Tauschen und leihen

(djd). Verbraucher können über Onlineportale mittlerweile eine schier endlose Palette an Produkten mieten oder tauschen. Die Bandbreite reicht von Spielekonsolen, DVDs und Büchern über Navigationsgeräte bis hin zu Stretchlimousinen, Bierzeltgarnituren oder auch Kettensägen und Bohrhämmern. Da wird der MP3-Player gegen ein Smartphone getauscht, der Surround-Lautsprecher gegen alte Schallplatten oder die Plüschtiere gegen die Carrera-Bahn. Schon lange kann man auch Häuser für den Urlaub tauschen oder über die Mitwohnzentrale eine Bleibe auf Zeit ergattern. Auf den unzähligen Plattformen im Internet verabredet man sich aber nicht nur zum Tausch von Produkten – auch das Ausleihen oder Mieten von Gegenständen aller Art wird immer beliebter.

Bei Mietportalen auf ausreichenden Versicherungsschutz achten

Was früher nur unter Freunden, Nachbarn oder Verwandten üblich war, funktioniert heute auch mit Fremden, die sich über das Internet vernetzen und ihre Dinge bereitwillig verleihen. Der Telekommunikationsverband Bitkom spricht sogar schon von einer neuen Kultur des Teilens. In einer Bitkom-Umfrage gaben 17 Prozent der Internetnutzer in Deutschland an, schon einmal Dinge über das Netz geteilt zu haben. Wer durchs Leihen Geld sparen will, sollte aber auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten. „Leihen Verbraucher über Mietportale im Internet etwas aus, so schließen sie aber üblicherweise keinen Mietvertrag mit dem Portalbetreiber ab“, erläutert Steffen Schermeyer, Experte für Versicherungsrecht bei den Ergo Direkt Versicherungen. „Die Plattformen stellen in der Regel nur den Kontakt zwischen Vermietern und Interessenten her, der Rest ist Sache von Mieter und Vermieter.“

Für Klarheit und eine rechtliche Absicherung könne ein schriftlicher Mietvertrag sorgen, rät Schermeyer. Das gelte sowohl für den Vermieter als auch für den Kunden. Nutzer sollten immer darauf achten, dass sie einen intakten Gegenstand erhalten. „Allerdings muss der Mieter seinerseits auch darauf achten, den geliehenen Artikel während der Leihdauer mit Sorgfalt zu behandeln“, erklärt Schermeyer. „Der Vermieter wiederum muss leichte Gebrauchsspuren bei längerer Mietdauer und vertragsgemäßem Gebrauch der Sache durch den Mieter akzeptieren.“ Zumindest, solange keine anderweitige Regelung zwischen Mieter und Vermieter vereinbart wurde.

Übernimmt die Privathaftpflichtversicherung Schäden an gemieteten Gegenständen?

Aber was passiert, wenn beispielsweise bei einer Feier leichtfertig Wasser auf das geliehene Notebook verschüttet wird oder die geliehene Kamera zu Boden geht und danach nicht mehr voll funktionstüchtig ist? „Solche Schäden muss der Entleiher grundsätzlich aus eigener Tasche zahlen, es sei denn, er hat eine private Haftpflichtversicherung“, betont Steffen Schermeyer. „Allerdings muss man dabei darauf achten, dass der Versicherungsschutz für Schäden an geliehenen und gemieteten Sachen nicht ausgeschlossen ist.“ Denn das sei bei vielen Tarifen der Fall, egal ob man etwas unentgeltlich ausgeliehen oder bei einem gewerblichen Verleih gemietet habe.

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