Steigende Lärmbelastung nicht nur bei der Fußball-WM

Europa braucht Zukunftslösungen für besseres Hören – die aus dem niedersächsischen Auditory Valley stammen könnten. Denn hier befasst man sich schwerpunktmäßig mit dem grenzübergreifenden Problem und seinen Herausforderungen: Rund 70 Millionen Menschen leiden in Europa unter Schwerhörigkeit, Tendenz stark steigend. Lärmschwerhörigkeit ist die am häufigsten registrierte Berufskrankheit in der Europäischen Union und damit ein enormes volkswirtschaftliches Problem. „Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und von Schwerhörigkeit betroffenen Menschen zu helfen, ist ein erheblicher Aufklärungs- und Handlungsbedarf vorhanden. Hier müssen Politik, Gesundheitswirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Forschung gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungsansätzen arbeiten“, erklärt der Sprecher des Forschungs- und Entwicklungsclusters Auditory Valley, Prof. Dr. Dr. Kollmeier.

Ob implantierbare Hörsysteme, integrierte Hörgeräte-Technik für Fernsehen und Handy, Herausfiltern von Störgeräuschen bei Freisprechanlagen oder Video- und Konferenztechnik – darum und um viele weitere Innovationen drehen sich die Entwicklungen und Visionen der Spezialisten aus dem Auditory Valley. Ziel der morgigen Veranstaltung in der Landesvertretung Niedersachsen in Brüssel ist es, die gesamte Thematik sowie die Technologien von heute und morgen stärker ins Zentrum der europäischen Aufmerksamkeit zu rücken. Führende Forscher und Entwickler aus dem Auditory Valley bieten den europäischen Gästen aus Politik, Gesundheit und Wirtschaft spannende Ein- und Ausblicke in die Zukunftsbranche „Hören“.

Auditory Valley – Schneller Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Im weltweit einzigartigen Forschungs- und Entwicklungscluster Auditory Valley arbeiten Wissenschaftler, Mediziner und Industrievertreter gemeinsam an der medizinischen und audiologischen Optimierung von Hörsystemen. Mit der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik „HörTech“, der Abteilung medizinische Physik der Universität Oldenburg sowie den Hörzentren Oldenburg und Hannover führt der Cluster die umfassenden Expertisen in der Region Oldenburg/Hannover rund um das Thema Hören (Hörsysteme, Hördiagnostik) zusammen und greift in Kooperation mit den weltweit führenden Industrieunternehmen das volkswirtschaftlich wichtige Problem der Kommunikationsstörungen durch Schwerhörigkeit auf. Innovative Ideen und neueste Forschungsergebnisse werden im Auditory Valley in einem schnellen Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft in hochmoderne Produkte für die medizinische Rehabilitation und für die Consumer-Elektronik überführt.

Zukunftsmarkt Hörtechnologie – Chancen für Europa
Der Markt für Hörsysteme weist ein erhebliches Wachstumspotenzial auf. Ein wichtiger Wachstumsfaktor ist dabei die noch immer sehr geringe Marktdurchdringung. In Deutschland z.B. tragen nur drei Millionen der ca. 15 Millionen Hörgeschädigten ein Hörgerät. Hinzu kommt der demografische Wandel der Gesellschaft. Veranschaulicht man sich, dass einerseits immer mehr ältere Menschen am beruflichen und sozialen Leben teilhaben wollen, andererseits aber jeder Zweite der über 65-Jährigen schwerhörig ist, so besteht hier ein wachsender Bedarf an Hörsystemlösungen. Darüber hinaus begegnen die Akteure im Auditory Valley mit innovativen Technologien den akustischen Anforderungen unserer modernen Gesellschaft: Die globale Vernetzung durch Video- und Telefonkonferenzen, der zunehmende Gebrauch von Unterhaltungselektronik und die steigende Lärmbelästigung im täglichen Umfeld verlangen nach Zukunftslösungen, um möglichst allen Menschen in allen Situationen ein optimales Hören zu ermöglichen.

Mit der Verschmelzung der Hörsystemkompetenz aus dem medizinischen Bereich und der Audiotechnologie aus dem Consumer-Bereich entwickelt sich derzeit eine neue Hörsystembranche, deren innovatives Zentrum das Auditory Valley ist. Von den Ergebnissen der Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Auditory Valley werden in Zukunft nicht nur Schwerhörige, sondern auch Normalhörende profitieren. Und: „Mit der Entstehung einer neuen Hörsystembranche im Zentrum Europas ergeben sich auch für die europäischen Industrieunternehmen aus dem Bereich der Hörsystementwicklung und Audiologie ganz neue Chancen für die Erschließung neuer Marktpotenziale“, erklärt Prof. Dr. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover.

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Der weltweit einzigartige Forschungs- und Entwicklungscluster Auditory Valley führt seit mehreren Jahren die umfassenden Expertisen in der Region Oldenburg/Hannover in Niedersachsen rund um das Thema Hören (Hörsysteme, Hördiagnostik) zusammen und greift in Kooperation mit den welt¬weit führenden Industrieunternehmen das volkswirtschaftlich wichtige Problem der Kommunika¬tionsstörungen durch Schwerhörigkeit auf. Der Verbund umfasst die gesamte Wertschöpfungskette hochtechnologischer Hörsysteme von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Produkteinführung, Versorgung der Betroffenen und Evaluation/Qualitätssicherung. Zu den Clusterpartnern gehören u.a. die HörTech gGmbH, das Hörzentrum Oldenburg, die Universität Oldenburg, die Medizinische Hochschule Hannover, das Hörzentrum Hannover, die Leibniz Universität Hannover, die Fachhochschule Oldenburg, das Fraunhofer Institut. Führende Industrieunternehmen wie SIEMENS, SENNHEISER, COCHLEAR, KIND, PHONAK, AURITEC, WIDEX, OTICON und ADVANCED BIONICS nehmen an Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Auditory Valley teil.

Pressekontakte:

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HörTech gGmbH
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26129 Oldenburg
Tel: (0441) 21 72-203, Fax: -350
E-Mail: C.Pelz@HoerTech.de
(idw, 06/2010)

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