Tissue Engineering der Tränendrüse – Förderpreis für internationale Augenforschung

Prof. Dr. Katja Schenke-Layland vom Fraunhofer IGB in Stuttgart hat im Juni 2016 den Harold F. Spalter International Research Scholar Award der amerikanischen Organisation »Research to Prevent Blindness (RPB)« erhalten, um am Eye Institut der Keck School of Medicine an der University of Southern California (USC) Ursachen und Möglichkeiten der Behandlung und Prävention von Augenerkrankungen zu erforschen. Der in der amerikanischen Augenheilkunde renommierte, jährlich ausgeschriebene Preis ermöglicht einem nicht in den USA forschenden Wissenschaftler, Kooperationen mit amerikanischen Kollegen auf- und auszubauen, um sich anschließend gemeinsam um Förderung von Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Augenheilkunde zu bewerben.

Schenke-Layland, Institutsleiterin des Fraunhofer IGB und Leiterin der Abteilung Zell- und Tissue Engineering, will mit der Auszeichnung die Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlerin Prof. Dr. Sarah Hamm-Alvarez vom Eye Institute der Keck School of Medicine an der University of Southern California (USC) weiter ausbauen, mit der sie bereits seit ihrer Zeit als Post-Doc von 2005 bis 2008 an der University of California Los Angeles (UCLA) kooperiert. »Unser Ziel ist es, ein In-vitro-Modell der Tränendrüse des Auges aufzubauen, um neue, stammzellbasierte Therapien für beispielsweise das durch Sjögren-Syndrom beeinträchtigte Gewebe zu entwickeln«, erläutert Schenke-Layland das Forschungsvorhaben. Das Sjögren-Syndrom ist eine entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung, bei der die Speichel- und Tränendrüsen angegriffen werden. Allein in den USA sind vier Millionen Menschen betroffen.

Das In-vitro-Modell soll einerseits als Testsystem eingesetzt werden, auf lange Sicht aber auch für die regenerative Therapie geschädigter Tränendrüsen weiterentwickelt werden. Momentan wird die Trockene-Augen-Erkrankung hauptsächlich in Kleintiermodellen untersucht, welche die Verhältnisse im erkrankten Menschen nicht wirklich abbilden. Schenke-Layland setzt daher auf induziert-pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen), die sie bereits für andere Fragestellungen erfolgreich eingesetzt hat. »Darüber hinaus wollen wir für die Therapie der Augenerkrankung geeignete Biomaterialien entwickeln«, so Schenke-Layland.

Auch die Verbesserung der Diagnostik des Sjögren-Syndroms steht auf der Agenda der Forschungskooperation. Hierzu wollen die Forscher markerfreie Technologien wie beispielsweise die Raman-Mikrospektroskopie und Fluoreszenzabklingzeiten (FLIM) heranziehen. Diese nicht-invasiven Methoden sollen zur Früherkennung der durch das Sjögren-Syndrom beeinträchtigten Organe eingesetzt werden.

RPB ist die weltweit führende ehrenamtliche Organisation zur Förderung der Erforschung von Augenerkrankungen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1960 hat RPB medizinische Institutionen in den USA mit mehreren hundert Millionen Dollar zur Erforschung der Ursachen von Erblindungen unterstützt.

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