Teleradiologie: Kompetente Diagnose bei Tag und Nacht

Der neue radiologische Ferndienst bietet mehr Komfort für die Patienten und spart Kosten. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder verfügt über keinen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst in der Radiologie. Bisher mussten die Patienten daher für eine CT-Untersuchung in ein anderes Krankenhaus verlegt werden, was belastend für die Patienten war und finanziellen Aufwand für die Klinik bedeutete.
Das Klinikum rechts der Isar will mit dem Projekt eine engere Verbindung zum Partnerkrankenhaus aufbauen, das ein akademisches Lehrkrankenhaus der TU ist.

Ablauf der Untersuchung
Wenn der behandelnde Arzt im Nacht- oder Wochenenddienst im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder bei einem Notfall eine CT-Untersuchung benötigt, telefoniert er mit dem diensthabenden Radiologen im Klinikum rechts der Isar und faxt seine Anfrage. Der Radiologe dort bestätigt ebenso per Fax, dass die Untersuchung durchgeführt werden kann. Anschließend macht die diensthabende medizinisch-technische Röntgenassistentin (MTRA) im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder die CT-Aufnahmen und sendet sie per Datenfernübertragung ans Klinikum rechts der Isar. Der dortige Radiologe erstellt in etwa 30 Minuten eine Diagnose und schickt den erforderlichen Befundbericht per Fax. Der Faxversand ist notwendig, damit die Aussage rechtlich bindend ist. Mit der kompetenten Diagnose der Universitätsklinik kann der zuständige Arzt sofort die geeignete Behandlung einleiten.

Sichere Patientendaten
Das Projekt ist vom zuständigen Landesamt für Umwelt und Gesundheit überprüft und zugelassen worden. Eine zentrale Voraussetzung für die Einrichtung der Kooperation war die sichere Übertragung der Daten. „Wir haben eine verschlüsselte Internetverbindung eingerichtet, mit der die bei einem CT entstehenden großen Datenmengen sicher übertragen werden“, erklärt Prof. Ernst Rummeny, Direktor des Instituts für Radiologie. Durch eine Zugangskontrolle wird sichergestellt, dass nur berechtigte Personen mit dem System arbeiten können.

Am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ist man sehr zufrieden, wie sich die Zusammenarbeit in den ersten beiden Monaten entwickelt hat: Die beiden Chefärzte der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, PD Dr. Johannes Rieger und PD Dr. Tobias Jakobs, sind sich in ihrer Bewertung einig: „Unsere Patienten merken eigentlich nichts von der Teleradiologie. Dennoch ist es für sie eine große Erleichterung, dass sie bei uns im Haus bleiben können, wenn eine CT-Untersuchung nachts oder am Wochenende erforderlich wird.“

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