Stimme ist Körper und Bewegung!

Schon der gebürtige Leipziger Richard Wagner hatte festgestellt, dass „das älteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, die menschliche Stimme ist.“ Drei Tage lang stellen rund 500 Mediziner, Gesangspädagogen und Musiklehrer aus dem deutschsprachigen Raum sie in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit.
Die menschliche Stimme entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Organsysteme. Maßgeblich beteiligt sind Körperhaltung, Muskelspannung und die Verfassung des Organismus. Stimme entsteht nie allein im Kehlkopf, sondern braucht den gesamten Körper. Besonders überzeugend wirken Menschen, bei denen stimmlicher und körperlicher Ausdruck harmonieren. Weil sich Kinder und Jugendliche während ihres Wachstums ständig verändern, spielen diese körperlichen Wechselwirkungen bei ihnen eine ganz besondere Rolle. Nicht Stillsitzen ist angesagt, sondern Singen in Bewegung – bis hin zu Bodypercussion, was ein Berliner Rhythmustrainer anschaulich demonstrieren wird.

Von Pop bis Oper
„Kinder wünschen sich das zu singen, was sie hören. Das sind vor allem Pop und Musicals“, sagt Michael Fuchs, wissenschaftlicher Leiter des Symposiums und Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie an der Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik der Universität Leipzig. „Die Phoniatrie ist gefordert, sich den Kinderwünschen zu öffnen. Glücklicherweise hat gerade der Sektor viel an Bewegungselementen zu bieten.“ Ein gutes Beispiel dafür ist die Musical Akademie für Teens aus Hamburg, die ebenso wie der Leipziger Gebärdenchor während des Symposiums auftreten wird. Angeregt davon fragt ein Workshop, wie viel Bewegung ein Sänger überhaupt braucht und zeigt, wie körperliche Präsenz gefördert werden kann.
Dass auch Oper Kinder zu bewegen vermag, wird in einem weiteren Workshop mit Unterstützung von Kindern der Komischen Oper Berlin an der Einzelstimmausbildung demonstriert. In diesem Musikgenre werden Stimme, Körper und Bewegung als Kunstform vereint. Kinder lieben es, in Kostüme und andere Rollen zu schlüpfen. Nicht umsonst sind Kinderopern immer häufiger auf den Spielplänen der Häuser zu finden.

Ausdruck körperlichen Wohlbefindens
Wie stark Stimme und Körper verbunden sind, lässt sich auch an negativen Veränderungen ablesen. So können Gesangslehrer körperliche Störungen wie Magersucht recht früh bei Ihren Schülern wahrnehmen. Nicht nur durch die regelmäßige, vertraute Nähe, sondern auch aufgrund von Anzeichen im „Klangkörper“. Ob Singen auch bei Sprachentwicklungsstörungen hilft, wird in einem der Vorträge beleuchtet. Der Hauptvortrag „Singen als Bewegungskunst“ wird von Prof. Eckart Altenmüller von der Musikhochschule Hannover gehalten. Den Mediziner und Flötist interessiert die Neurobiologie stimmlichen Lernens und sängerischen Ausdrucks.

Im Jahr 2012 wird das 10. Leipziger Stimm-Symposium vom 24. bis 26. Februar zum Thema „Kooperationen zwischen Wissenschaft und Praxis“ stattfinden.

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Sehr geehrte Medienvertreter/-innen,

anstatt einer Pressekonferenz sind Sie in diesem Jahr herzlich eingeladen, an den Vorträgen und Workshops des 9. Leipziger Stimm-Symposiums teilzunehmen. Dort können Themen, Experten, Motive und Atmosphäre am besten eingefangen werden. Die Workshops finden in 5 Durchgängen jeweils parallel statt, der erste am Freitag ab 17.30 Uhr, der letzte am Sonntag ab 10.30 Uhr. Alle Zeiten und Inhalte entnehmen Sie bitte dem Programm ab S. 16.

Vor Ort melden Sie Ihren Teilnahmewunsch bitte im Tagungsbüro an.

Sie sind ebenfalls zum geselligen Abend am Samstag, 26. Februar ab 19.30 Uhr und zum Auftritt der Hamburger Musical Akademie for Teens gegen 21 Uhr eingeladen.

Tagungsleiter: Prof. Dr. Michael Fuchs
Telefon: +49 341 97-21800
E-Mail: michael.fuchs@medizin.uni-leipzig.de

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