Start für SIP Fokus-Gruppen 2013: Auf dem Weg zu konkreten politischen Maßnahmen

Brüssel/Aachen, Juni 2013. Bei der diesjährigen Veranstaltung, die am 14. und 15. Mai 2013 in Brüssel stattfand, verständigten sich die verschiedenen Interessensgruppen auf zwei Positionspapiere mit zukünftigen konkreten, politischen Maßnahmen:
Fokusgruppe 1 erarbeitete die SIP-Handlungsempfehlung für einen europäischen Qualitätskatalog zur Behandlung von Patienten mit chronischen, nicht-malignen Schmerzen. Fokusgruppe 2 erarbeitete einen SIP-Maßnahmenvorschlag, der auf in Europa bewährte Methoden zur Reintegration chronischer Schmerzpatienten an ihren Arbeitsplatz zurückgreift. Beide Dokumente bilden die Grundlage für zukünftige Maßnahmen der Multi-Stakeholder-Interessensgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Aufmerksamkeit für die Auswirkungen von chronischem Schmerz zu erhöhen und innerhalb der Europäischen Union den Austausch von Informationen und „best practice“-Beispielen zur Behandlung von Schmerzen zu fördern. Verantwortlich für die wissenschaftlichen Inhalte der SIP-Plattform ist die europäische Schmerzgesellschaft EFIC (European Federation of the IASP® Chapters (EFIC®)). Das pharmazeutische Unternehmen Grünenthal GmbH ist verantwortlich für die finanzielle und nicht-finanzielle Unterstützung (z.B. Logistik, Pressearbeit).

Nach drei europäischen Symposien in den Jahren 2010 bis 2012 entschied sich die europäische Schmerzgesellschaft EFIC gemeinsam mit dem SIP Programm-Komitee in diesem Jahr erstmals, SIP-Fokusgruppen einzuführen. Die Fokusgruppen fanden mit Unterstützung der irischen Ratspräsidentschaft im EU-Ministerrat (Januar-Juni 2013, www.eu2013.ie) statt und wurden gefördert von mehr als 185 internationalen und nationalen Patienteninteressengruppen, wissenschaftlichen Organisationen, Gesundheitsbehörden sowie der italienischen Präsidentschaft des Ministerrates.

Die vom SIP Programm-Komitee ausgewählten Themen der SIP-Fokusgruppen bauen auf zwei der sieben Politikfelder des SIP-Aktionsplans auf, wie Prof. Dr. Hans-Georg Kress, Präsident der EFIC®, erklärt: „Während der letzten drei SIP-Symposien haben wir Fortschritte hinsichtlich der grundsätzlichen Diskussion und der Anerkennung chronischer Schmerzen als gesellschaftliche Herausforderung gemacht. Nun sind wir in die nächste Phase eingetreten: Wir konzentrieren uns auf die verschiedenen Herausforderungen, die wir im Aktionsplan definiert haben.“ Der SIP-Aktionsplan war eines der wichtigsten Ergebnisse des SIP-Symposiums 2011, bei dem sieben Politikfelder umrissen wurden, in denen die EU-Institutionen und die einzelnen Mitgliedstaaten die gesellschaftliche Relevanz chronischer Schmerzen auf EU-Ebene effektiv ansprechen können.

Wie besonders in der ersten Fokusgruppe für die Entwicklung von Indikatoren zur Bestimmung der Qualität der Schmerzbehandlung deutlich wurde, unterliegen die europäischen Länder mit ihren unterschiedlichen Gesundheitssystemen verschiedenen Anforderungen und Bedingungen, wie Kress betont: „Unsere europäische Gemeinschaft ist keine homogene Einheit, sie ist ein Flickenteppich aus verschiedenen Ländern mit einer eigenen Geschichte sowie unterschiedlichen Traditionen und Gesundheits- und Gesellschaftssystemen.“

Alberto Grua, Executive Vice President von Grünenthal Europe & Australia, ergänzt: “Ich bin der Meinung, dass es eines der wichtigsten Ziele und möglichen Ergebnisse zukünftiger Treffen ist, die Wege, mit denen wir eine optimale Behandlung der Patienten gewährleisten möchten, wirklich anzugleichen und zu harmonisieren. ”

Die erste Empfehlung für einen europäischen Katalog von Indikatoren für die SIP-Handlungsempfehlungen wurde in Fokusgruppe 1 diskutiert und verabschiedet; diese Empfehlungen müssen zukünftig im Rahmen weiterer Arbeitstreffen im Detail definiert und erklärt werden. Neben den europaweiten Handlungsempfehlungen müssen auch länderspezifische, nationale Empfehlungen ausgearbeitet werden. Das finale Arbeitspapier mit den Handlungsempfehlungen finden Sie auf der SIP-Internetseite.

