Tod durch Tröpfcheninfektion – Einblicke in die Infektionsforschung von Atemwegserkrankungen

Bakterien und Viren bilden in den oberen Atemwegen komplexe mikrobielle Gemeinschaften. Dabei leben die natürlichen, nicht gefährlichen Mikroorganismen mit den potenziell gefährlichen Bakterien beziehungsweis Viren im Einklang. Daher verursacht die Kolonisierung des Nasenrachenraumes mit Bakterien und Viren im gesunden Mensch oder Tier im Allgemeinen keine Krankheitssymptome. Störungen des sensiblen Gleichgewichts zwischen dem Immunsystem und den mikrobiellen Gemeinschaften, beispielsweise durch den Erwerb neuer Erreger oder Immunschwächen können jedoch zu schwerwiegenden Infektionen führen, die für eine weltweit hohe Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit verantwortlich sind. Pro Jahr schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) allein die Todesfälle durch die Grippeviren (Influenza A Viren) auf mindestens eine halbe Million und bei Pneumokokken auf anderthalb Millionen (12.000 in Deutschland). Staphylokokken besiedeln bei 30 Prozent der Menschen symptomlos die Nasenschleimhäute, führen aber wie Pneumokokken auch zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis-Fällen. Die Aufnahme dieser gefährlichen Erreger erfolgt über Aerosole und Tröpfcheninfektionen, beispielsweise beim Niesen eines Erkrankten.

Es ist bekannt, dass eine vorausgehende oder gleichzeitige Atemwegsinfektion durch Viren oder Bakterien eine sekundäre bakterielle beziehungsweise virale Ko-Infektion begünstigen kann. Die ansteigenden Antibiotikaresistenzen bei Bakterien, wenig wirksame Impfstoffe oder das völlige Fehlen von Impfstoffen erfordern neue Strategien der Bekämpfung. Grundvoraussetzung für die Entwicklung von innovativen und effektiven Präventions- beziehungsweise Interventionsstrategien ist die Aufklärung der Biologie der Erreger und Pathogenese der Atemwegserkrankungen.

Die internationale Tagung beleuchtet die aktuelle Forschung zu viralen und bakteriellen (Ko-)Infektionen der Atemwege, beispielsweise hervorgerufen durch Grippeviren (Influenza A Viren), Pneumokokken und Staphylokokken. Experten sowie Nachwuchswissenschaftler- und Nachwuchswissenschaftlerinnen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Schweden und den USA geben in Vorträgen Einblicke in ihre Forschung zu den Kernthemen „Virulenzstrategien“, „Ko-Infektion“, „Infektionsimmunologie“, „Therapien und Impfstoffe“ sowie „OMICs Technologien in der Infektionsforschung“. Außerdem bieten die Posterausstellung und das Rahmenprogramm einschließlich eines Konferenzdinners im Darwineum des Rostocker Zoos, Möglichkeiten für intensiven Gedankenaustausch.

Weitere Informationen
Tagungsseite
Graduiertenkolleg 1870
SFB-Transregio 34
KoInfekt

Ansprechpartner an der Universität Greifswald:
Prof. Dr. Sven Hammerschmidt
Dr. Sylvia Kohler (Wiss. Koordinatorin GRK 1870 / KoInfekt)
Abt. Molekulare Genetik und Infektionsbiologie
Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung
Universität Greifswald
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 15 A, 17489 Greifswald
Telefon 49 3834 420 5700

Ansprechpartner am Friedrich-Loeffler-Institut:
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter
Dr. Bianca M. Bußmann (Persönliche Referentin des Präsidenten)
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Federal Research Institute for Animal Health
Südufer 10, 17493 Greifswald-Insel Riems
Telefon +49 38351 7 1895

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