TMF veröffentlicht zweiten Report zur Forschungs-IT in der Medizin

Das IT-Reviewing-Board der TMF, dem führende Experten für Forschungs-IT in der Medizin angehören, hat heute seinen aktuellen Bericht vorgelegt. Die Experten empfehlen unter anderem die Transparenz über bestehende Systeme und Datenbestände zu erhöhen, die Nutzung von Standards zu verbessern und den Erfahrungsaustausch sowie die Ab-stimmung von IT-Konzepten zwischen den verschiedenen Einrichtungen, die patientenorientierte Forschung betreiben, weiter zu fördern. „Mit dem diesjährigen Bericht blicken wir jetzt auch auf die Translation unter Nutzung der Datenquellen aus der Versorgung und aus der Molekularbiologie“, sagt Professor Dr. Ulrich Sax (Universitätsmedizin Göttingen), der Sprecher der TMF-Arbeitsgruppe IT und Qualitätsmanagement (AG IT-QM) ist. „Damit leisten wir nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag für die Verzahnung von Forschung und Versorgung, die für den medizinischen Fortschritt immer bedeutsamer wird“.

Seit 2013 veröffentlicht die TMF eine kontinuierliche Bestands- und Bedarfsanalyse zu den IT-Infrastrukturen in der patientenorientierten medizinischen Forschung, die im IT-Reviewing-Board und in der AG IT-QM breit abgestimmt werden. Dabei werden insbesondere auch Lücken identifiziert, und es wird aufgezeigt, wo dringender Handlungsbedarf für die Förderung von Forschungsinfrastrukturen besteht.

Eine Planungshilfe für Universitätskliniken und forschungsnahe Krankenhäuser
Der Bericht gibt insbesondere großen Universitätskliniken, aber auch andern forschungsna-hen Krankenhäusern ein Nachschlagewerk für ihre IT-Planung an die Hand. Es vermittelt aktuelle Best-Practice-Beispiele für den IT-Infrastrukturaufbau in verschiedenen Forschungsprojekten und gibt Hinweise auf Tools, die sich in der Anwendung bereits bewährt haben.

Der erste Bericht hatte vor allem Primärdatenquellen untersucht und gezeigt, dass bereits zahlreiche IT-Komponenten für die verschiedenen Anforderungen vorliegen, die nun jedoch in die IT-Gesamtlösung von Forschungseinrichtungen und -verbünden integriert werden müssen. Der zweite Bericht lenkt den Blick zusätzlich auf Sekundärdatenquellen sowie auf die so genannten „Omics“-Daten.

Zentrale kritische Anforderungen für alle Themenfelder
In dem Bericht kristallisieren sich zentrale Anforderungen heraus, die für eine Integration und Weiterentwicklung der Forschungs-IT in der Medizin kritisch sind:

• Sichtbarkeit und Transparenz über bestehende Systeme, Ressourcen und Datenbe-stände in der medizinischen Forschung
• Investitionen in technologische und semantische Standardisierung von Daten in Klinik und Forschung sowie Aufbau bzw. Einführung von übergreifenden IT-Lösungen, die solche internationalen Standards unterstützen, um Interoperabilität innerhalb der Forschungsanwendungen sowie zwischen Klinik und Forschung zu erreichen
• Erfahrungsaustausch und Abstimmung über den Aufbau und Betrieb von IT-Infrastrukturen
• Aufbau von Dienstleistungsangeboten für standardisierte Services unter Koordination durch eine zentrale Stelle
• Klärung neuer rechtlicher und ethischer Fragen, die mit dem wissenschaftlichen Fortschritt und dem Einsatz neuer Technologien einhergehen
• Adressierung des Problems nicht nachhaltiger Finanzierungsmodelle für IT-Infrastrukturen, die in der Regel im Rahmen von Projektförderungen aufgebaut werden.

Publikation:
IT-Reviewing-Board der TMF (Hrsg.): IT-Infrastrukturen in der patientenorientierten For-schung. Aktueller Stand und Handlungsbedarf 2014. Berlin, Aka-Verlag, März 2015.
• Download des Berichts: www.tmf-ev.de/Produkte/P100500

Pressekontakt:
Antje Schütt | Tel.: 030 – 2200 247-31 oder 0173 6141663 | E-Mail: presse@tmf-ev.de

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