Überwinden von Barrieren bei Infektionen steht im Fokus des NoRDI VI Symposiums

Am 29. Oktober 2015 treffen sich Experten aus ganz Europa im Rahmen des sechsten „North Regio Day on Infection“, kurz „NoRDI“, am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, um sich über neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Infektionsforschung auszutauschen. In diesem Jahr stehen Barrieren im Fokus, die beim Etablieren und beim Bekämpfen von Infektionen überwunden werden müssen. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird auch der Jürgen-Wehland-Preis während des Symposiums verliehen.

Barrieren spielen beim Verständnis von Infektionen eine wichtige Rolle. Zellen, Organe oder Organismen sind immer von einer Hülle umgeben, die einen Schutzwall gegen schädliche Einflüsse stellt. Das können unsere Haut, die Blutgefäßwand oder die Darmschleimhaut sein, aber auch die Membran um einzelne Zellen stellt eine solche Barriere dar. „Ein Erreger, der den Wirt besiedeln will, muss mit dieser Barriere in Kontakt treten oder sie überwinden, um an die Ressourcen des Wirtes zu gelangen“, sagt Prof. Theresia Stradal, Leiterin der Abteilung Zellbiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und Koordinatorin des NoRDI-Symposiums.

Aber auch nach dem Eindringen der Erreger verfügt der Wirt über Möglichkeiten die Pathogene zu erkennen und einen Damm gegen die weitere Ausbreitung zu errichten. Nicht zuletzt sind die Erreger selbst von einer Barriere umhüllt, Bakterien zum Beispiel von einer Zellwand, die vom Immunsystem oder von Wirkstoffen wie Antibiotika überwunden werden muss, um den Eindringling unschädlich zu machen. „Die vielfältigen Mechanismen, mit denen Wirt und Erreger an diesen Grenzflächen miteinander in Kontakt treten, sind das Thema des diesjährigen Meetings“, sagt Stradal.

Das NoRDI-Symposium bietet den idealen Rahmen, Forschungsansätze für Therapiemöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen zu diskutieren. Das Treffen stellt einen einzigartigen Treffpunkt für Infektionsforscher dar. Wie etabliert das NoRDI-Symposium inzwischen in der Wissenschaftswelt ist, zeigt sich unter anderem daran, dass Wissenschaftler von Universitäten in verschiedensten Ländern nach Braunschweig kommen, um ihre Forschung in Vorträgen zu präsentieren.

Besonders reizvoll ist das Symposium für Nachwuchsforscher, die hier die Möglichkeit haben, sich mit etablierten Experten auszutauschen. Um diese Diskussionskultur zu fördern, ist die Teilnahme für alle bis Montag registrierten Besucher kostenfrei. Zudem bietet sich den Nachwuchswissenschaftlern in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, ihre eigene Forschung im Rahmen einer Poster-Präsentation vorzustellen und mit erfahrenen Forschern zu diskutieren.

Neben den Vorträgen und Poster-Präsentationen wird auch in diesem Jahr der Jürgen-Wehland-Preis, zu Ehren des ehemaligen Wissenschaftlichen Geschäftsführers des Zentrums, auf dem Symposium verliehen. Mit diesem ehrt das HZI bereits zum fünften Mal einen herausragenden Nachwuchswissenschaftler.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. An seinem Standort in Braunschweig-Stöckheim blickt das Zentrum auf eine jahrzehntelange Historie zurück. Bereits 1965 begannen hier die ersten Arbeiten; 2015 feiert das HZI 50-jähriges Jubiläum. http://www.helmholtz-hzi.de

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