UDE: Gemeinsam weiterkommen mit KANU

Mit KANU soll die Erziehungskompetenz psychisch kranker Eltern verbessert und das Problembewältigungsvermögen betroffener Kinder erhöht werden. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium finanziert und in Bielefeld durchgeführt in Zusammenarbeit mit allen wesentlichen Institutionen, wie z.B. der Stadt sowie stationären und ambulanten medizinischen Einrichtungen. Anhand von Befragungen überprüft das Team um Prof. Dr. Ullrich Bauer, Leiter der Arbeitsgruppe Sozialisationsforschung an der UDE, ob dieser Ansatz Erfolg hat.

Prof. Dr. Ullrich: „Normalität ist das, was betroffenen Kindern am meisten fehlt. Deshalb bietet unser Projekt konkrete Unterstützung für Familien, in denen ein Elternteil an einer Depression oder an Schizophrenie leidet, von der Kindergruppe über Elternberatung und Familiengespräche bis hin zu Patenschaften.“ So soll rechtzeitig vorgebeugt werden, denn Studien haben ergeben, dass Kinder psychisch kranker Eltern ein höheres Risiko haben, während ihrer Entwicklung selbst zu erkranken.“

Kinder schämen sich für ihre Eltern und fühlen sich schuldig

Die Belastungen für Kinder sind enorm: die Eltern fehlen überall, es wird wenig miteinander geredet, man schämt sich, mit anderen darüber zu reden. Bislang wurde dies aber kaum praktisch erforscht und noch weniger überprüft, welche Therapiekonzepte in der Praxis vorbeugend greifen.

Das KANU-Angebot umfasst vier Elemente:
• Eltern-, Kind- und Familiengespräche:
Information und Aufklärung beider Elternteile über die psychische Störung stehen im Vordergrund sowie die altersangemessene Information und Aufklärung der Kinder. Die elterliche Krankheit soll enttabuisiert werden und so Ängste und Schuldgefühle bei den Kindern reduzieren.

• Patenschaften:
Kindern psychisch erkrankter Eltern bekommen bei Bedarf eine kontinuierliche Bezugsperson an die Seite gestellt, damit eine Fremdunterbringung der Kinder vermieden wird, wenn die kranken Eltern behandelt werden. Außerdem sollen Normalität und Orientierung vermittelt werden.

• Kanu-Elterntraining:
Den Eltern soll die aktive Übernahme der elterlichen Rolle ermöglicht werden neben besserer Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Reduzierung von psychischen Krisen.

• Kanu-Gruppenangebot für Kinder und Jugendliche:
Durch sportliche und kreative Aktivitäten soll der Austausch mit anderen betroffenen Kindern gefördert und den Kindern eine ihrem Alter entsprechende Aktivität angeboten werden.

• Vernetzung und Qualifizierung:
Das Projekt als Plattform genutzt um die Zusammenarbeit zwischen Erwachsenenpsychiatrie und Jugendhilfe zu verbessern und den gegenseitigen Austausch über Seminare, Workshops und Fachtagungen Austausch zu fördern.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Ullrich Bauer, Tel. 0201/183-4956, ullrich.bauer@uni-due.de, http://www.uni-due.de/biwi/bauer/ag-sofo-kanu.shtml

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430

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