„Strahlenschutz – Ein Jahr nach Fukushima“ – Symposium an der Uni Mainz

Am 11. März 2011 ereignete sich in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi eine der schwersten nuklearen Katastrophen. Ein Jahr nach dem folgenreichen Vorfall wird sich ein zweitägiges Symposium in Mainz mit den Ereignissen von Fukushima und ihren Auswirkungen befassen. Wissenschaftler und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen wie Kernchemie und Strahlenschutz, Medizin, Medien und Umweltbehörden diskutieren über die Vorfälle, die Reaktionen der Öffentlichkeit und die kurz- und langfristigen Folgen. Die Veranstaltung „Strahlenschutz – ein Jahr nach Fukushima“ wird vom Deutsch-Schweizerischen Fachverband für Strahlenschutz e.V. (FS) und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) organisiert. Zu einer Abendveranstaltung am 8. März ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Das Erdbeben am 11. März 2011 vor der Nordostküste Japans und der nachfolgende Tsunami haben schwere Verwüstungen in der betroffenen Region verursacht. Es starben mehr als 20.000 Menschen, mehr als 100.000 Einwohner haben ihr Zuhause verloren und wurden evakuiert. Etwa 10.000 Menschen leben derzeit noch in Notunterkünften. Ausgelöst durch die Naturkatastrophe ereignete sich im Atomkraftwerk Fukushima ein schwerer Unfall, bei dem große Mengen radioaktiven Materials ausgetreten sind. Es mussten in der Folge weitere Evakuierungsmaßnahmen ergriffen und eine Sperrzone eingerichtet werden. Die Sperrzone wird noch für lange Zeit aufrechterhalten bleiben müssen.

Die Ereignisse in Japan und die teilweise widersprüchlichen Meldungen zu den radiologischen Auswirkungen haben, verstärkt durch die Debatte um den Ausstieg aus der Atomenergienutzung in Deutschland und der Schweiz, zur Verunsicherung und Sorge großer Teile der Bevölkerung beigetragen.

Mit einem Jahr Abstand soll nun im Rahmen des Symposiums den Fragen fundiert nachgegangen werden:
Wie werden die unmittelbar nach dem Unfall eingeleiteten Strahlenschutzmaßnahmen heute bewertet? Wie ist der aktuelle Stand der Arbeiten an der Fukushima-Anlage? Welche Auswirkungen hat die Freisetzung radioaktiver Stoffe für die Bevölkerung und die Umwelt in Fukushima und der Umgebung? Wie sind die unterschiedlichen Reaktionen auf den Unfall von Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zu verstehen und wie wurde das Thema in den Medien aufgearbeitet? Wie kann die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Medien zukünftig verbessert werden?

Diese und weitere Fragen werden am 8. und 9. März 2012 bei der Veranstaltung, die im Max-Planck-Institut für Polymerforschung auf dem Mainzer Campus stattfindet, von den Experten erörtert. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu einer Abendveranstaltung am Donnerstag, 8. März um 19:00 Uhr eingeladen. Der Physiker und Strahlenschutzexperte Rolf Michel wird über den „Reaktorunfall von Fukushima Daiichi und seine Folgen für Mensch und Umwelt“ sprechen, der Mainzer Publizistikprofessor Gregor Daschmann über „Medienberichterstattung und Risiko-Wahrnehmung“. Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden im Staudinger Hörsaal, Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Ackermannweg 10, 55128 Mainz statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:
Dr. rer. nat. Gabriele Hampel, Ak. Dir.
Institut für Kernchemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25324
Fax +49 6131 39-26047
E-Mail: gabriele.hampel@uni-mainz.de
http://www.kernchemie.uni-mainz.de

Prof. Dr. Joachim Breckow
Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz
Technische Hochschule Mittelhessen
Wiesenstr. 14
D 35390 Gießen
Tel. +49 641 309 2327 oder 0171 788 0604
E-Mail: joachim.breckow@mni.thm.de

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