Strategie für zukünftige Nutztierhaltung

Steigende Bestandsgrößen, hohe Tierleistungen und regionale Konzentrationen – viele Verbraucher in Deutschland bewerten die Entwicklungen der modernen Tierhaltung kritisch und stehen ihr skeptisch gegenüber. Immerhin: der starke Anstieg der Produktivität hat dafür gesorgt, dass heute eine breite Palette qualitativ hochwertiger Lebensmittel zu niedrigen Preisen zur Verfügung steht. Die Wirtschaft verweist auf den zunehmenden Wettbewerb, das preisbewusste Einkaufsverhalten der Verbraucher und den Zwang zur Rationalisierung. Mit Blick in die Zukunft ist zu erwarten, dass sich der Trend zu hohen Tierleistungen und rationellen Tierhaltungssystemen weiter verstärkt und Verbrauchererwartungen und Realität in der Nutztierhaltung zunehmend auseinander klaffen.

Das „Fachforum Nutztiere“ der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) stellt sich dieser Gesamtproblematik. Mit vereinten Kräften wollen die Mitglieder die moderne Nutztierhaltung messbar verbessern und stärker mit den gesellschaftlichen Erwartungen in Einklang bringen. Die Voraussetzungen für diese Offensive ist ein langfristig angelegtes Gesamtkonzept, das im Entwurf an die DAFA-Mitglieder versandt wurde und unter Beteiligung von Wirtschaft und Verbrauchern am 4./5. Oktober diskutiert und weiter entwickelt werden soll.

Kernelemente eines solchen Konzepts sind Interdisziplinarität und Umsetzungsorientierung, so die Arbeitsgruppe um die Initiatoren Folkhard Isermeyer (vTI Braunschweig) und Thomas Jungbluth (Uni Hohenheim). Allerdings muss für eine erfolgversprechende Weiterentwicklung von Haltungssystemen und Züchtungskonzepten das Zusammenspiel von naturwissenschaftlich-produktionstechnischer und sozioökonomischer Forschung wesentlich intensiviert, oder sogar völlig neu aufgebaut werden. Für die praktische Umsetzung ist es wichtig, die anstehenden Forschungsaktivitäten an den realen Bedingungen der Nutztierhaltung zu prüfen. Die Einbeziehung von Verbrauchern in das wissenschaftliche Konzept bietet die Chance für tiefergehende Analysen zur Meinungsbildung, um daraus Schlussfolgerungen für die Kommunikation ableiten zu können. Unabdingbare Grundlage für den gesellschaftlichen Dialog ist die neutrale, unabhängige und kontinuierlichen Bestandsaufnahme des Zustandes der Tierhaltung in Deutschland.

Zur Fachforumsveranstaltung am 4./5. Oktober 2011 treffen sich Wissenschaftler/-innen der DAFA-Mitgliedseinrichtungen sowie Unternehmen, Verbände, Interessengruppen sowie Forschungsförderer in Hannover. Das Programm der Veranstaltung steht unter: www.dafa.de/de/startseite/veranstaltungen/fachforum-nutztiere/programm.html

Pressekontakt:
Dr. Doris Lange
Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA)
Geschäftsstelle
38116 Braunschweig
Telefon: 0531 / 596-1019
E-mail: d.lange@dafa.de

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