Transplantierte radeln für mehr Organspenden

Am Dienstag, dem 22. Juni 2010, war Heidelberg das sechste Etappenziel der „Radtour pro Organspende“ des Vereins TransDia e.V.: Insgesamt rund 40 Herz-, Leber-, Lungen- und Nierentransplantierte sowie Dialysepatienten radeln vom 17. bis zum 26. Juni rund 1.000 Kilometer weit von der Schweiz nach Düsseldorf, um für die Organspende zu werben und anderen Betroffenen Mut zu machen.

Für diesen außergewöhnlichen Einsatz ist TransDia e.V. am 22. Juni im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs "Deutschland – Land der Ideen" zum „Ausgewählten Ort 2010“ gekürt worden. Der Wettbewerb ist eine Initiative der Bundesregierung und der Wirtschaft in Kooperation mit der Deutschen Bank. Die Auszeichnung fand am Abend des 22. Juni im Rahmen einer Feierstunde im Foyer der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg statt.

Professor Dr. J. Rüdiger Siewert, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums, begrüßte die Radler in der Chirurgischen Universitätsklinik. „Sie erhalten heute eine Auszeichnung für besonderes gesellschaftliches Engagement und das haben Sie hier eindrucksvoll demonstriert“, so Siewert.

Der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Professor Dr. Günter Kirste, würdigte bei diesem Anlass auch das besondere Engagement des Universitätsklinikums für die Organspende: „Das Universitätsklinikum Heidelberg hat bundesweit als eine der ersten Kliniken eine Transplantationsbeauftragte eingestellt und damit eine Vorreiterrolle in Deutschland eingenommen“, so Professor Kirste. Seit Mai 2009 kümmert sich in Heidelberg eine leitende Transplantationsbeauftragte darum, dass möglichst alle potentiellen Spender am Universitätsklinikums erkannt werden und eine Organspende mit den Angehörigen besprochen wird.

In Baden-Württemberg warten 1.400 Menschen auf ein Spenderorgan

In Deutschland stehen 12.000 Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan, 1.400 allein in Baden-Württemberg. Doch die offenkundige Bereitschaft in der Bevölkerung im Todesfall Organe zu spenden, ist gering: Nur 17 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis. „Es ist daher besonders wichtig, das Thema Organspende mit positiven Botschaften zu verknüpfen. Diese Radtour ist eine solche Botschaft“, so Ministerialdirektor Thomas Halder, Amtsleiter des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg.

Zahl der Organspender in Heidelberg stieg 2009 entgegen bundesweitem Trend an

Das Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Heidelberg ist mit 97 Leber-, 143 Nieren- und 9 kombinierten Pankreas-Nieren-Transplantationen im Jahr 2009 eines der großen Zentren in Deutschland und das bei weitem größte im süddeutschen Raum. Die Zahl der Herztransplantationen blieb mit 25 konstant. 57 Nierentransplantationen nach einer Lebendspende machen Heidelberg zudem zum führenden Zentrum für Nierenlebendspende in Deutschland. 2009 stieg entgegen dem bundesweiten Trend die Anzahl der Organspenden am Universitätsklinikum: Bei 19 Verstorbenen wurde eine Organentnahme realisiert – die Spitzenposition bei den Universitätsklinika in Baden-Württemberg.

Ziel des Einsatzes: Bevölkerung sensibilisieren, Betroffenen Mut machen, sich bei Angehörigen und Ärzten bedanken

Der Sportverein TransDia e.V. für Transplantierte und Dialysepatienten sowie Menschen, die dem Thema positiv gegenüber stehen, möchte mit der „Radtour pro Organspende“ , die in diesem Jahr bereits zum vierten Mal stattfindet, die Bevölkerung für das Thema Organspende sensibilisieren. „Mit dieser Radtour können wir den Nutzen einer Organspende für die Betroffenen gut demonstrieren“, so Vereinsvorsitzenden Wolfgang Ludwig, der Urkunde und Pokal zum „Ausgewählten Ort 2010“ entgegennahm. Außerdem wollen die Betroffenen Ärzten und Pflegepersonal den Erfolg ihrer Arbeit "vor Augen führen" und für ihr Engagement danken: Stationen der Radtour sind daher u.a. Kliniken mit Transplantationszentrum und Krankenhäuser, die sich hinsichtlich Organspende engagieren. Nicht zuletzt bedanken sich die Radler auf diesem Weg indirekt auch bei den Angehörigen ihrer Organspender.

Musikalisch begleitet wurde die Feierlichkeit von der GeSangsGruppe 9 (GSG 9) der Capella Carolina, dem Chor des Internationalen Studienzentrums der Universität Heidelberg, unter der Leitung ihres Dirigenten Professor Franz Wassermann sowie vom Prandl Jazz Trio.

Weitere Informationen im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Transplantationszentrum.103682.0.html
www.radtour-pro-organspende.de
www.transdiaev.de
www.land-der-ideen.de

Ansprechpartner:
TransDia e.V., Radtour–pro-Organspende
Wolfgang Ludwig
Tel.: 0171 / 43 25 833
E-Mail: ludwig@transdiaev.de

Nadja Komm
Ltd. Transplantationsbeauftragte
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 19 89 oder 06221 / 56 39 737
E-Mail: Nadja.Komm@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

TB
(idw, 06/2010)

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