Teilstationäre Pflege: Pflegekräfte bewerten ihre Arbeit positiv

Die untersuchten Beschäftigten der teilstationären Altenhilfe fühlen sich in ihrer Arbeit nur wenig belastet. Der hauptsächliche Stressor liegt in der Interaktion mit Gästen, besonders wenn sie schwer krank oder dement sind. Vorteilhaft bewertet wird ein meist angenehmes Klima im Kollegenteam. Auch die Umgebungsbedingungen in den Tagesstätten beschreiben die Beschäftigten als positiv. Die körperlichen Belastungen sind gering und beschränken sich auf gelegentliches Heben und Tragen. Entsprechend gut fallen Befunde zur psychischen und körperlichen Gesundheit des Pflegepersonals aus. Aufgrund der geringeren Belastungen ist die teilstationäre Altenpflege auch für Beschäftigte geeignet, die sich in anderen Bereichen des Berufsfeldes emotional oder körperlich überbelastet fühlen. Struktur und Transparenz der Arbeit sind gegeben. Zusammenfassend lässt sich für die Arbeit in Tagesstätten ein befriedigendes Maß an Ressourcen ausmachen. Allerdings wünschen sich viele Pflegende mehr Personal, ein besseres Raumangebot und ein höheres Einkommen. Verbesserungsbedarf sehen die Forscher zudem beim Angebot von Fort- und Weiterbildungen sowie beim Feedback von Vorgesetzten.

Auch Pflegende in der teilstationären psychiatrischen Pflege bewerten ihre Arbeit überwiegend als positiv. Sie verfügen über hohe Handlungs- und Entscheidungsfreiräume und werden oft aktiv in die Visite mit einbezogen. Mit den psychischen Belastungen, die mit der Arbeit im psychiatrischen Bereich einhergehen, können die Beschäftigten gut umgehen. Auch körperlich sind sie in einem guten Allgemeinzustand. Bei der Tätigkeit in der teilstationären psychiatrischen Pflege besteht teilweise eine Diskrepanz zwischen den Ausbildungsinhalten und den tatsächlichen Anforderungen. Aus diesem Grund raten die Forscher auch hier zu mehr Fort- und Weiterbildungen, um Überlastungen der Beschäftigten vorzubeugen.

Arbeits- und Gesundheitsschutz in Einrichtungen der teilstationären Pflege; Jürgen Glaser, Winfried Hacker, Isabel Herms, Nicole Stab; 1. Auflage; Dortmund/ Berlin/ Dresden; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013; 246 Seiten. Den Bericht gibt es im PDF-Format zum Herunterladen unter der Adresse .

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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