Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises Christof Niehrs als IMB-Gründungsdirektor berufen

Der renommierte Zell- und Entwicklungsbiologe Prof. Dr. Christof Niehrs ist Gründungsdirektor des neuen Instituts für Molekulare Biologie (IMB) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Damit steht einer der weltweit führenden Biowissenschaftler an der Spitze des noch im Bau befindlichen Instituts, das Anfang 2011 seinen Betrieb aufnehmen soll. „Wir sind hocherfreut, dass ein so bedeutender Wissenschaftler wie Professor Niehrs das Forschungszentrum aufbauen wird. Er bringt die besten Voraussetzungen mit, um Spitzenforschung in der molekularen Medizin am Standort Mainz voranzutreiben“, erklärte der Vorsitzende des Vorstands der Boehringer Ingelheim Stiftung, Otto Boehringer. Aus Anlass des 125jährigen Jubiläums des Unternehmens Boehringer Ingelheim im Jahr 2010 hatte sich die Stiftung entschlossen, den wissenschaftlichen Betrieb eines Exzellenzzentrums für Lebenswissenschaften mit 100 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren zu fördern, das Land finanziert den Institutsneubau.

Für seine bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen wurden Professor Niehrs bereits mehrfach Preise und Ehrungen zuteil; unter anderem erhielt er im Jahr 2003 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, derzeit der am höchsten dotierte deutsche Forschungspreis. Erst vor kurzem bekam der 48-jährige Wissenschaftler für seine Arbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, wo er bislang die Abteilung Molekulare Embryologie leitete, einen „Advanced Grant“ des Europäischen Forschungsrats in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Für Niehrs ist seine Berufung nach Mainz eine konsequente Weiterentwicklung seiner wissenschaftlichen Laufbahn: „Ich freue mich außerordentlich auf meine neuen Aufgaben. Ich bin stolz darauf, als Gründungsdirektor den Weg des Forschungszentrums für Lebenswissenschaften mitprägen zu können“. Offiziell wird er seine Arbeit am 1. Juli 2010 aufnehmen.

Wissenschaftsministerin Doris Ahnen zeigte sich überzeugt: „Mit dieser herausragenden personellen Entscheidung kann das neue Institut für Molekulare Biologie seine Bedeutung als Exzellenzzentrum für Lebenswissenschaften weit über die Grenzen des Landes hinaus sehr überzeugend entwickeln.“ Für die Entwicklung der interdisziplinären Forschung an der Mainzer Universität aber auch der Wissenschaftslandschaft im Land insgesamt sei das neue Institut ein echter Meilenstein. „Die Berufung von Professor Niehrs zeigt, dass das IMB von Größe und Ausstattung her internationale Standards der Spitzenforschung erfüllt. Ich bin zuversichtlich, dass er weitere hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Mainz ziehen wird“, sagte Universitätspräsident Georg Krausch. Das neue Forschungszentrum wird verschiedene biomedizinische Disziplinen wie Entwicklungsbiologie, Epigenetik und DNA-Reparatur unter einem Dach vereinen. Die Universität rechnet mit mindestens 180 neuen Arbeitsplätzen, die durch das Institut geschaffen werden.

Die Boehringer Ingelheim Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung, die auf die langfristige und nachhaltige Förderung der biologischen, chemischen, medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaft setzt. Gegründet wurde sie 1977 von Hubertus Liebrecht (1931 – 1991), einem ehemaligen Gesellschafter des Unternehmens Boehringer Ingelheim. Das Engagement der Boehringer Ingelheim Stiftung drückt auch die Verbundenheit der Stifterfamilie mit der Region aus, der sie entstammt. Daher hat sie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stets besondere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.
(idw, 05/2010)

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