Studierende leisten Aufklärungsarbeit zur Organspende

Die Themen „Organspende“ und „Hirntod“ sind in der öffentlichen Diskussion häufig geprägt von unvollständiger Information, Skepsis und Angst. Die Verunsicherung der Bevölkerung drückt sich in den letzten Jahren in gesunkener Organspendebereitschaft aus.
Medizinstudierende verschiedenster Universitäten bundesweit haben sich deswegen zu einem Netzwerk, der AG „Aufklärung Organspende“, zusammengeschlossen. Gegründet im Jahr 2014 ist die AG „Aufklärung Organspende“ ein Projekt der AG „Public Health und Entwicklungszusammenarbeit“ der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD).

Ziel dieser Initiative ist eine sachliche und neutrale Informations- und Öffentlichkeitsarbeit auf Basis aktueller Leitlinien, um eine gesellschaftliche Diskussion anzuregen. Dafür organisieren die jeweiligen Lokalgruppen unter anderem Schulbesuche, öffentliche Informationsveranstaltungen und Vortragsreihen für interessierte Studierende, in denen sie die unterschiedlichen Aspekte der Organspende diskutieren.

„Dem Namen unserer Arbeitsgruppe ist bewusst kein „für“ oder „gegen“ vorangestellt. Wir haben uns einen völlig neutralen Diskurs zum Ziel gesetzt und thematisieren auch kritische Aspekte wie Vorurteile gegen das Transplantationswesen, die Allokationsskandale der vergangenen Jahre und weitere Kritikpunkte“, erläutert Charlotte Lücht, Gruppenleiterin der AG „Aufklärung Organspende“ an der Universität Regensburg.

Um das Zusammenwirken der lokalen Arbeitsgruppen zu koordinieren, finden in regelmäßigen Abständen Bundestreffen der Initiative statt. Diese ermöglichen einen ständigen Austausch, die Entwicklung gemeinsamer Strategien sowie die Organisation überregionaler Projekte. Vom 21. bis 23. Oktober 2016 fand dieses Treffen erstmals am Universitätsklinikum Regensburg statt. Inklusive der Vertreter der Lokalgruppe Regensburg, einem Teil der Fachschaft Humanmedizin Regensburg e.V., nahmen insgesamt 45 Personen aus den Universitäten Berlin, Essen, Greifswald, Hamburg, Heidelberg, Köln, Mannheim, München und Würzburg teil.
In Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des UKR unter Leitung von Professor Dr. Martina Müller-Schilling und der Abteilung für Nephrologie des UKR unter Leitung von Professor Dr. Bernhard Banas konnten Ärzte und Betroffene für die inhaltliche Ausgestaltung des Treffens gewonnen werden. In einem Vortrag zeigte Professor Banas rechtliche Rahmenbedingungen der Transplantationsmedizin auf. Des Weiteren standen verschiedene Workshops zur Auswahl. Als didaktischer Teil wurde den Studierenden vermittelt, wie sie Schüler motivieren können, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und ihr Interesse zu wecken. Weitere Workshops beschäftigten sich mit ethischen Fragestellungen wie „Organspendeskandale: Was antworte ich kompetent auf Schülerfragen?“, „Möchte ich überhaupt Empfänger werden? – Vorbereitung auf die psychischen und körperlichen Folgen einer Transplantation“ und „Lebendspende – Möglichkeiten und Grenzen“. Besonders anschaulich wurden die Workshops für die Teilnehmer, da neben den Ärzten auch Transplantierte und Angehörige von Organspendern zu Wort kamen und von ihren eigenen Erfahrungen berichteten.

„Durch ihr Engagement in der AG Aufklärung Organspende übernehmen die Studierenden einen gesellschaftlichen Auftrag und leisten einen wichtigen Beitrag zum Diskurs über ein sensibles Thema unserer Zeit. Die Initiative der Studierenden zu unterstützen, indem wir sie umfangreich aufklären und ihnen valide Informationen für ihre weitere Arbeit an die Hand gaben, war uns daher ein wichtiges Anliegen“, so Professor Dr. Martina Müller-Schilling.

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