Starke Schmerzen oder eine sehr starke Blutung während der monatlichen Regel?

Jeden Monat leiden viele Frauen während ihrer Menstruation unter sehr starken Blutungen, meist verbunden mit starken Schmerzen. Die Symptome können die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit und die Lebensqualität der betroffenen Frauen teilweise erheblich einschränken. Hinter den Beschwerden kann eine der beiden häufigsten gynäkologischen Erkrankungen stecken – Myome oder Endometriose. Beide Erkrankungen betreffen Frauen im gebährfähigen Alter und sind hormonabhängig. Während unter einer Endometriose schätzungsweise 1,2 bis 1,5 Millionen Frauen, das heißt 10 bis 15 Prozent der Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in Deutschland leiden, kommen Myome weitaus häufiger vor. Experten gehen davon aus, dass zwischen 20 bis 40 Prozent der Frauen im gebährfähigen Alter mit zunehmendem Vorkommen bis zu den Wechseljahren von Myomen betroffen sind.

Die Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) lädt gemeinsam mit der Europäischen Endometriose Liga e.V. zu einer Informationsveranstaltung über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten ein. Die Veranstaltung findet statt

• am Mittwoch, 12. September 2018,
• um 18 Uhr in der Frauenklinik der MHH, Gebäude K 11,
Konferenzraum, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover.

Beiden Erkrankungen gemeinsam ist, dass die Ursachen trotz intensiver Forschung nach wie vor unbekannt sind. „Starke Schmerzen vor und während der Regelblutung, beim Geschlechtsverkehr aber auch beim Wasserlassen und Stuhlgang, eine sehr starke Blutung oder ein unerfüllter Kinderwunsch können ein Hinweis auf Endometriose oder Myome sein und sollten in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden“, sagt Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik der MHH.

Endometriose – schmerzhaft, aber behandelbar

Endometriose gilt als östrogenabhängige Erkrankung. „Versprengtes“ Gebärmutterschleimhautgewebe baut sich wie in der Gebärmutter selbst im Zyklus auf und wieder ab. Blutungen und chronische Reizustände, teilweise verbunden mit starken Schmerzen, können die Folge sein. Daneben kann es zu (blutgefüllten) Eierstockzysten kommen, die oft die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sind. Obwohl Endometriose eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen ist, dauert es bis zur Diagnose in Deutschland durchschnittlich immer noch sechs Jahre. „Daher ist Aufklärung so wichtig. Wenn Frauen mit unklaren Unterbauchbeschwerden, einem unerfüllten Kinderwunsch oder anderen diffusen Beschwerden in die Sprechstunde kommen, sollten niedergelassene Frauenärzte immer auch eine Endometriose in Betracht ziehen“, betont Dr. Sudip Kundu, Oberarzt der Frauenklinik der MHH und Leiter des Endometriosezentrums. Je eher die Diagnose erfolgt, umso schneller kann eine geeignete Therapie beginnen.

Myome – bei Auftreten von Symptomen behandlungsbedürftig

Myome in der Gebärmutter (uterine Myome) sind gutartige hormonabhängige Muskelwucherungen der Gebärmutter. Frauen mit uterinen Myomen können unter Symptomen wie starken oder langen Blutungen während der monatlichen Regel, Schmerzen bzw. ein Druckgefühl im Unterbauch oder bspw. Probleme beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang leiden. „Da die Größe, die Anzahl und die Lage von Myomknoten so variabel sind, sind viele Frauen beschwerdefrei. Erst wenn Myome Beschwerden verursachen, besprechen wir mit den Frauen die möglichen Therapieoptionen“, betont Professor Hillemanns.

Die gute Nachricht: Endometriose und Myome sind behandelbar. Nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung wird gemeinsam mit der Patientin die Wahl der Therapie getroffen. Dies können je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation sein.

Bei der Informationsveranstaltung am 12. September stehen Fragen rund um Symptomatik, Diagnose und Therapie im Mittelpunkt. Zu den Referenten zählen neben Professor Hillemanns und Dr. Kundu, PD Dr. Cordula Schippert, Oberärztin der Frauenklinik der MHH und Bereichsleiterin Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Dr. Wen Zheng, Assistenzärztin der Frauenklinik der MHH und Expertin für Traditionelle Chinesische Medizin, Dr. Martin Dusch, Bereichsleitung Schmerzmedizin der MHH, und Dr. Iris Brandes, Gesundheitökonomin für die Evaluation präventiver und rehabilitativer Maßnahmen der MHH. Betroffene Frauen berichten zudem über ihre Erfahrungen.

Informationsveranstaltung

Wann: MIttwoch, 12. September 2018, 18Uhr

Wo: Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Konferenzraum der Frauenklinik
im TPFZ – Gebäude K11, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover

Referenten:

• Professor Dr. med. Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik der MHH
• Dr. Iris Brandes, Gesundheitsökonomin für die Evaluation präventiver und
rehabilitativer Maßnahmen der MHH
• Dr. med. Martin Dusch, Bereichsleitung Schmerzmedizin der MHH
• Dr. med. Sudip Kundu, Oberarzt der Frauenklinik der MHH und Leiter des
Endometriosezentrums der MHH
• PD Dr. Cordula Schippert, Oberärztin der Frauenklinik der MHH und
Bereichsleitung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
• Dr. med. Wen Zheng, Assistenzärztin der Frauenklink der MHH und TCM-Expertin

Weitere Informationen bei:
Europäische Endometriose Liga e. V.
Dr. Ursula Leinemann
Habichtweg 7
21244 Buchholz
Telefon: 04102-23 71 08
Telefax: 04102-66 64 30
Mobil: 0171 822 01 86
leinemann@endometriose-liga.eu
www.endometriose-liga.eu

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