UDE/UK Essen: Verletzte Nerven reparieren

Das Medikament, um das es geht, ist Dimethylfumarat (DMF). Fabian Szepanowski aus der Arbeitsgruppe für klinische und experimentelle Neuroimmunologie wollte wissen, ob es nicht auch bereits geschädigte Nerven wieder regenerieren könnte. Und tatsächlich hatte das Team aus Ärzten und Biologen unter Leitung von Dr. Dr. Mark Stettner Erfolg: Sie fanden heraus, dass sich Mäuse mit einer Verletzung des peripheren Nervensystems – also außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks – schneller wieder bewegen konnten, wenn sie DMF bekamen. Die Isolierschicht der Fasern, das sogenannte Myelin, wurde repariert.

Ist das periphere Nervensystem entzündet oder verletzt, können Reize nicht weitergeleitet werden. Befehle des Gehirns kommen so nicht in Armen oder Beinen an. „Das Medikament erhöht das Enzym Haem Oxygenase 1 in den Nerven“, erklärt Szepanowski, „es schützt die Zellen und wirkt anti-entzündlich.“ Diese Eigenschaften können Therapien verschiedener Erkrankungen des Nervensystems verbessern, versprechen sich die Wissenschaftler.

Originalpublikation: Szepanowski F, Donaldson DM, Hartung HP, Mausberg AK, Kleinschnitz C, Kieseier BC, Stettner M (2017) Dimethyl fumarate accelerates peripheral nerve regeneration via activation of the anti-inflammatory and cytoprotective Nrf2/HO-1 signaling pathway. Acta Neuropathol. DOI:10.1007/s00401-017-1676-z

Weitere Informationen:Dr. Dr. Mark Stettner, Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen, Tel. 0201/723-2460, mark.stettner@uk-essen.de

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