Suchtforscher Karl Mann wird Seniorprofessor der Universität Heidelberg

Pressemitteilung

Heidelberg, 25. August 2016

Suchtforscher Karl Mann wird Seniorprofessor der Universität Heidelberg
Der Mediziner wird am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit weitere Forschungsaufgaben übernehmen

Der Mannheimer Suchtmediziner Prof. Dr. Karl Mann wird künftig als Seniorprofessor der Universität Heidelberg tätig sein. Mit seiner Ernennung zum September 2016 führt Prof. Mann seine Aufgaben in der Forschung weiter und betreut in den kommenden fünf Jahren verschiedene laufende Projekte. Zudem wird er als wissenschaftlicher Leiter die Entwicklung und Aktualisierung spezieller Therapieleitlinien im Bereich Sucht abschließen und die Universität als Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vertreten. Der Wissenschaftler war 15 Jahre lang Ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit und hatte zugleich eine Professur an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruperto Carola inne.

Die Universität Heidelberg vergibt den Titel Seniorprofessor an ausgezeichnete Forscher und akademische Lehrer. Mit ihrer Ernennung verfolgt die Universität das Ziel, den reichen Erfahrungsschatz emeritierter oder im Ruhestand befindlicher Professoren weiter aktiv zu nutzen. Zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Mann gehören Alkohol‐ und Nikotinabhängigkeit sowie die Verhaltenssüchte, zu denen krankhaftes Glückspiel und die „Internetsucht“ gehören. Diese Forschungsfragen stehen auch im Mittelpunkte der Projekte, die der Wissenschaftler als Seniorprofessor weiterführen wird. Von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde und der Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) wurde er zudem beauftragt, sogenannte S3-Leitlinien für Alkohol- und Tabak-bezogene Störungen zu entwickeln und zu aktualisieren. Dazu arbeiten unter seiner Leitung verschiedene Fachgesellschaften und Verbände sowie Angehörigen- und Patientengruppierungen zusammen. Zudem ist Prof. Mann Mitglied der WHO-Arbeitsgruppe Suchtbezogene Störungen, die sich mit der Weiterentwicklung internationaler Standards zur Klassifizierung von Diagnosen befasst.

Karl Mann studierte Humanmedizin in Mainz, Innsbruck und Wien mit Studienaufenthalten in den USA. Nach Promotion und Approbation arbeitete er als Research Fellow in Paris. Über Stationen in Mainz und Tübingen – hier erfolgte auch die Habilitation – kam der Wissenschaftler 1999 als Professor für Suchtforschung an die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Von 2006 an wirkte er am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit auch als stellvertretender Direktor. Prof. Mann ist Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, in denen er sich auch in verantwortlicher Funktion engagierte, darunter als Präsident der DG-Sucht, der International Society for Biomedical Research on Alcoholism und der von ihm mitbegründeten European Federation of Addiction Societies. Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Im April dieses Jahres erhielt er den European Addiction Research Award, im September wird er den renommierten James B. Isaacson Award for Excellence in Alcohol Research 2016 verliehen bekommen. Bisher hat er rund 450 Publikationen in Fachzeitschriften, etwa 100 Buchkapitel und 19 Bücher veröffentlicht.

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