Studie gibt Überblick über Multitasking und Arbeitsunterbrechungen

Viele Chefs freuen sich über Mitarbeiter, die die Fähigkeit haben, mehrere Aufgaben parallel zu bearbeiten oder die trotz häufiger Unterbrechungen effizient arbeiten. Doch häufige Unterbrechungen können den Menschen überfordern ebenso wie Multitasking. Sie können einen Lerneffekt haben, aber auch Stress auslösen. Bei beiden laufen ähnliche Prozesse bei der Verarbeitung ab. Über die Lebensspanne hinweg nehmen die Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Arbeitsgedächtnisleistung und die Fähigkeit zum schnellen Aufgabenwechsel ab. Diese Defizite lassen sich jedoch durch Erfahrung und einfache Hilfsmittel ausgleichen.

Der vorliegende Bericht beschreibt die Konzepte Arbeitsunterbrechungen und Multitasking im Einzelnen. Dazu bezieht er die aktuelle Forschung verschiedenster Disziplinen der Wissenschaft ein. Anschließend werden beide Konzepte gegenübergestellt und in Bezug auf das Alter diskutiert. Danach stellen die Autoren mögliche Methoden vor, mit denen sich Multitasking, Unterbrechungen und Konstrukte erheben lassen, die mit diesen Phänomenen in Beziehung stehen. Das abschließende Kapitel beleuchtet die beiden Konzepte in Bezug auf Stress. Dazu führt der Bericht in verschiedene Theorien der Stressforschung ein, um im Anschluss die Belastungsfolgen von Multitasking und Unterbrechungen zu beschreiben. Letztendlich entstand ein Modell, das einen Überblick über mögliche Wirkfaktoren auf Leistungsminderungen und das Erleben von Stress in Zusammenhang mit Unterbrechungen und Multitasking ermöglicht.

„Arbeitsunterbrechungen und Multitasking. Ein umfassender Überblick zu Theorien und Empirie unter besonderer Berücksichtigung von Altersdifferenzen“; A. Baethge, T. Rigotti; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2010; ISBN: 978-3-88261-122-9; 95 Seiten, Projektnummer F 2220, PDF –Datei
Der Bericht befindet sich zum Herunterladen unter auf der BAuA-Website in der Rubrik Publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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