Tausend Jahre sind ein Tag

(dtd). Der Urlaub wird von vielen Menschen gerne auch für eine Reise in die Vergangenheit genutzt. Archäologische Ausgrabungen, Burgen, Schlösser und Kirchen – die architektonischen Zeugnisse verschiedener Epochen laden oft nicht nur zur Besichtigung, sondern zum Eintauchen in die jeweilige Zeit ein. Historische Events wie Mittelaltermärkte und spezielle Informationszentren bieten Geschichte zum Anfassen und spannende Erlebnisse für die ganze Familie. Schon an einem einzigen Urlaubstag ist eine Zeitreise durch Tausende von Jahren möglich.

Schätze am bayerischen Limes

Eine antike Thermenanlage, ein spektakulärer Schatz, ein römisches Kastell und ein bedeutender Grenzwall: Freunde römischer Geschichte sollten sich eine Reise ins mittelfränkische Weißenburg (http://www.weissenburg.info) nicht entgehen lassen. Die ehemalige Garnisonsstadt im Herzen des Altmühltals offenbart als eine der ältesten römischen Siedlungen in Süddeutschland ihren Besuchern eine Fülle an Zeugnissen antiker Vergangenheit. Am westlichen Stadtrand steht beispielsweise das teilrekonstruierte Kastell Biriciana, das als wichtiger Stützpunkt am Limes ehemals 500 Reiter beherbergte. Das rekonstruierte Nordtor mit seinen beiden mächtigen, begehbaren Wachtürmen lässt erahnen, welchen Eindruck die Anlage auf anrückende Feinde gemacht haben mag. Einen Einblick in die antike Badekultur geben die römischen Thermen, die zu den bedeutendsten freigelegten Bädern in ganz Süddeutschland gehören. Das Römermuseum Weißenburg beherbergt außerdem den größten römischen Schatzfund Deutschlands mit 120 Exponaten wie Bronzemasken, Statuetten und Votiven aus Silberblech mit der Darstellung römischer Götter. Einen interessanten Einblick in die römische Geschichte und Kultur gibt auch das Bayerische Limes-Informationszentrum im Untergeschoss des Museums, das 2006 nach der Aufnahme des 550 Kilometer langen Grenzwalls als Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde.

Zeitfenster in die Antike

Von Weißenburg aus können Aktivurlauber über die alte Römerstraße Via Biriciana und weiter über den „Limesweg“ bis nach Bad Gögging gehen. Aber nicht nur Wanderer, sondern auch Radfahrer finden im niederbayerischen Traditionskurort einen idealen Stützpunkt für abwechslungsreiche Touren. Denn hier – zwischen Ingolstadt und Regensburg – treffen viele Routen und Fernradwege zusammen. Radler quartieren sie je nach Geschmack in einem Vier-Sterne-Hotel, einer Frühstückspension oder Ferienwohnung ein und starten jeden Tag in eine andere Himmelsrichtung. Auf der Via Danubia etwa gelangen Radler direkt in die römische Vergangenheit. Barocke Prachtentfaltung erwartet die Radler auf dem Donau-Radweg flussabwärts im Kloster Weltenburg. Unter dem Motto „Salve Abusina“ finden in Bad Gögging vom 17. bis 19. August 2012 wieder die Römertage statt. Informationen zum Programm gibt es auf http://www.bad-goegging.de und auf http://www.abusina.com: Legionäre, Gladiatoren und schöne Römerinnen führen die Besucher mitten hinein in das antike Alltagsleben. Handwerksvorführungen, Gladiatorenkämpfe und Feuerzauber bieten jede Menge Abwechslung. Mitmachaktionen für Kinder, kostenlose Führungen und originalgetreue Musik runden das Erlebnis ab. Spannend sind auch die „Zeitfenster“ im Freiluftmuseum, durch die der Blick auf die Reste historischer Bauten gelenkt wird.

Urmensch, Römer, Schiller

Das über dem Neckar liegende Marbach und das umliegende Bottwartal (http://www.marbach-bottwartal.de) locken nicht nur Literaturfans, sondern auch Weinliebhaber und Aktivurlauber. Weltbekannt ist das rund 15.000-Einwohner-Städtchen vor allem als Geburtsort Friedrich Schillers und als Standort bedeutender literarischer Einrichtungen wie dem Schiller-Nationalmuseum auf der Schillerhöhe oder dem Literaturmuseum der Moderne. Wer nach der Besichtigungstour seinen Blick über das Neckartal und die Weinberge schweifen lässt, bekommt von ganz allein Lust auf eine Wanderung oder Radtour durch die reizvolle Landschaft. Von Marbach aus können Pedalritter direkt auf verschiedene Fernradwege wie den Neckartalweg oder den Alb-Neckar-Weg einsteigen. Ein interessantes Ausflugsziel liegt in Steinheim an der Murr. Das Urmensch-Museum beherbergt Funde aus der Vorzeit und ist nicht nur wegen des 1933 in Steinheim gefundenen Schädels des „Homo steinheimensis“ sehenswert. Wer sich für römische Geschichte interessiert, sollte das Museum im Adler in Benningen besuchen. Das Highlight des Museums ist die Nachbildung eines römischen Kastells. Dauer- und Wechselausstellungen lassen hier aber auch das örtliche Leben zu Urgroßmutters Zeiten lebendig werden. Nach all den Aktivitäten darf eine gemütliche Einkehr mit einem guten Gläschen Wein nicht fehlen. Schließlich zählt das Bottwartal zu den schönsten Weinanbaugebieten Baden-Württembergs.

