Typ 1 Diabetes Initiative: Helmsley Charitable Trust vergibt Fördergelder von 8,7 Mio. Dollar

Die gemeinnützige Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die frühen Entstehungsstadien des Typ 1 Diabetes zu erforschen und neue Präventionsstrategien zur Verhinderung oder Verzögerung der Erkrankung zu entwickeln. „Während der Fokus der Forschung viele Jahrzehnte lang auf der Heilung von Typ 1 Diabetes lag, sind wir von diesem Ziel leider immer noch weit entfernt“, kommentiert David Pazirer, einer der Kuratoren der Helmsley Stiftung die Entscheidung, in die Erforschung der Primärprävention zu investieren. „Der Anstoß für diese Initiative steht für die ersten Schritte unserer dauerhaften Bemühungen, um diese chronische Erkrankung zu verhindern.“

Die „Black Box“ des Typ 1 Diabetes knacken

Möglichkeiten für Präventionsansätze in der aktuellen Typ 1 Diabetes Forschung sollen ausgelotet werden: „Wissenschaft, Technologie und die Möglichkeiten der Probandenauswahl im Hinblick auf die Erforschung des Typ 1 Diabetes sind jetzt hinreichend entwickelt, um uns eine reelle Chance zu geben, die Black Box, welche die Entwicklung dieser Erkrankung beim Menschen noch darstellt, zu knacken“, sagt Gina Agiostratidou, Koordinatorin der Initiative und Senior Program Officer für Typ 1 Diabetes des Helmsley Charitable Trust. „ Wir sind optimistisch, dass eine großzügige Investition in die Primärprävention uns dramatische Schritte zum Verständnis und langfristig zur Verhinderung dieser Erkrankung voranbringen wird.“ Neben dem Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München sind die University of Cambridge, die University of South Florida, die JDRF Australia sowie Keck Medicine der University of Southern California (USC) beteiligt.

Gemeinsam mit der University of Cambridge werden Ziegler und Bonifacio die Infrastruktur für bevölkerungsweite klinische Präventionsstudien aufbauen, einschließlich der Entwicklung von klinischen Studienprotokollen, der Identifizierung und Durchführung von sicheren und kosteneffektiven medizinischen Interventionen sowie der Errichtung einer Biobank zur Sammlung von Proben.

Seit 2008 hat der Leona M. und Harry B. Helmsley Charitable Trust mehr als 1 Billion Dollar unter anderem für Gesundheitsorganisationen bereitgestellt. Das Helmsley Typ 1 Diabetes-Programm ist die größte private Stiftung für Typ 1 Diabetes in den USA, die sich dem Verständnis um die Krankheitsmechanismen und der Entwicklung besserer Behandlungsmethoden widmet.

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Die Fr1da-Studie und die Insulin-Impfung

„Den ersten Schritt zur Einführung von bevölkerungsweiten Screenings zur Identifikation von Risikopersonen in einem frühen, asymptomatischen Stadium des Typ 1 Diabetes (Prädiabetes) haben wir in Bayern mit der Fr1da-Studie bereits genommen“, erklärt Professor Ziegler Direktorin des Instituts für Diabetesforschung, HMGU. „Das Fr1da-Netzwerk wird den wesentlichen Grundstein für die bundesweite Einführung von Primärpräventions-Maßnahmen in unserem öffentlichen Gesundheitssystem bilden.“

Eine Primärpräventions-Maßnahme ist die Insulin-Impfung, die in Studien bereits erfolgreich erprobt wurde: „Erste Schritte auf dem Weg zu einer Primärprävention gegen Typ 1 Diabetes verliefen Erfolg versprechend“, ergänzt Professor Bonifacio, Pionier der präventiven Insulin-Impfung gegen Typ 1 Diabetes. „Die Pre-POINT Studie lieferte ermutigende Ergebnisse bei der Anwendung einer oralen Insulin-Impfung für Kinder mit hohem Erkrankungsrisiko.“ Die Auswertungen zeigen, dass bei den Kindern eine schützende Autoimmunreaktion ohne Nebenwirkungen wie eine Unterzuckerung hervorgerufen werden konnte. Da das Insulin in dieser Verabreichungsform im Magen aufgespalten wird, hatte es keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.

Der Leona M. and Harry B. Helmsley Charitable Trust hat das Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern, indem er herausragende gemeinnützige und andere einer Mission verpflichteten Organisationen auf dem Gebiet der Gesundheit, ausgewählten ortsgebundenen Initiativen sowie Bildung und sozialen Diensten unterstützt. Seit der Trust im Jahr 2008 seine aktive Fördertätigkeit begann, hat er über eine Milliarde Dollar verteilt. Das Helmsley-Programm Typ 1 Diabetes ist der größte private Stiftungsförderer für Typ 1 Diabetes in den USA. Der Fokus des Programms liegt auf einer Vertiefung des Verständnisses dieser Krankheit, der Entwicklung besserer Therapien und der Verbesserung der Versorgung und des Zugangs zu einer Behandlung. Weitere Informationen unter .

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören.

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Entstehung und Prävention von Typ 1 Diabetes und Typ 2 Diabetes als Spätfolge eines Gestationsdiabetes. Ein vorrangiges Projekt ist die Entwicklung einer Insulin-Impfung gegen Typ 1 Diabetes. In groß angelegten Langzeitstudien untersucht das IDF den Zusammenhang von Genen, Umweltfaktoren und Immunsystem für die Pathogenese von Typ 1 Diabetes. Mit den Daten der Geburtskohorte BABYDIAB, die 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, konnten Risikogene sowie Antikörperprofile identifiziert werden. Diese lassen Vorhersagen über Entwicklung und Ausbruch von Typ 1 Diabetes zu und werden die Klassifizierung und den Diagnosezeitpunkt verändern. Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC). |

Das CRTD wurde als interdisziplinäres, eng verbundenes Netzwerk mit 17 Forschungsgruppen im Kernzentrum sowie mehr als 75 Vollmitgliedern an sieben verschiedenen Dresdner Forschungsinstituten gegründet. Zurzeit forschen sieben Professoren und zehn Forschungsgruppenleiter am CRTD. Die Mitglieder des CRTD-Netzwerks arbeiten unter anderem am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden, am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, am Max-Bergmann-Zentrum für Biomaterialien, in Kliniken des Universitätsklinikums „Carl Gustav Carus“ oder an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. 8 Partner aus der Wirtschaft unterstützen ebenfalls das Netzwerk des CRTD, das die notwendige Expertise bündelt, um neuartige regenerative Therapien schnell und effizient zu entwickeln.

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