Studierende entwickeln telemedizinisches Szenario zur Dosierung von Blutgerinnungs-Medikamenten mittels Handy und

Gezielte Medikamenten-Dosierung
Als geeigneten Anwendungsfall für das sogenannte Closed-Loop-Telemonitoring-Szenario wählten die Studierenden die orale Antikoagulationstherapie aus, in deren Mittelpunkt die Gabe von Medikamenten zur Blutgerinnung steht. Das von den Studierenden entwickelte Szenario verläuft folgendermaßen:

· Die Patientinnen und Patienten nehmen täglich ihre gerinnungshemmenden Medikamente zu sich, wobei sie die Pillen aus sogenannten Smart Blistern entnehmen.
· Diese elektronischen Blister speichern Position und Zeitpunkt der Tablettenentnahme und können diese Daten mittels Nahfunk an ein Mobiltelefon übertragen.
· Die Patientinnen und Patienten messen in regelmäßigen Abständen die Blutgerinnung anhand eines Messgerätes für den Heimgebrauch, das die Messdaten ebenfalls an ein Mobiltelefon übertragen kann.
· Die am Mobiltelefon gesammelten Daten (eingenommene Dosis und Gerinnungswert) werden in standardisierter Form an die Datenzentrale übermittelt, wo sie mit den individuellen therapiespezifischen Zielparametern verglichen werden.
· Als Folge wird ein automatisches Feedback generiert, das gegebenenfalls eine Dosierungsanpassung oder eine Verhaltensänderung vorschlägt.
· Dieses Feedback wird zur Freigabe bzw. Modifikation durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt auf ihrem/seinem iPhone dargestellt.
· Erst nachdem die Ärztin oder der Arzt die Freigabe erteilt hat, wird die Feedbacknachricht an das Mobiltelefon der Patientinnen und Patienten geschickt, die diese Anweisung in ihrer Selbsttherapie berücksichtigen.

Am Projekt arbeiten die Studierenden Stefan Raschhofer, Birgit Allmer, Stephanie Fürst, Katharina Haring, Simon Hirschmann, Christian Karl Krainer, Rene Labenbacher, Georg Ofner, Bernadette Pierer, Carina Seerainer, Gernot Michael Schwarz, Daniela Waltritsch, Sebastian Zöscher und Manuel Obenaus mit.
Sie werden von Stefan Sabutsch und Harald Burgsteiner vom Studiengang „Health Care Engineering“ der FH JOANNEUM sowie Jürgen Morak und Karl Kreiner vom AIT Austrian Institute of Technology (Safety & Security Department) betreut.

Bestnoten für die Workshops
Studiengangsleiter Helfrid Maresch: „Im Rahmen der Kooperation mit dem AIT ergibt sich für unsere Studierenden die Möglichkeit, aktiv an Forschungsarbeiten mitzuwirken und gleichzeitig ihre Ergebnisse auf dem Prüfstein einer internationalen wissenschaftlichen Veranstaltung vorzustellen. Bereits in den letzten Jahren wurden diese kooperativen Workshops von den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern mit Bestnoten bewertet. Wir sind dem AIT und Herrn Schreier für diese ideale Verknüpfung von Wissenschaft, berufspraktischer Anwendung und Hochschullehre sehr dankbar, weil sie unsere Studierenden zu außerordentlichen Leistungen anspornt.“

Die internationale wissenschaftliche Tagung „eHealth 2010“ wird bereits zum vierten Mal vom AIT Austrian Institute of Technology (Safety & Security Department) organisiert und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Patient Centered Systems – der Mensch im Fokus“. Die Tagung bringt internationale Expertinnen und Experten zusammen, um über eine effizientere medizinische Versorgung durch den Einsatz von Computer, Internet und Mobiltelefon zu diskutieren. Weitere Informationen einschließlich des detaillierten Tagungsprogramms sind unter http://www.ehealth2010.at abrufbar.
(idw, 05/2010)

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