Take Care! Fürsorge als gesellschaftliche und politische Aufgabe – Symposium am 6. und 7. Juli

„Ziel des Symposiums ist eine vorläufige Bestandsaufnahme aktueller gesellschaftlicher, epidemiologischer und kultureller Herausforderungen von Care, also Hilfe oder Betreuung, als bestandswichtige Voraussetzung personaler und sozialer Lebensprozesse“, erläutert Prof. Remmers vom Institut für Gesundheitsforschung und Bildung.

Selbst bei erheblicher Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen sei jeder Mensch zu irgendeinem Zeitpunkt seines Lebens auf Hilfe angewiesen. Besonders in westlichen Gesellschaften hätten sich stark individualistische Lebensstile und Lebensentwürfe herausgebildet. „Das hat zur Konsequenz, dass Menschen in lebensgeschichtlichen Ausnahmesituationen häufig unsicher und desorientiert sind. Dabei scheint die wechselseitige Angewiesenheit aufeinander eine Grundtatsache personalen Lebens zu sein“, so Remmers, der zu seinem Abschiedssymposium Gerontologen, Pflegewissenschaftler, Mediziner, Juristen und Ethiker aus dem In- und Ausland erwartet.

„Care als gesamtgesellschaftliche Gestaltungsaufgabe wird in Zukunft ein großes Debattenthema sein“, ist sich der Osnabrücker Pflegewissenschaftler sicher. Durch soziale und gesundheitsbezogene Versorgungsprobleme in der Zukunft könnten Grundanschauungen moderner Gesellschaften erschüttert werden. Remmers: „Diesen Versorgungsproblemen muss durch neue soziale, technisch unterstützte Organisationsformen unter kulturell gewandelten Bedingungen begegnet werden.“

Hartmut Remmers, geboren 1952, studierte nach einer Ausbildung zum Krankenpflegehelfer an den Universitäten Göttingen und Hannover Soziologie, Philosophie, Geschichte, Germanistik und Psychologie. Nach langjähriger Tätigkeit als Wissenschaftsjournalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter erfolgte die Promotion an der Philosophischen Fakultät der Universität Hannover. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent am Aufbau des ersten Lehramtsstudiengangs Pflegewissenschaft an der Universität Bremen maßgebend beteiligt. Nach seiner Habilitation zu einer handlungstheoretischen Begründung der Pflegewissenschaft mit ethischer Schwerpunktsetzung an der Universität Bremen und anschließender Hochschuldozentur erhielt Remmers 2002 den Ruf auf die Professur für Pflegewissenschaft an der Universität Osnabrück.

Professor Remmers hat das Fachgebiet im Kontext mehrerer berufsbildender Lehramtsstudiengänge neu aufgebaut und ihm durch Vernetzung mit zahlreichen anderen Fachgebieten der Universität ein einzigartiges Profil gegeben. Seine Forschungsschwerpunkte sind breit gefächert und reichen von der klinischen, vor allem onkologischen und palliativen Pflegeforschung über die grundlagentheoretische Forschung einschließlich ethischer Fragestellungen am Lebensende bis hin zu Forschungen eines dem Patienten bzw. älteren Menschen angemessenen Einsatzes moderner Technologien. Daraus ist unter anderem eine weitreichende Berater- und Gutachtertätigkeit für verschiedene Landes- und Bundesministerien, so auch im Rahmen mehrerer Altenberichtskommissionen der Bundesregierung, hervorgegangen, die Prof. Remmers nach der Entbindung von bisherigen Dienstpflichten verstärkt fortsetzen wird.

Der Universität Osnabrück wird er durch die Leitung laufender bzw. neu beantragter Forschungsprojekte noch für eine Weile erhalten bleiben. Auch liegen ihm die Kooperationen mit der Universität Heidelberg und der Medizinischen Hochschule Hannover besonders am Herzen.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Hartmut Remmers, Universität Osnabrück
Fachbereich Humanwissenschaften
Barbarastraße 22c, 49069 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2474
E-Mail: remmers@uni-osnabrueck.de

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