Dem Ritter auf der Spur

Wo Berge und Seen eine landschaftliche Liaison eingehen, haben Aktivurlauber gute Aussichten. Die Naturparkregion Reutte etwa, wegen ihrer Lage direkt hinter der bayerisch-österreichischen Grenze auch „Tor zu Tirol“ genannt, verfügt über ein 400 Kilometer umfassendes Wanderwegenetz sowie 186 Kilometer Rad- und Mountainbikestrecken. Einen Panoramablick auf die Bergwelt und das Burgenensemble Ehrenberg genießen auch die Besucher der neu eröffneten Alpentherme Ehrenberg. Auf mehr als 11.000 Quadratmetern Fläche gibt es dort alles, was das Herz von Wasserratten und Wärmesuchenden begehrt: unterschiedlich temperierte Becken und Rutschen sowie eine Feuersauna, eine Rosensauna nur für Damen und eine Landsknechtsauna für bis zu 60 Personen. Ob die gerüsteten Herren, die bei den Ritterspielen Ehrenberg teilnehmen, dort ihre wehrhaften Hüllen fallen lassen? Das Mittelalterspektakel, Europas größtes historisches Event seiner Art, lockt jedenfalls Jahr für Jahr (27. bis 29. Juli 2012) Tausende Besucher ins Tiroler Außerfern. Ein Mittelaltermarkt, Ritterturniere und ein großes Feuerwerk bieten Geschichte zum Anfassen. Auf eine spannende Zeitreise lädt die Burgenwelt Ehrenberg das ganze Jahr über ein. Im Erlebnismuseum sind kleine und große Besucher „Dem Ritter auf der Spur“. Mit einer Schatzkarte in der Hand machen sie sich dann auf die Suche nach dem Schlosskopfschatz und dem magischen Schwert. Unter http://www.reutte.com gibt es alle Informationen.

Vier Städte, viele Epochen

Ein antikes römisches Stadttor, mittelalterliche Festungsanlagen, barocke Kirchen und eine berühmte gotische Kathedrale: Trier, Luxemburg, Saarbrücken und Metz bieten viele hochkarätige Sehenswürdigkeiten und jede Stadt für sich ist bereits einen Besuch wert. Eine Rundreise durch alle vier Metropolen, wie sie das Städtenetzwerk „QuattroPole“ (http://www.quattropole.org) anbietet, ermöglicht eine Reise durch viele Epochen. In Luxemburg etwa zählen die Festungsanlage mit den Kasematten und das Altstadtviertel zum Unesco-Weltkulturerbe. Ein Dutzend Museen beleben die ohnehin schon ausgeprägte Kulturszene der Stadt. Wer Metz, die Hauptstadt Lothringens, einmal bei Nacht besichtigt hat, versteht, warum sie als „leuchtende Stadt“ bezeichnet wird. Im Licht von 13.000 Projektoren werden geschichtsträchtige Gebäude, Anlagen und Plätze gekonnt in Szene gesetzt. Darunter etwa die berühmte Kathedrale Saint-Etienne, das Kaiserviertel und der Metzer Bahnhof. Das Bild Saarbrückens dagegen ist barock geprägt: ob die imposante Ludwigskirche als Wahrzeichen der Stadt, der Ludwigsplatz oder das Saarbrücker Schloss. Bei Stadtführungen können sich Gäste auf die Spuren des großen Baumeisters Friedrich Joachim Stengel begeben. Trier schließlich ist die älteste Stadt Deutschlands, und bei einem Stadtrundgang begegnen den Besuchern auf Schritt und Tritt Zeichen der mehr als 2.000-jährigen Stadtgeschichte. Die Porta Nigra, das Amphitheater und die Konstantin-Basilika sind nur drei der neun Unesco-Weltkulturerbestätten im Trierer Raum. Beim Pauschalangebot „Vier Städte, drei Länder, ein Bett“ können Gäste je nach Belieben in Luxemburg, Saarbrücken oder Trier übernachten und von dort aus Touren in die anderen „QuattroPole“-Städte unternehmen.

http://www.weissenburg.info
http://www.bad-goegging.de
http://www.marbach-bottwartal.de
http://www.reutte.com
http://www.quattropole.org

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