Symposium zur Verabschiedung von Prof. Dr. Gert Muhr

Prof. Dr. Gert Muhr, der langjährige Ärztliche Direktor und Direktor der Chirurgischen Klinik des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil geht in den Ruhestand. 27 Jahre war Prof. Muhr in den Diensten des Bergmannsheil und zugleich elf Jahre Dekan der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Zu seinen Ehren fand heute ein Symposium im Hörsaal der Klinik statt, zu dem der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung des Bergmannsheil eingeladen hatten.

Höchste Anerkennung als Klinik der Spitzenversorgung

„Professor Muhr hat mit seinen herausragenden Leistungen dazu beigetragen, dass das Bergmannsheil als Klinik der Spitzenversorgung höchste Anerkennung genießt“, erklärte Hans-Werner Kick, Geschäftsführer des Bergmannsheil bei der Eröffnung des Symposiums. „Dafür gebührt ihm unser ausdrücklicher Dank.“ Xaver Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender des Bergmannsheil machte in seiner Rede deutlich, dass gerade die Unfallchirurgie als Königsdisziplin einer berufsgenossenschaftlichen Klinik gelte: „Denn die Unfallchirurgie steht am Beginn der Behandlungskette, die das berufsgenossenschaftliche Leitmotiv ‚Heilen und helfen mit allen geeigneten Mitteln’ beschreibt.“ Dieses „stolze Flagschiff“ der Klinik hinterlasse Prof. Muhr gut bestellt. Die Chirurgische Klinik des Bergmannsheil gilt als eines der größten unfallchirurgischen Zentren in Deutschland. Es umfasst 257 Betten mit den Bereichen Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, septische Chirurgie, Intensivmedizin und Neurotraumatologie.

Erfolgreiches Engagement für den Gesundheitscampus NRW

Die amtierende Vorsitzende der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Marina Schröder, wies darauf hin, dass nicht allein die chirurgische Behandlung, sondern auch die nachgelagerte Rehabilitation immer ein zentrales Anliegen für Prof. Muhr war. Zugleich stellte sie als einen der Vorteile des Bergmannsheil seinen Doppelstatus als berufsgenossenschaftliche Klinik und Universitätsklinik heraus. Diesen Faden griff Prof. Dr. Ulf Eysel auf, der als Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät die Ruhr-Universität Bochum vertrat. Neben den klinischen Erfolgen von Prof. Muhr stellte er seinen ausdauernden Einsatz für die Medizinische Fakultät dar: „Prof. Muhr war seit 1999 elf Jahre ununterbrochen Dekan der Medizinischen Fakultät. Damit kann er die längste Amtszeit eines Dekans in der Geschichte der Ruhr-Universität vorweisen.“ Vor allem die erfreuliche Tatsache, dass Bochum Standort des neuen Gesundheitscampus NRW geworden ist, sei zu einem großen Anteil das Verdienst von Prof. Muhr.

Rund 60 Chefärzte und Universitätsprofessoren hervorgebracht

Drei ehemalige Schüler und Weggefährten Prof. Muhrs bildeten die Rednerliste des Symposiums „Unfallchirurgie 1983 – 2010“ im Anschluss an die Eröffnungsreden. Prof. Dr. Christoph Josten (Leipzig), Prof. Dr. Axel Ekkernkamp (Berlin) und Prof. Dr. Ernst J. Müller (Klagenfurt) würdigten Prof. Muhrs Lebenswerk und gaben sehr persönliche Einblicke in die Zusammenarbeit mit einem „Titanen der Chirurgie“, wie Prof. Josten formulierte. Neben den drei Rednern hat die Chirurgische Klinik unter Prof. Muhr rund 60 weitere Chefärzte und Universitätsprofessoren hervorgebracht, wie Prof. Müller betonte. Prof. Ekkernkamp wertete auch dies als Beleg für die Leistungsstärke des „Bochumer Modells“ und die mittlerweile gut aufgestellte medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Abschließend ergriff der Geehrte selbst das Wort: Ihm sei es immer darum gegangen, den Patienten gerecht zu werden, aber auch für eine gesunde ökonomische Basis des Bergmannsheil zu sorgen.

Von Graz nach Bochum

Prof. Dr. Gert Muhr wurde 1943 in Graz, Österreich, geboren, wo er von 1961 bis 1968 Medizin studierte (Universität Graz). Nach dem Studium arbeitete er an der Chirurgischen Universitätsklinik Graz, 1970 wechselte er an die Medizinische Hochschule Hannover, wo er 1974 Facharzt für Chirurgie wurde. Im Sommer 1974 habilitierte er sich in Unfallchirurgie, im Oktober 1977 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. 1981 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Unfallchirurgie der Universitätsklinik Homburg/Saar an und wurde dort Direktor der Abteilung für Unfallchirurgie. Im Mai 1983 wurde er Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Bergmannsheil in Bochum (Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum) sowie Professor für Chirurgie und Unfallchirurgie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Seit 1999 ist Prof. Muhr zugleich Dekan der Medizinischen Fakultät der RUB. Er ist Mitglied und Ehrenmitglied zahlreicher nationaler und internationaler Vereinigungen für Chirurgie und Unfallchirurgie. Zum 30. September 2010 scheidet er aus seinen Diensten aus.

Nachfolger in den Funktionen des Ärztlichen Direktors und des Direktors der Chirurgischen Klinik des Bergmannsheil wird Prof. Dr. Thomas Armin Schildhauer. Er ist derzeit Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie des LKH-Universitätsklinikums Graz. Prof. Schildhauer hat bereits seine Facharztausbildung am Bergmannsheil absolviert und war lange Zeit Oberarzt der Chirurgischen Klinik des Bergmannsheil, später auch Leitender Oberarzt und ständiger Vertreter des Direktors der Chirurgischen Klinik. „Wir freuen uns, dass wir mit Prof. Schildhauer einen überaus würdigen Nachfolger gefunden haben“, sagte Geschäftsführer Hans-Werner Kick.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum – repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung. In 22 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 622 Betten werden jährlich mehr als 19.000 Patienten stationär und ca. 60.000 ambulant behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten kommen aus dem überregionalen Einzugsbereich. Weitere Informationen im Internet unter: <www.bergmannsheil.de>.
(idw, 09/2010)

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