bereits entwickelten Schwerpunkte in den neurovaskulären und neuroimmunologischen Erkrankungen aus“, sagt Prof. Dr. Manuel A. Friese, Direktor des Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose des UKE und ebenfalls Hamburger Standortsprecher im Hertie Network.

„Um die international nur punktuell wettbewerbsfähige medizinische Forschung in Deutschland voranzubringen und den Patienten schneller neue Therapieformen zu ermöglichen, braucht es einen Strukturwandel, der die translationale Forschung durch strategische Partnerschaften stärkt und exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern für ihre Karriere neue Perspektiven bietet“, erklärt Dr. Astrid Proksch, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung für den Bereich „Gehirn erforschen“. Daher geht die Hertie-Stiftung auf dem Gebiet der klinischen Neurowissenschaften voran und initiiert ein innovatives Forschungs- und Karrierenetzwerk, das beispielgebend für andere Forschungsfelder sein kann: „Mit dem Hertie Network of Excellence in Clinical Neuroscience und dessen Karriereprogramm Hertie Academy of Clinical Neuroscience sehen wir uns als Katalysator von langfristigen Partnerschaften zwischen innovativer neurowissenschaftlicher Forschung an universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen“, so Proksch.

Fünf Millionen Euro für sechs Spitzenstandorte klinischer Hirnforschung

Für das Hertie Network haben sich in diesem Sommer bundesweit 15 Universitätsstandorte beworben. Eine internationale Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, hat daraus die sechs überzeugendsten Standorte ausgewählt: Neben Hamburg, Bonn, Berlin und Tübingen haben sich mit den Medizinischen Fakultäten der beiden Münchener Universitäten sowie mit den Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim Partnerschaften für eine Tandembewerbung gebildet. „Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Standorte waren einerseits herausragende Leistungen in Forschung und Krankenversorgung, andererseits die Nachwuchsförderprogramme. Besonders beeindruckt waren wir von den vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern für das Programm. An allen sechs Standorten ist es gelungen, wirklich kluge Köpfe für die klinische Hirnforschung zu begeistern“, sagt Wiestler. „Herausragende Talente für dieses wichtige Zukunftsthema zu gewinnen, ist ein wesentlicher Baustein für den Erfolg der neuen Spitzenstandorte.“

Impulse für Nachwuchsförderung und gemeinsame Forschungsanträge

Die von der Hertie-Stiftung zur Verfügung gestellten fünf Millionen Euro fließen größtenteils in die Hertie Academy of Clinical Neuroscience, an der pro Standort vier exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler teilnehmen werden. Jeder Standort beteiligt sich zudem mit mindestens 330.000 Euro Eigenmitteln. Im Rahmen der Hertie Academy werden Schlüsselqualifikationen für die nächsten Karriereschritte vermittelt und die wissenschaftliche Vernetzung der exzellenten Nachwuchsforschenden zum Beispiel über gemeinsame Projekte gefördert. Ziel ist es, diese Talente zu befähigen, in den nächsten Jahren zentrale Leitungspositionen einzunehmen.

Mit diesem Modell zur Strukturveränderung auf dem Gebiet der medizinischen Forschung setzt die Hertie-Stiftung zwei der Forderungen des Wissenschaftsrates konsequent um: Die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen medizinischer Grundlangenforschung und klinischer Forschung sowie die Förderung des Nachwuchses in diesen beiden Feldern.

Weitere Informationen unter: http://www.ghst.de/hertie-network

Was sind klinische Neurowissenschaften (Clinical Neuroscience)?

Die klinischen Neurowissenschaften bilden einen wesentlichen Baustein in der Übersetzung grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse in Anwendungen bei Patientinnen und Patienten, also ein entscheidendes Instrument für den medizinischen Fortschritt. Diesem Thema, auch als Translation bekannt, wird international eine zunehmend hohe Bedeutung zugemessen. Besonders wichtig für den Erfolg der klinischen Neurowissenschaften ist die enge Vernetzung von Forschenden aus den grundlagenorientierten und patientennahen Bereichen der Hirnforschung.

Über das Hertie Network of Clinical Neuroscience

Um den Prozess vom Labor in den Klinikalltag entscheidend zu beschleunigen und zum Wohl der Patienten voranzutreiben, hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung 2019 das Hertie Network of Excellence in Clinical Neuroscience ausgeschrieben. Das Netzwerk besteht aus sechs Standorten, die eine strategische Partnerschaft bilden. Basis ist das Karriereförderprogramm mit je vier Nachwuchswissenschaftlerinnen bzw. Nachwuchswissenschaftlern Hertie Academy of Clinical Neuroscience. Weitere Informationen unter: http://www.ghst.de/hertie-network

Über die Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn erforschen und Demokratie stärken. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte Impulse innerhalb dieser Themen. Im Fokus stehen dabei immer der Mensch und die konkrete Verbesserung seiner Lebensbedingungen. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. http://www.ghst.de

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Das 1889 gegründete Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist eine der modernsten Kliniken Europas und mit mehr als 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Hamburg. Gemeinsam mit seinem Universitären Herz- und Gefäßzentrum und der Martini-Klinik verfügt das UKE über mehr als 1.730 Betten und behandelt pro Jahr rund 507.000 Patientinnen und Patienten. Zu den Forschungsschwerpunkten des UKE gehören die Neurowissenschaften, die Herz-Kreislauf-Forschung, die Versorgungsforschung, die Onkologie sowie Infektionen und Entzündungen. Über die Medizinische Fakultät bildet das UKE rund 3.300 Mediziner und Zahnmediziner aus.
Wissen – Forschen – Heilen durch vernetzte Kompetenz: Das UKE. | http://www.uke.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christian Gerloff
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-52770
gerloff@uke.de

Prof. Dr. Manuel A. Friese
Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-57277
manuel.friese@zmnh.uni-hamburg.de

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