Überdurchschnittliches Engagement gewürdigt

Professor Lothar Weißbach, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit und Leiter der HAROW-Studie zur Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms, setzt sich seit Jahren intensiv für mehr Verständlichkeit in den Patienteninformationen und eine größere Möglichkeit der Mitgestaltung von Patienten ein. In seinem Buch "Diagnose: Prostatakrebs – Ein Ratgeber nicht nur für Männer" informiert er über die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs, weist auf Vor- und Nachteile hin und hilft dem Patienten, zusammen mit seinem Arzt eine angemessene Entscheidung zu treffen. Mit großem Gespür für die Bedürfnisse der Betroffenen unterstützte er ebenfalls die Patienteninteressen in der S3-Leitlinien-Kommision für das Prostatakarzinom, an der Entwicklung der beiden Patientenratgeber (Leitlinie für Patienten) war er maßgeblich beteiligt.

Laudator Hanns-Jörg Fiebrant vom BPS Berlin würdigte Professor Weißbach während der Preisverleihung: "In seiner ärztlichen Tätigkeit, in seinen Wahlämtern und Funktionen hat sich Professor Weißbach mit besonderer Kompetenz und überdurchschnittlichem Engagement für Patienten eingesetzt. Dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe ist er seit vielen Jahren ein zuverlässiger Ratgeber und Partner. Sein ärztliches Handeln, sein gesundheitspolitisches Engagement und seine ethische Verpflichtung machen ihn zu dem geachteten Mediziner, auf dessen Rat und Unterstützung der BPS auch zukünftig hofft."

"Der erste Preisträger der Wil-de-Jongh-Medaille zu sein, ist für mich eine große Ehre. Aber vor allem verstehe ich sie als die Bestätigung meiner Bemü-hungen, den Patienten in seiner Autonomie und Aufgeklärtheit zu stärken. Diese Überzeugung habe ich auch stets intensiv in die Fachgremien getragen und mit den Kollegen diskutiert", so Professor Weißbach. "Die Kooperation zwischen den Patienten und uns Urologen birgt eine große Chance. Sie schafft das notwendige gegenseitige Verständnis und Vertrauen und verbessert entscheidend die Versorgungsqualität."

Der Niederländer Wil de Jongh wird als erster europäischer "empowered patient" (aufgeklärter, selbstbestimmter Patient) beim Prostatakrebs angesehen. Nachdem er 1993 an Prostatakrebs erkrankte, eignete sich Wil de Jongh ein breites Wissen über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten an. Bis zu seinem Tod 2004 teilte er die Kenntnisse mit seinen Mitbetroffenen und inspirierte Menschen in vielen Ländern, seinem Beispiel zu folgen – Wissen zu erwerben und zu teilen, Strukturen zu fördern, um dadurch Therapien zu verbessern.

Die Stiftung Männergesundheit

Die gemeinnützige und unabhängige Stiftung Männergesundheit fördert das Gesundheitsbewusstsein bei Männern. Dazu unterstützt und entwickelt sie Vorsorgekampagnen, Früherkennungsprojekte und Forschungen zur Gesundheit des Mannes. Stifter und Kaufmännischer Vorstand ist der Weimarer Unternehmer Olaf Theuerkauf, Wissenschaftliche Vorstände sind die Bielefelder Gesundheitswissenschaftlerin Professor Doris Bardehle sowie der Berliner Urologe Professor Lothar Weißbach.
(idw, 10/2010)

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