Stiftung Auge empfiehlt Diabetespatienten regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt

Die Stiftung Auge rät deshalb allen Diabetespatienten, auf einen niedrigen Langzeit-Blutzuckerwert und auf einen normalen Blutdruck zu achten. Darüber hinaus sollte mindestens einmal jährlich eine Kontrolle beim Augenarzt erfolgen.

Patienten mit der Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko, Schäden an den Blutgefäßen zu entwickeln. Gerade die Blutgefäße der Netzhaut – der Fachausdruck lautet Retina – sind hiervon besonders betroffen. Die zuckerbedingte Netzhauterkrankung, die sogenannte diabetische Retinopathie, führt unbehandelt zu massiven Sehstörungen; im schlimmsten Fall kann der völlige Sehverlust drohen. „Jeder Patient sollte bei der Diagnose eines Diabetes zugleich auch einen Augenarzt konsultieren und den Befund mindestens einmal im Jahr kontrollieren lassen – auch wenn der Patient keine Beschwerden hat“, erklärt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik in Bonn. Bei Sehstörungen müsse der Augenarzt sofort aufgesucht werden.

Im Anfangsstadium verursachen die Gefäßveränderungen in der Netzhaut häufig keine Symptome. Wenn der Patient Beschwerden wie unklares Sehen oder blinde Flecken wahrnimmt, hat die Krankheit meist schon größere Bereiche der Netzhaut erfasst. „Die Frühsymptome kann nur der Augenarzt durch eine medikamentöse Weitstellung der Pupillen und möglicherweise erforderliche weiterreichende Untersuchungen erkennen. Die Feststellung der Sehschärfe reicht zur Früherkennung nicht aus“, warnt Professor Holz. Je früher die Veränderungen im Auge erkannt werden, umso leichter und erfolgreicher ist die Behandlung. Ist bereits die Stelle des schärfsten Sehens betroffen, der gelbe Fleck oder Makula, spricht man von einer diabetischen Makulopathie. Im schlimmsten Fall kann dabei die Erblindung drohen. „Frühzeitige Diagnose und Behandlung können den Verlust des Augenlichts verhindern“, betont Holz. „Patienten mit Diabetes müssen deshalb regelmäßig zum Augenarzt. Ist die zuckerbedingte Netzhauterkrankung bereits ausgebrochen, sollten die Kontrollen in kürzeren Intervallen erfolgen.“

Den Augenspezialisten stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine Laserbehandlung kann Gefäßveränderungen bremsen und Blutungen in den Glaskörper und eine Netzhautablösung verhindern. Ist die diabetische Retinopathie schon weiter fortgeschritten, drohen eine Blutung oder Netzhautablösung. Dann versuchen Augenärzte den Patienten chirurgisch vor der Erblindung zu bewahren. In manchen Fällen setzen Ärzte auch Medikamente ein, die sie im Rahmen eines operativen Eingriffs in den Glaskörper spritzen. Diese Eingriffe erfolgen in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung, meist in monatlichen Abständen. „Selbstverständlich müssen dann später auch die Sehhilfen entsprechend angepasst werden“, erläutert Holz.

Damit es möglichst gar nicht erst zu nennenswerten Gefäßveränderungen an den Augen kommt, können Menschen mit Zuckerkrankheit selbst vorbeugend aktiv werden und einen gesunden Lebensstil pflegen. Mit Hilfe des Internisten oder Hausarztes sollten Blutzucker und Blutdruck optimal eingestellt werden. „Ein niedriger Langzeit-Blutzuckerwert und ein normaler Blutdruck verhindern die zuckerbedingte Netzhauterkrankung und stoppen Veränderungen an der Netzhaut“, so der Mediensprecher der Stiftung Auge, Professor Dr. med. Christian Ohrloff, ehemaliger Direktor der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt. Patienten, Internisten oder Hausärzte und Augenärzte sollten im Team gemeinsam versuchen, zuckerbedingten Netzhauterkrankungen vorzubeugen, so Ohrloff. Dafür sei entscheidend, entsprechende Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen und durchzuführen.

Quellen:
http://cms.augeninfo.de/fileadmin/pat_brosch/diabetes.pdf

https://www.dog.org/?cat=229

PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie
Typ-2-Diabetes, Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen
Barrierefreie Internetversion, Version 01.00 vom März 2009

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