Stifterverband verlängert Stiftungsprofessur für Interventionelle Kardiologie am Uniklinikum

Professor Scheller konzentriert sich in seiner Forschungsarbeit gemeinsam mit Professor Ulrich Speck von der Berliner Charité vor allem auf spezielle Ballonkatheter zur Behandlung von Herzkranzgefäßen und anderen Gefäßen. Im Laufe von Erkrankungen wie zum Beispiel Arteriosklerose verengen sich diese Gefäße durch Ablagerungen oft so weit, dass der Blutfluss lebensgefährlich verringert wird. Ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall können die Folge sein.

„Diese Ablagerungen können wir mithilfe von Ballonkathetern beseitigen“, erklärt Professor Scheller. Dabei wird ein winziger Ballon in das verstopfte Gefäß eingeführt und anschließend auf den Durchmesser des Gefäßes erweitert. Das Blutgefäß wird mit dieser Methode soweit gedehnt, dass das Blut wieder besser fließen kann.

„Wir arbeiten an speziellen Beschichtungen dieser Ballonkatheter mit Medikamenten, die langfristig die Wiederverengung verhindern und möglicherweise zu einer Heilung des Gefäßes führen können.“ Seit dem Jahre 2009 sind beschichtete Ballonkatheter in Europa und Asien für die Behandlung von Verengungen der Herzkranzgefäße und der Beine zugelassen mit stetig steigenden Behandlungszahlen.

„Weiterhin entwickeln wir neue Konzepte, die die Bildung von kleinsten Rissen in der inneren Gefäßschicht kontrollieren sollen. Diese Risse können bei der herkömmlichen Behandlung mit einem Ballonkatheter entstehen“, erklärt Bruno Scheller einen Schwerpunkt seiner weiteren Arbeit. Ziel sei es, zukünftig dauerhafte Implantate im Gefäß vollständig zu vermeiden. Heutzutage werden meist so genannte Stents, eine Art röhrenförmige Gitterstütze aus Metall, in das Gefäß eingesetzt.

Professor Scheller forscht dabei nicht ohne praktischen Hintergrund. Er ist auch Oberarzt in der Homburger Uniklinik für Innere Medizin III und kennt daher die Probleme als praktizierender Arzt selbst aus erster Hand und sieht großen Bedarf an einer Weiterentwicklung dieser Behandlungsmethode.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördert Bruno Schellers Professur bis Ende Oktober 2017 mit insgesamt rund 1,1 Millionen Euro.

Kontakt:
Professor Dr. Bruno Scheller
Tel.: 06841/16-23350
E-Mail: bruno.scheller@uks.eu

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