Tag- und Nachtlinsen als besondere Form der Kontaktlinsen

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Etwa 3 Millionen aller Menschen mit Beeinträchtigung der Sehfähigkeit in Deutschland greifen statt Brille zu Kontaktlinsen. Häufig liegt das an der Handhabung und an möglichen Risiken. Worauf man im konkreten Fall von Tag- und Nachtlinsen achten sollte, zeigt dieser Artikel.

Allgemeines zu Kontaktlinsen

Prinzipiell können Kontaktlinsen von jedem getragen werden, es sei denn, die Augen sind zu trocken und häufig gereizt. Dann sollte man lieber bei einer Brille bleiben. Man unterscheidet Kontaktlinsen nach unterschiedlichen Kriterien: Bezogen auf die Fehlsichtigkeit unterteilt man in torische und multifokale Linsen, die neben Kurz- und Weitsichtigkeit auch Hornhautverkrümmungen korrigieren oder mehrere Sehstärken kombinieren wie Gleitsichtbrillen. Differenziert man nach Formstabilität, gibt es harte und weiche Linsen, wobei harte Linsen aus Kunststoff bestehen und auf dem Tränenfilm im Auge schwimmen. Weiche Linsen sind dagegen flexibler und liegen direkt auf der Hornhaut. Zu guter Letzt kann man Kontaktlinsen nach der Tragedauer unterscheiden, das sind grundsätzlich Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreslinsen. Seit einiger Zeit werden allerdings auch spezielle Tag- und Nachtlinsen angeboten, die man bis zu 30 Tage lang durchgängig tragen kann.

Welche Variante die richtige ist, hängt von der individuellen Beschaffenheit des Auges ab. Deshalb ist es wichtig, die Linsen vorab zu testen und anschließend vom Fachmann anpassen zu lassen. Das garantiert einen optimalen Sitz und die beste Funktionalität der Linsen ohne Beeinträchtigung.

Kontaktlinsen auch in der Nacht tragen

Bei herkömmlichen Linsen wird davon abgeraten, sie nachts beziehungsweise beim Schlafen zu tragen. Der Grund dafür liegt zunächst darin, dass die Schlafphase zur Erholung der Augen gedacht ist: Die Sauerstoffversorgung erfolgt nachts nicht wie sonst übers Blinzeln, sondern durch die Blutgefäße im Augenlid. Liegt dazwischen noch die Linse, bekommt die Hornhaut weniger Sauerstoff und nimmt so Schaden. Außerdem brauchen die Linsen diese Zeit zur Reinigung und Desinfektion. Über den Tag gelangen verschiedene Rückstände ins Auge und auf die Linse, die nicht nur Reizungen hervorrufen können, sondern auch Infektionen begünstigen.

Tag- und Nachtlinsen sind speziell so konzipiert, dass genügend Sauerstoff durch die Linse an die Hornhaut gelangen kann und das Auge nicht unterversorgt ist. Sie bestehen aus einem Silikon-Hydrogel mit besonders wenig Wasseranteil, sind dafür aber mit besonderen Wasserdepots ausgestattet. Die entziehen dem Auge keine Feuchtigkeit, sondern geben sie ab. So trocknet das Auge auch ohne Blinzeln nicht aus. Dank einer angepassten Oberflächentechnologie müssen die Linsen auch nicht täglich gereinigt werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber, die Linsen nach Möglichkeit zumindest in Abständen zu reinigen, um Risiken vorzubeugen.

Risiken von Tag- und Nachtlinsen

Das größte Risiko sind Infektionen nach zu langem Tragen ohne Reinigung. Ursache dafür ist der sogenannte Biofilm, der sich täglich im Auge ablagert. Er ist aus Rückständen der Luft und dem eigenen Tränenfilm zusammengesetzt. Damit bietet er einen guten Nährboden für Keime oder Bakterien. Diese können anschließend das Auge angreifen. Ein weiteres Risiko ist, dass die Linsen nicht für die eigenen Augen geeignet sind. Manche Augen sind zu trocken, weil zu wenig Tränenfilm vorhanden ist oder dieser nicht die richtige Konsistenz hat. Vor dem Kauf solcher Linsen, sollte man sich deshalb nochmals beraten lassen.

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