Stiftung stellt Forschung zu zwei neurologischen Fragestellungen sicher

Dank der Unterstützung durch die gemeinnützige Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung in Höhe von insgesamt fast 700.000 Euro können Wissenschaftler der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim in den kommenden drei Jahren zwei interessante Forschungsansätze verfolgen. Eines der Projekte befasst sich mit dem Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit des Gehirns, das andere mit der Wechselwirkung von vaskulären und neurodegenerativen Erkrankungen.

Lassen sich die Alterungsprozesse des Gehirns durch eine aktive Lebensführung beeinflussen?

In dem von Dr. Martin Griebe und Professor Dr. Kristina Szabo geleiteten Projekt untersuchen die Wissenschaftler, ob regelmäßiges Kraft-/Ausdauertraining oder Tanz-Training die kognitive Leistungsfähigkeit sowie die strukturelle und funktionelle Anpassungsfähigkeit des Gehirns, die so genannte „neuronale Plastizität“, beeinflussen kann.

Dass die Aufnahme einer regelmäßigen sportlichen Betätigung die Lebensqualität grundsätzlich verbessert, konnten die Wissenschaftler bereits in einer vorhergehenden Studie nachweisen. In dem neuen Projekt soll nun weiter erforscht werden, wie eine aktive Lebensführung die Alterungsprozesse des Gehirns beeinflusst. Dazu sollen Teilnehmer im Alter von über 60 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Formen von Demenz haben, ein zwölfmonatiges Training – im Turnverein TSV Mannheim von 1846 e.V. oder in der Tanzschule CreaDom – absolvieren. Sie werden dabei von den Medizinern der Neurologischen Klinik begleitet.

Interessierte Hausärzte und Personen, die an dem Training teilnehmen möchten, erhalten weitere Informationen telefonisch (0621 / 383 5265) oder im Internet (www.umm-training.uni-hd.de).

Das Projekt wird über drei Jahre mit insgesamt 320.000 Euro gefördert.

Wie beeinflusst ein Schlaganfall das Risiko für eine Demenz?

Ein von Professor Dr. Marc Fatar geleitetes Projekt erforscht die mögliche Wechselwirkung von Schlaganfall und Demenz, und damit die Schnittstelle zwischen Gefäßerkrankungen und neurodegenerativen Erkrankungen. Die Arbeit setzt auf experimentellen Daten der Arbeitsgruppe um Professor Fatar zur zerebralen Amyloid-Angiopathie auf, einer Erkrankung der Blutgefäße des Gehirns, die durch Ablagerungen des Peptids Beta-Amyloid hervorgerufen wird. Bei der Amyloid-Angiopathie im Menschen kommt es gehäuft zu Mikroblutungen und Schlaganfällen mit schweren Hirnblutungen.

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Schlaganfallereignisse eine Demenz verstärken und auslösen können. Daten der Mannheimer Neurowissenschaftler belegen, dass sich vaskuläre Amyloid-Ablagerungen und arteriosklerotische Gefäßveränderungen gegenseitig beeinflussen und verstärken. Die Wissenschaftler vermuten, dass hierbei Amyloid-Ablagerungen, Entzündungsprozesse, eine gestörte Blut-Hirn-Schranke und Durchblutungsstörungen den Untergang von Nervenzellen beschleunigen und damit zur Neurodegeneration und dem klinischen Bild einer Demenz führen.

In der klinischen Studie werden Patienten mit einem akuten Schlaganfall und einer nach der diagnostischen Bildgebung wahrscheinlichen zerebralen Amyloid-Angiopathie des Gehirns untersucht und deren gegenseitige Wechselwirkung analysiert.

Das Projekt wird über drei Jahre mit insgesamt 375.000 Euro gefördert und dabei die bestehenden experimentellen Untersuchungen im Sinne eines translationalen Konzepts ergänzen.

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