Mammakarzinom: Trastuzumab Therapie – Seit zehn Jahren Verbesserung der Prognose bei HER2-positivem Brustkrebs

Mammakarzinom – Etwa jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Bei 16 bis 20 Prozent der Patientinnen findet man auf der Oberfläche der Tumorzellen eine erhöhte Anzahl eines bestimmten Wachstumsfaktor-Rezeptors, der in der Fachsprache als HER2 (englisch: Human Epidermal Growth Factor Receptor) bezeichnet wird. Der Rezeptor HER2 ist an der Steuerung des Zellwachstums und der Zellvermehrung beteiligt. Eine erhöhte Anzahl auf den Tumorzellen führt deshalb zu einer beschleunigten und unkontrollierbaren Vermehrung, so dass die Krankheit bei HER2-positiven Patientinnen besonders schnell und aggressiv verläuft. In der Vergangenheit war diese Form des Brustkrebses deshalb mit einer kürzeren rückfallfreien Zeit und einer kürzeren Überlebenszeit im Vergleich zu Patientinnen mit Brustkrebsvarianten ohne HER2-Überexpression verbunden.

Trastuzumab – erster monoklonale Antikörper in der Krebstherapie erfolgreich
In der modernen Krebstherapie versucht man, Tumorzellen mit zielgerichteten Medikamenten zu vernichten. Trastuzumab ist das erste Beispiel eines Krebstherapie-Wirkstoffes, der speziell auf eine Patientinnengruppe – mit HER2-Überexpression – zugeschnitten ist. Der monoklonale Antikörper Trastuzumab bindet selektiv an HER2, blockiert den Rezeptor und führt so zum Tod der Brustkrebszellen. „Durch den zielgerichteten Mechanismus von Trastuzumab bleiben die gesunden Zellen verschont und die Therapie wird meist gut vertragen“, betont Professor Axel Ullrich, Leiter der Abteilung für Molekularbiologie am Max-Planck-Institut Martinsried.

Brustkrebs – Targeted Therapy verbessert Prognose bei HER2-positven Patinetinnen
In den vergangenen zehn Jahren wurden weit über 600.000 Patientinnen mit Trastuzumab behandelt. In vielen Studien ist mittlerweile belegt, dass Trastuzumab als Einzelsubstanz oder in Kombination mit unterschiedlichen Chemotherapeutika die Prognose im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie verbessert. Trastuzumab senkt das Risiko eines Rückfalls und der Bildung von Metastasen und verlängert die Überlebenszeit. Diese Verbesserungen der Prognose wurden sowohl in frühen Brustkrebsstadien als auch bei fortgeschrittener Erkrankung beobachtet. Durch die gute Verträglichkeit bleibt während der Behandlung auch die Lebensqualität der meisten Patientinnen weitgehend erhalten. Somit ist heute ein HER2-positiver Rezeptorstatus nicht mehr mit einer besonders schlechten Prognose, sondern mit einem signifikanten Überlebensvorteil verbunden. Aktuelle Therapie-Leitlinien empfehlen aufgrund der gegenwärtigen Datenlage die Gabe von Trastuzumab zur Behandlung des HER2-positiven Brustkrebses.(stö MEDIZIN ASPEKTE 09/2010)

Quelle
Pressekonferenz
10 Jahre Trastzumab – HER2-positiver Rezeptorstatus als signifikanter Überlebensvorteil
Frankfurt am Main, 27. September 2010

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