Traumhafter Naturstrand auf Mallorca soll zugebaut werden

(pur). Mit einer Menschenkette von 10.000 Demonstranten haben die Mallorquiner am Naturstrand von Sa Ràpita – Es Trenc im Juni ein eindrucksvolles Zeichen gegen den dort geplanten Bau von Luxushotels mit 1.200 Betten gesetzt. Die Mallorquiner lieben ihre Insel und kämpfen immer wieder für ihre Erhaltung.

Mallorca besteht nicht nur aus Ballermann. Die spanische Insel ist in ihrer Natur und den Landschaftsformen äußerst vielfältig. Viele deutsche Touristen lieben Mallorca vor allem, weil es dort noch einige Naturstrände wie Es Trenc bei Sa Ràpita gibt, die in Europa bereits Seltenheitswert haben. Schon im Jahr 1978 sollte der Dünenstrand von Es Trenc mit Hotels zugepflastert werden. Nur durch den massiven Protest, der von der mallorquinischen Umweltorganisation GOB (Grup Balear d´ Ornitologia i Defensa de la Naturalesa) angeführt wurde, konnte dieser Naturfrevel verhindert werden.

Obwohl es in Mallorca zahlreiche Luxushotels gibt, soll immer weiter in Bauprojekte investiert werden. Häufig ging es in der Vergangenheit dabei nicht ganz legal zu. GOB hat entscheidend dabei mitgewirkt, dass Korruptionsgeschäfte aufgedeckt und bestraft wurden. Selbst das UN-Büro für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung (UNODC) in Wien warnt mittlerweile vor illegalen Geschäften und Spekulationen auf Mallorca.

Der Bau des geplanten Ressorts bedroht nicht nur den herrlichen Naturstrand mit seiner Dünenvegetation, sondern auch Teile des ökologisch wichtigen Feuchtgebietes Salobrar de Campos. In der Gemeinde Sa Ràpita herrscht jetzt schon Trinkwassermangel. Sollte das Luxushotel mit Golfplatz wie geplant gebaut werden, wird sich der Grundwasserspiegel weiter absenken, was unberechenbare Folgen für das Feuchtgebiet haben wird. In Sa Ràpita fallen jährlich nur 400 Milimeter Niederschlag, was einem semiariden (steppenartigen) Klima entspricht. Um sich die Auswirkungen des Hotels mit Golfplatz auf den Grundwasserspiegel vorstellen zu können, muss man wissen, dass selbst ein kleiner Golfplatz mit einer Fläche von 20 bis 30 Hektar jährlich so viel Frischwasser benötigt wie ein Dorf mit 4.000 Einwohnern.

Auf der beliebten Baleareninsel gibt es bereits heute genügend Tourismuszentren wie zum Beispiel an der Playa de Palma. Hier müssen Hotels dringend renoviert oder auch neu gebaut werden, so dass es nicht neuer Hotelbauten an den Naturstränden Mallorcas bedarf. Mallorca braucht den Tourismus, das sehen auch die Mallorquiner und GOB so, aber die einmalige Natur der Insel darf dabei nicht zerstört werden. Gerade diese ist, neben der sprichwörtlichen Gastfreundschaft der Mallorquiner, eine wesentliche Grundlage der „Perle im Mittelmeer“.

Der GOB ist mit dem Feuchtgebiet Salobrar de Campos Mitglied im internationalen Seenschutz-Netzwerk „Living Lakes“ des Global Nature Fund (GNF). Das Netzwerk besteht aus derzeit mehr als 90 Organisationen und setzt sich erfolgreich und nachhaltig für Seen-Regionen ein. Mehr zum Seen-Netzwerk unter http://www.globalnature.org.

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