„Stickstoff – zu viel des Guten?“

Der Klimawandel, die wachsende Weltbevölkerung und der Verlust der Artenvielfalt sind die prägenden Rahmenbedingungen der Landwirtschaft im 21. Jahrhundert. Während die einen die Lösung im ökologischen Landbau sehen, setzen die anderen auf eine weitere Intensivierung des konventionellen Agrarsektors. Doch wie effektiv sind diese Lösungen? Die geringe Ressourceneffizienz ist ein Hauptkritikpunkt an der ökologischen Wirtschaftsweise. Demgegenüber steht die dringende Notwendigkeit, negative Auswirkungen herkömmlicher
Landwirtschaft auf die Umwelt deutlich zu reduzieren. Die Vorlesungsreihe des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) im Wintersemester 2019/20 befasst sich unter dem Titel „Landwirtschaft am Limit – Welternährung im Wandel“ mit verschiedenen Aspekten der Landwirtschaft in einer globalisierten Welt.

Im dritten Vortrag am Montag, 2. Dezember 2019, richtet Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes, den Fokus auf den Stickstoffverbrauch in der Landwirtschaft und wirft in ihrem Vortrag die Frage auf „Stickstoff – zu viel des Guten?“. Durch Justus von Liebig wissen wir: Stickstoff ist für die Landwirtschaft unverzichtbar. Seit rund 100 Jahren ist es möglich, Stickstoffdüngemittel in beliebigen Mengen zu synthetisieren. Doch der nahezu unbegrenzte Stickstoffzufluss ist Segen und Fluch zugleich. Segen für steigende Erträge und sinkende Nahrungsmittelpreise – und Fluch für Gewässer, Artenvielfalt und Klima. Nur eine Landwirtschaft, die ihre Stickstoffkreisläufe stärker schließt, kann dieses Dilemma auflösen. Wie kommen wir dorthin?

Maria Krautzberger ist seit Mai 2014 Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA). Die studierte Soziologin und Verwaltungswissenschaftlerin war vor ihrem Amtsantritt zuletzt Staatssekretärin in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Davor war sie sechs Jahre lang Umweltsenatorin der Freien Hansestadt Lübeck und bekleidete zeitweise das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin.

Prof. Dr. Lutz Breuer, Professur für Landschafts-, Wasser- und Stoffhaushalt am Fachbereich 09 – Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der JLU, hat die aktuelle Vortragsreihe koordiniert. Sie richtet sich zugleich an ein universitäres Publikum und an die Öffentlichkeit in Stadt und Region. Alle Vorträge finden in der Aula im Universitätshauptgebäude (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen) statt. Sie beginnen – bis auf eine Ausnahme am 10. Februar 2020 um 18.15 Uhr – jeweils um 19.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Termine

2. Dezember 2019, 19.15 Uhr (Montag) • Maria Krautzberger
Stickstoff – zu viel des Guten?

16. Dezember 2019, 19.15 Uhr (Montag) • Thorsten Schäfer-Gümbel
Ernährungssicherung in Entwicklungsländern: Welche Potentiale bietet die Landwirtschaft?

20. Januar 2020, 19.15 Uhr (Montag) • Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger
Biologische Vielfalt und Landwirtschaft

3. Februar 2020, 19.15 Uhr (Montag) • Prof. Dr. Dirk Messner
Menschliche Entwicklung im Anthropozän – die Rolle der Vereinten Nationen

10. Februar 2020, (ausnahmsweise) 18.15 Uhr (Montag) • Julia Klöckner
Landwirtschaft Quo Vadis?

Veranstaltungsort:
Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Kontakt

Prof. Dr. Lutz Breuer, Professor für Landschafts-, Wasser- und Stoffhaushalt
Heinrich-Buff-Ring 26, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-37380; E-Mail: Lutz.Breuer@umwelt.uni-giessen.de

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