Träger des Hamburger Wissenschaftspreises stellt seine Forschungen zur Tuberkulose vor

Die "alte" Tuberkulose im Jahre 2010: Ein Drittel der Weltbevölkerung ist mit dem Erreger der Tuberkulose (TB) infiziert, jährlich gibt es weltweit 9 Millionen Neuerkrankungen und 1,8 Millionen Todesfälle. "Neu" ist, dass weltweit inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen mit sogenannten Multi-resistenten (MDR) oder Extrem-resistenten (XDR) TB-Erregern erkrankt sind, die nur sehr aufwändig und manchmal gar nicht mehr mit Antibiotika therapierbar sind. Auch in verschiedenen Ländern der EU nimmt die Rate an Neuerkrankungen mit MDR-TB zu. Ausgehend von diesem Trend informiert der Vortrag über die Epidemiologie, Immunologie, Pathogenese, Behandlung und Vorbeugung der Tuberkulose.

Prof. Stefan Ehlers leitet den Bereich Mikrobielle Entzündungsforschung am Forschungszentrum Borstel und hat einen Lehrstuhl für Molekulare Entzündungsmedizin an der Universität Kiel inne. Mit der Verleihung des Hamburger Wissenschaftspreises 2009 würdigte die Akademie die Verbindung von exzellenter Grundlagenforschung mit diagnostischer und therapeutischer Anwendung in seinen Arbeiten zur Tuberkulose: Ehlers hat Mausmodelle zur Nachbildung menschlicher Entzündungsreaktionen entwickelt, die sich eigenen, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung für die Therapie von Tuberkulose nutzbar zu machen. Mit dem Preisgeld von 100.000 Euro wurde am Forschungszentrum Borstel eine Teststation eingerichtet, um neue Antibiotika-Therapien gegen resistente Erreger in kliniknahen Modellsystemen zu prüfen.

Die Akademie vergibt den Hamburger Wissenschaftspreis im Namen der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve, die ihn mit 100.000 Euro dotiert hat. Sie zeichnet mit dem Hamburger Wissenschaftspreis herausragende Forschungen auf Gebieten von gesellschaftlicher Bedeutung aus. Thema der Ausschreibung für 2009 war „Infektionsforschung“.

Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg (gegründet 2004) gehören herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Norddeutschland an. Sie versteht sich als klassenlose Arbeitsakademie: Ihre Mitglieder konzipieren und bearbeiten interdisziplinäre Projekte zu wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen. Die Akademie fördert die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region und engagiert sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Die Grundausstattung der Akademie wird finanziert aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg. Präsident der Akademie ist Prof. Dr. Heimo Reinitzer.

Kontakt:
Dr. Annette Wiesheu, Referentin für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49/40/42 94 86 69-20
E-Mail annette.wiesheu@awhamburg.de
www.awhamburg.de
(idw, 05/2010)

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