Tierwohl, Akzeptanz und Internationalität im Fokus

Der Molekularbiologe und Veterinärmediziner leitet das Institut bereits seit Juli vergangenen Jahres kommissarisch, nachdem Prof. Manfred Schwerin nach zwölf Jahren an der Spitze des größten Nutztierforschungsinstituts in Deutschland in den Ruhestand verabschiedet worden ist.

„Das FBN hat für das Agrarland Mecklenburg-Vorpommern eine große Bedeutung“, betonte der Minister. „Mit der Arbeit schafft es die Grundlagen für eine zusätzliche Wertschöpfung aus der Nutztierhaltung und neue Arbeitsfelder in der Bioökonomie sowie innovative Lösungsansätze für die Abschätzung der Konsequenzen verschiedener Produktionsverfahren für Tier und Umwelt und die Beurteilung der Qualität tierischer Produkte. Einzigartig für den Standort Dummerstorf ist, dass hier universitäre und außeruniversitäre Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung, Demonstration sowie Weiterbildung zusammenkommen. Forschung und Praxis werden hier vereint. Davon profitieren Tierzüchter- und -halter der Region in besonderer Weise, da sie teilweise auch Partner von innovativen Pilotprojekten sind. Dafür habe ich mich stets eingesetzt und werde es auch zukünftig tun.“

Prof. Klaus Wimmers (51) hat an der Freien Universität Berlin Veterinärmedizin studiert; an der Technischen Universität Berlin promoviert und an der Universität Bonn habilitiert. 2004 wechselte der gebürtige Westfale und Vater eines Sohnes von der Universität Bonn an das Dummerstorfer Leibniz-Institut, wo er das Teilinstitut für Genombiologie leitet. Schwerpunkte seiner Forschungsaktivitäten sind molekulargenetische Mechanismen der Vererbung und Ausprägung von Merkmalen der Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit, die molekularbiologische Phänotypisierung von Nutztieren sowie die Interaktion von Genotypen mit der Umwelt. Die Vorstandsfunktion ist mit einer Professur an der Agrarfakultät der Rostocker Universität verbunden. Die Professur für Tierzucht hat der Dummerstorfer Wissenschaftler zum 1. Oktober 2016 übernommen.
„Wir werden künftig verstärkt auf interdisziplinäre Themen wie Tierwohl, Gesundheit, Ressourceneffizienz und Rassenvielfalt bei Nutztieren setzen und dabei gezielt unser internationales Netzwerk ausbauen“, erklärte der neue Vorstand. „Unsere Forschungsschwerpunkte sollen dazu beitragen, die Nachhaltigkeit und Akzeptanz der Nutztierhaltung zu erhöhen. Darüber hinaus sind der bessere Zugang von Forschergruppen aus dem Ausland zur hochmodernen Infrastruktur am FBN sowie die Intensivierung des internationalen Austausches geplant“, so Prof. Klaus Wimmers.

Hintergrund
Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) Dummerstorf erforscht die Systemfunktionalität von Nutztieren für eine rentable, tiergerechte, ressourcen-, klima-und umweltschonende Nutztierhaltung als Grundlage der balancierten Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte tierischer Herkunft. In sechs Instituten untersuchen Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen gemeinsam die Grundlagen von Genetik, Fortpflanzung, Ernährung, Verhalten, Wachstum und Entwicklung landwirtschaftlicher Nutztiere.
Das FBN mit rund 300 Mitarbeitern ist aktuell an 114 Forschungsprojekten in Kooperation mit 308 Institutionen in 41 Ländern beteiligt. Konkrete Forschungsprojekte mit der Wirtschaft gibt es 50. Allein im letzten Jahr wurden 55 Doktoranden betreut und 17 Promotionen abgeschlossen. 29 Wissenschaftler aus dem FBN engagieren sich über Lehrverpflichtungen an sieben Universitäten.
Das Gesamt-Budget des FBN betrug im vergangenen Jahr 23,4 Mio. Euro, davon waren 2,89 Mio. Euro eingeworbene Drittmittel. Rund 50 Mio. Euro wurden seit der Institutsgründung 1993 für Neubauten und Modernisierungen in den Dummerstorfer Forschungscampus investiert.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 88 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.
Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,6 Milliarden Euro.

Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)
Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
Vorstand Prof. Dr. Klaus Wimmers
Wissenschaftsorganisation Dr. Norbert K. Borowy
Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
T +49 38208-68 605
E borowy@fbn-dummerstorf.de

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