Stendaler Hochschulstandort koordiniert bundesweite Befragung zu rehabilitativen Leistungen

Stendal. Wie Menschen mit Behinderung mit rehabilitativen Leistungen versorgt werden, ist in Deutschland sehr unterschiedlich gelöst. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Leistungen sind Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben – besser bekannt als berufliche Rehabilitation. Um diese Leistungen möglichst individuell zu gewährleisten, ist eine sogenannte Bedarfsermittlung notwendig. Für die Bedarfsermittlung steht eine Vielzahl von verschiedenen, zum Teil außerordentlich aufwendigen diagnostischen Verfahren zur Verfügung. Bislang existiert keine systematische Übersicht, in welchen Bereichen der beruflichen Rehabilitation, bei welchen Menschen mit Teilhabestörungen, welche diagnostischen Verfahren zur Bedarfsermittlung eingesetzt werden. Darüber hinaus ist zu vermuten, dass unterschiedliche Akteure in der beruflichen Rehabilitation spezielle Bedarfe zur Weiterentwicklung dieser diagnostischen Verfahren sehen.

Um die Diagnostik in der Bedarfsermittlung zu systematisieren und potentielle Weiterentwicklungsmöglichkeiten abzuschätzen, wird ein Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung finanziert. Die entsprechenden Mittel stammen aus dem Ausgleichsfonds für die Belange behinderter Menschen. Geleitet wird dieses Projekt von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR), ein weiterer Projektpartner ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW). Das Projekt ist über 18 Monate angelegt und die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Matthias Morfeld aus dem Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Ein wesentlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Analyse besteht aus mehreren Expertenworkshops. So findet am 28.06.12 ein nationales Wissenschaftler-Treffen auf dem Campus in Stendal statt. Dazu eingeladen sind mehr als 50 WissenschaftlerInnen aus dem ganzen Bundesgebiet, die dem Forschungsprojekt die notwendigen wissenschaftlichen Impulse geben sollen.

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