Subkutane Brustkrebstherapie mit Trastuzumab bietet Brustkrebspatientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom Vorteile

Auch für den Brustkrebs gilt: Mit zunehmendem Wissen über die Entstehung von Krebs und seine Wachstumsprozesse lassen sich bessere diagnostische Verfahren und therapeutische Ansätze entwickeln.

Daraus hat sich ein Therapietrend entwickelt, der weg von der Chemotherapie, hin zur „Targeted Therapy“ führt. Dabei ist mit der zielgerichteten Therapie („Targeted Therapy“) eine Krebsbehandlung gemeint, die im Idealfall speziell auf den genetischen Krebstypus abgestimmt ist. Auch wenn neue medikamentöse Krebstherapien weg von der reinen Chemotherapie hin zu einer Behandlung mit Antikörpern in Kombination mit einer reduzierten Chemotherapie führen, wird die Chemotherapie in den kommenden Jahren weiterhin als therapeutischer Backbone bedeutend sein.

Subkutanes Trastuzumab zur Behandlung des HER2-positiven Mammakarzinoms

Aktuell können Brustkrebspatientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom durch eine Neuentwicklung zu mehr Lebensqualität gelangen. Seit Ende August 2013 ist eine subkutane (SC) Formulierung des humanen Antikörpers Herceptin@ (Trastuzumab, Roche) für die Behandlung des HER2-positiven Mammakarzinoms zugelassen. Davon profitieren sowohl die Patientinnen als auch das medizinische Fachpersonal: Verglichen mit der intravenösen (i.v.) Applikation lässt sich Trastuzumab SC erheblich einfacher und schneller verabreichen – und dies bei bewährter Wirksamkeit und Sicherheit. (1) Ermöglicht wird die subkutane Applikation durch die Verwendung von rekombinanter humaner Hyaluronidase (rHuPH20) als Trägerstoff.

Vorteile der subkutanen Brustkrebstherapie mit Trastuzumab

Für Prof. Dr. Christian Jackisch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Offenbach stehen bei der subkutanen Brustkrebstherapie mit Trastuzumab insbesondere drei Vorteile im Vordergrund: der seit 2005 in vielen Studien immer wieder gezeigte Überlebensvorteil einer Brustkrebstherapie mit dem Wirkstoff Trastuzumab bei HER-2-positiven Patientinnen, die leichte Applikation der subkutanen (sc) Form in ca. 5 min. und die Äquieffektivität der sc-Form im Vergleich zur intravenösen Behandlungsform. Für Brustkrebspatientinnen führt die sc-Behandlung zu eine größeren Unabhängigkeit im Alltag, im Beruf, beim Sport und zum Beispiel auch auf Reisen. 

Hyaluronidase ermöglicht subkutane Verabreichung von 5 ml

Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung von Trastuzumab SC lag in der speziellen Struktur und Physiologie des Unterhautgewebes. Da das subkutane Gewebe aus einem Netzwerk reißfester Kollagenfasern besteht, das von elastischer Hyaluronsäure ausgefüllt wird, ist das subkutane Applikationsvolumen normalerweise auf unter 1 ml begrenzt. Der Abbau der körpereigenen Hyaluronsäure erfolgt in einem natürlichen Prozess durch das ebenfalls körpereigene Enzym Hyaluronidase. Die Hyaluronsäure bietet somit einen idealen Angriffspunkt, um das subkutane Applikationsvolumen auf deutlich über 1 ml zu erhöhen.

Trastuzumab SC enthält eine rekombinante humane Form der Hyaluronidase (rHuPH20) als Trägerstoff. Diese spaltet die Hyaluronsäure und vergrößert dadurch lokal und temporär die Dispersionsfläche des subkutanen Gewebes und ermöglicht eine Verabreichung von 5 ml. Die fixe Dosierung von Trastuzumab SC kann damit bei minimaler Belastung des Hautgewebes in weniger als 5 Minuten verabreicht werden – das Unterhautgewebe selbst regeneriert sich innerhalb von 24 Stunden. (2)

Quellen

  1. lsmael G et al., Lancet Oncology 2012;13(9): 869-78
  2. Haller M et al., Pharm Tech 2007; 10: 861-4
  3. Launch-Pressekonferenz
    Zulassung für Herceptin – Mehr Freiraum für Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom

    Hamburg, 12. September 2013
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