Zentrales Thema der Fokusgruppe 2 war es, die massiven Auswirkungen chronischer Schmerzen auf die Produktivität am Arbeitsplatz innerhalb der EU aufzuzeigen. Basierend auf best practice-Projekten in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten wurde ein Handlungsvorschlag für die Wiedereingliederung von chronischen Schmerzpatienten in den Arbeitsalltag diskutiert und anschließend verabschiedet. Unter anderem fordert die Fokusgruppe die Europäischen Regierungen auf, folgende Punkte in Betracht zu ziehen:

1. Starke und frühe Beteiligung der Interessenvertreter […], um ein ganzheitliches und gemeinschaftliches Vorgehen sicherzustellen, welches die erfolgreiche Implementierung zukünftiger Projekte unterstützt.
2. Entwicklung von Richtlinien für das Gesundheitspersonal […]
3. Entwicklung und Umsetzung von Ausbildungsprogrammen für chronische
Schmerzpatienten und Maßnahmen / Arbeitsprogrammen […]
4. Regelmäßige Überwachung, Bewertungssysteme […]und Risikovorsorge-Maßnahmen, um gleichbleibend gute Resultate sicherzustellen.

Die SIP-Plattform und die Zielsetzungen der diesjährigen Fokusgruppen werden auch unterstützt von Frau Waltraud Klasnic, österreichisches Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss: „Es ist meine Aufgabe, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss zu repräsentieren, zuzuhören und Hilfestellungen zu geben, damit das Ziel einer verbesserten Schmerzversorgung in Europa erkannt und in die Tat umgesetzt wird.“

Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Deutschland: „Die wichtigste Frage des diesjährigen SIP lautet: Was können wir auf einer europäischen, d.h. internationalen und länderübergreifenden Ebene bewegen, um die Qualität der Schmerztherapie zu verbessern? Hier spielen vor allem zwei Themen eine wichtige Rolle: Zum einen das Vorantreiben eines Benchmarkings, zum anderen die Festlegung von Qualitätsindikatoren. Beides ist für die Ausbildung und Förderung einer gesamteuropäischen politischen Strategie zur Verbesserung der Schmerztherapie von zentraler Bedeutung.“

Die finalen Arbeitspapiere mit den Handlungsempfehlungen stehen auf www.sip-platform.eu zum Download bereit.

Über die internationale Plattform Societal Impact of Pain (SIP)
„Societal Impact of Pain“ (SIP) (“die gesellschaftlichen Auswirkungen von Schmerz”) ist eine internationale, multi-Stakeholder Plattform, gegründet in 2010, mit dem Ziel Aufmerksamkeit zu schaffen für die Relevanz der Auswirkungen von Schmerz auf unsere Gesellschaft, Gesundheits- und Wirtschaftssysteme, sowie Information und Erfahrungen zwischen den Europäischen Mitgliedsstaaten auszutauschen, und europäische und nationale Strategien für politische Maßnahmen und Aktionspläne für eine verbesserte Schmerzversorgung in Europa zu entwickeln. Die Plattform bietet daher eine Diskussionsmöglichkeit für Vertreter des Gesundheitssystems, Schmerzorganisationen, Politiker, Krankenkassen, Versicherungen und Vertretern von Gesundheits- und Aufsichtsbehörden. Verantwortlich für die wissenschaftlichen Inhalte der SIP Plattform ist die europäische Schmerzgesellschaft EFIC (European Federation of the IASP® Chapters (EFIC®)). Das pharmazeutische Unternehmen Grünenthal GmbH ist verantwortlich für die finanzielle- und nicht-finanzielle Unterstützung (z.B. Logistik). Weitere Informationen unter: www.sip-platform.org.

Über EFIC
Der europäische Schmerz‐Dachverband EFIC® (European Federation of IASP Chapters®) ist eine multidisziplinäre Fachorganisation im Bereich der Schmerz‐Wissenschaft und Medizin und besteht aus 36 Ländern („Chapters“) der Internationalen Schmerz‐Gesellschaft IASP® (International Association for the Study of Pain). Der 1993 gegründete Verband repräsentiert rund 20.000 Wissenschaftler, Ärzte, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Psychologen und weitere Gesundheitsexperten aus ganz Europa mit dem Ziel, die heutige Schmerztherapie in Europa zu verbessern. Weitere Informationen unter www.efic.org.

Über Grünenthal
Die Grünenthal Gruppe ist ein unabhängiges, international tätiges, forschendes Pharmaunternehmen im Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen. Aufbauend auf ihrer einmaligen Kompetenz in der Schmerzbehandlung ist es das Ziel, das patientenzentrierteste Unternehmen und damit führend in Therapie-Innovation zu werden.
Als eines der letzten fünf forschenden Pharmaunternehmen mit Konzernzentrale in Deutschland investiert Grünenthal nachhaltig in die Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2012 betrugen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen circa 26 Prozent des Umsatzes. Die Forschungs- und Entwicklungsstrategie Grünenthals konzentriert sich auf ausgesuchte Therapiegebiete und modernste Technologien. Den Schwerpunkt bildet die intensive Suche nach neuen Wegen, um Schmerzen besser, nachhaltiger und mit weniger Nebenwirkungen zu lindern.
Die Grünenthal Gruppe ist in 26 Ländern weltweit mit Gesellschaften vertreten. Grünenthal-Produkte sind in mehr als 155 Ländern erhältlich und circa 4.400 Mitarbeiter arbeiten heute weltweit für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz 2012 betrug 973 Mio €.
Weitere Informationen unter: www.grunenthal.de

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