Überraschungseier im CT

Wie sieht die Anatomie des Flügelansatzes der Biene aus? Welche Stadien durchläuft die verpuppte Bienenlarve während ihrer Entwicklung? Es sind Fragen wie diese, mit denen sich Schüler aus vier unterfränkischen Gymnasien in den kommenden Wochen am Mathematischen, Informationstechnologischen und Naturwissenschaftlichen Didaktikzentrum – kurz: MIND Center – der Universität Würzburg beschäftigen werden. Ein Schülerforschungstag bildete jetzt den Auftakt der Veranstaltung.

Der Schülerforschungstag

Beim Durchleuchten von Überraschungseiern erarbeiteten die Schüler die physikalischen Grundlagen der Röntgenstrahlung sowie die wesentlichen Aspekte der Bildgebung mit Hilfe der Computertomographie (CT). Betreut wurden sie dabei von Eva Endres und Jutta Dernbach, zwei Lehramtsstudentinnen für das Fach Physik.

Tatsächlich steht den jungen Forschern am MIND Center seit geraumer Zeit ein tragbares CT-Gerät zur Verfügung, das Professor Randolf Hanke, Inhaber des Lehrstuhls für Röntgenmikroskopie der Universität Würzburg, gemeinsam mit dem Entwicklungszentrum Röntgentechnologie des Fraunhofer Instituts entwickelt hat. Wie man damit arbeitet, und was das Gerät zu leisten vermag: Das bekamen die Schüler von Hanke und seinen Mitarbeitern beim Schülerforschungstag erklärt. Mit diesem Wissen können sie nun in den kommenden Wochen am MIND Center ihre eignen Experimente durchführen.

„An den konkreten Forschungsprojekten der Schülerinnen und Schüler im Projekt DurchBlick gelingt die Zusammenarbeit von Akteuren aus Schule, Forschung und Lehrerausbildung“, fasst Dr. Christian Fauser die Grundidee des Projekts zusammen. Fauser unterrichtet selbst Physik und ist im Rahmen einer Teilabordnung für die Koordination der Schülerforschungsprojekte am MIND Center verantwortlich.

Beratung durch die BEEgroup

Neben Randolf Hanke, den Fachdidaktikern des MIND Centers und einigen Lehramtsstudierenden betreut Professor Jürgen Tautz die Schüler bei ihren Arbeiten. Tautz leitet die BEEgroup des Biozentrums der Universität sowie das Projekt HOBOS (HOney Bee Online Studies) und beriet die Schüler bereits in der Phase der Themenfindung. Dabei ergaben sich mehrere spannende Fragen rund um die Honigbiene, die mit dem Verfahren der Computertomographie bearbeitet werden können.

Die Forschungsarbeiten finden in der Regel im Rahmen des Wissenschaftspropädeutischen Seminars (W-Seminars) der gymnasialen Oberstufe statt. Dieses bietet den Schülern die Möglichkeit, eigene Fragen in Kooperation mit externen Partnern zu bearbeiten. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden in den W-Seminararbeiten dokumentiert und im Rahmen von Physik-Wettbewerben wie beispielsweise „Jugend forscht“ präsentiert.

Kooperationsbörse Schule-Wissenschaft-Wirtschaft

Im Rahmen der aktuellen Bewerbung um den Titel „Stadt der jungen Forscher 2014“ erarbeiteten die Mitarbeiter des MIND-Centers zusammen mit weiteren Akteuren der Wissenschafts- und Bildungslandschaft in Würzburg das Konzept „Kooperationsbörse Schule-Wissenschaft-Wirtschaft“. Die Kooperationsbörsen sollen dazu beitragen, potenzielle Partner für Forschungskooperationen an der Schnittstelle Schule-Wissenschaft im Großraum Würzburg effektiver zu vermitteln. Die erste Kooperationsbörse wird – unabhängig vom Ausgang der Bewerbung um den Titel „Stadt der jungen Forscher“ – im Oktober 2013 stattfinden.

Text: Markus Elsholz, Christian Fauser

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