Studie zum Thema Berufseinmünung in der Sozialen Arbeit und Pflege

Die Studie „Berufseinmündung in der Sozialen Arbeit und Pflege. Gemeinsame Verantwortung für Hochschulen und Anstellungsträger“ befasst sich mit den Veränderungen durch die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen und deren Auswirkungen auf die Berufseinmündung. Das Forschungsprojekt stützt sich zum einen auf statistische Auswertungen von Arbeitsmarktdaten und Absolventenbefragungen, zum anderen auf qualitative Interviews mit personalpolitischen Experten und Personalverantwortlichen von Verbänden und Anstellungsträgern im Bereich Soziale Arbeit und Pflege.

Bisherige Studienergebnisse
1. Bedeutung der praktischen Studieninhalte

Eine gravierende Veränderung bei der Umstellung von Diplom auf Bachelor war die Verkürzung der Praktikumszeit von zwei Semestern auf ein Semester. Alle Befragten schätzen die praktischen Anteile im Studium als sehr wichtig ein. Die Verkürzung der Praktikumszeit führte daher zur Irritationen bei den Anstellungsträgern. Diese vertreten laut Studie die Ansicht, weniger Nutzen von den Praktikanten während des Studiums zu haben. Hinzu kämen Kosten und Zeit für eine intensivere Anleitung. Zudem ist aus Sicht der Praxisvertreter die Einübung der Handlungskompetenzen sehr wichtig. Viele erwarten, wie aus den Interviews hervorgeht, dass die Absolventen die Hochschule möglichst einschlägig beschäftigungsfähig für die jeweiligen Arbeitsfelder verlassen.
Die Verkürzung des Praktikums stellt somit hohe Anforderung an das Praxisbegleitsystem der Hochschule als auch an die Praxisanleitung und Praktikumsgestaltung bei den Anstellungsträgern. Die Hochschule und die Praxisträger müssen sich daher über die Zielsetzungen, Inhalte und struk-turellen Rahmenbedingungen der Praxisphasen verständigen.
Ein Workshop befasste sich daher mit den Anforderungen an die Kooperation von Hochschule und Praxis. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörterten die Frage, wie sie bestehende Kooperationsformen weiterentwickeln und die Brücke zwischen Theorie und Praxis stärken können.
In den Diskussionen wurde deutlich, dass der Dialog zwischen beiden Parteien intensiviert werden sollte. Zudem sei es wichtig, gemeinsame Qualitätsstandards für das praktische Studiensemester festzulegen.

2. Hochschulabsolventen in der Pflege

Im Bereich Pflege befasst sich die Studie insbesondere mit den Karrierewegen der Absolventen. Im Fokus steht beispielsweise der Studiengang Pflege dual, der vor zwei Jahren an der KSFH eingeführt wurde. Die Studierenden erhalten sowohl einen Bachelor-Abschluss als auch einen Abschluss als staatlich examinierter staatlich examinierter Altenpfleger bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger. Durch dieses Modell erhöht sich die Attraktivität für potenzielle Nachwuchskräfte in der Pflege insgesamt. Allerdings stehen die Karrierewege sowie die Verwertbarkeit des Abschlusses noch offen. Ähnlich sieht die Situation bei den Masterabsolventen in der Pflege aus. Der Abschluss eröffnet den Absolventen zwar individuelle Karrierewege, definierte Berufspositionen und Karrieremuster fehlen bisher.
Die Studie brachte zudem hervor, dass Berufsanfänger in Pflegepädagogik und Pflegemanagement vor sehr hohe Anforderungen, wie Kursleitung, Budgetverantwortung oder Leitungsverantwortung gestellt werden. Bei der Vorbereitung und der Einarbeitung auf diese Tätigkeiten sehen einige Absolventen noch Handlungsbedarf. Hier könnten ausgearbeitete Einarbeitungskonzepte zum Einsatz kommen.

Die Studie kommt somit zu dem Ergebnis, dass die unterschiedlichen Erwartungen und Anforderungen an die Studiengänge aus Sicht der Praxis und der Hochschule kommuniziert werden müssen. Insbesondere bei Pflege dual ist eine breitere Verständigung über die vermittelten Kompetenzniveaus und die spezifischen Einsatzmöglichkeiten der Absolventen nötig.
Angesichts der hohen Anforderungen an Managementpositionen in der Pflege ist es laut Studie sinnvoll, Personalentwicklungsmaßnahmen gezielt mit Studiengängen zu verbinden, zum Beispiel durch Traineeprogramme. Die Hochschule muss in der Praxisausbildung das Anforderungsprofil, das Anstellungsträger erwarten, stärker berücksichtigen.
In der anschließenden Diskussion zu diesen Ergebnissen, war es den Teilnehmer wichtig, die Kompetenzprofile der einzelnen Berufsbilder deutlicher hervorzuheben. Für die Berufseinmündung der Pflege dual-Absolventen sei es wichtig, mit Öffentlichkeitsarbeit Ängste und Ressentiments abzuwenden.

3. Berufseinmündung in der Sozialen Arbeit

In diesem Themenkomplex befasste sich die Studie zum einen mit den Anforderungen an Bachelor-Absolventen der Sozialen Arbeit, zum anderen mit den Karrierewegen von Masterabsolventen, für die oftmals noch keine Strukturen bei den Anstellungsträgern geschaffen sind.
Alle befragten Einrichtungen haben Richtlinien zur Einarbeitung, die immer eine feste Regelung hinsichtlich der Ansprechpartner sowie feste Schulungstage umfasst. Je größer und strukturierter eine Einrichtung ist, desto mehr konzeptionelle Überlegungen und klare Einarbeitungsstrukturen sind vorhanden.
Einige der befragten Einrichtungen stehen Masterabsolventen noch mit Skepsis gegenüber und haben für diese neue Berufsgruppe selten Stellenbeschreibungen ausgearbeitet. Im Gegensatz zum konsekutiven Master wird in den Weiterbildungsmastern, die Berufserfahrung voraussetzen, eine positive Vertiefung vorhandener Praxiserfahrungen gesehen.
Grundsätzlich sind neue Stellenbeschreibungen notwendig, um die spezifischen Qualifikationen von Masterabsolventen berücksichtigen zu können. Dies sollte mit Veränderungen im Tarifsystem und in den Gehaltsstrukturen einhergehen.

Fazit

Der Fachtag hat bestätigt, dass bereits eine gute Kooperation zwischen der KSFH und den Anstellungsträgern besteht. Dies ist eine gute Basis, um die Berufseinmündung zu optimieren. Daher hat die Studie, die noch bis März 2012 läuft, das Ziel, die Herausforderungen der Berufseinmündung zu benennen und Empfehlungen für alle Beteiligten zu entwickeln. Diese werden 2012 in einer Projektdokumentation veröffentlicht.

Über die Studie:
Die Studie „Berufseinmündung in der Sozialen Arbeit und Pflege. Gemeinsame Verantwortung für Hochschulen und Anstellungsträger“ wird vom Förderverein Katholische Stiftungsfachhochschule München e.V. mit ca. 7000 Euro gefördert. Die Projektleitung liegt bei Birgitta Greilinger, Leiterin des Praxis-Centers München. Prof. Dr. Peter F. Lenninger hat die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernommen und führt mit Andrea Glodek, Projektmitarbeiterin, die Studie durch.

Scroll to Top