Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF – Gewinnercluster MicroTEC Südwest startet

Die Bekanntgabe der Gewinner der zweiten Runde im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bestätigt es: MicroTEC Südwest gehört zur Spitzengruppe der deutschen Clusterlandschaft. Bei der Entscheidung zur ersten Runde im Herbst 2008 war MicroTEC Südwest ebenfalls unter den Finalisten, verfehlte aber knapp das Siegertreppchen. In der zweiten Runde konnte der branchenübergreifende Technologiecluster in enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft seine hohe Entwicklungsdynamik unter Beweis stellen.

"Mit dem Gewinn dieses Wettbewerbs und den damit verbundenen Fördermitteln beschreitet MicroTEC Südwest den Weg zur Spitze im Bereich der Mikrosystemtechnik", sagte Eckehardt Keip, Geschäftsführer der Northrop Grumman LITEF GmbH und Vorstandsvorsitzender des Clustermanagements Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg e.V. (MST BW). Das BMBF beteiligt sich zur Hälfte an dem Gesamtprojektvolumen von über 80 Millionen Euro. Auch das Land Baden-Württemberg unterstützt mit einem beträchtlichen Beitrag die infrastrukturellen Maßnahmen zum Ausbau des Clusters und des Clustermanagements. Minister Ernst Pfister bestätigte die Zusage des Landes über ein Fördergeld von fünf Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. An den im Hauptantrag eingereichten 33 Verbundprojekten sind 116 Clusterakteure und -partner beteiligt, davon zwei Drittel aus der Industrie.

Für Deutschland eröffnet sich durch die Förderung von MicroTEC Südwest nicht nur die Chance, eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien international auszubauen, sondern auch in die bedeutendsten Anwenderbranchen zu übertragen:
– Automobil
– Life Science / Medizintechnik
– Produktion / Maschinenbau
– Automation / Sensorik

Der Cluster MicroTEC Südwest stellt zudem einen Technologielieferanten für andere Cluster dar.

"Mittelfristig werden insbesondere in den leitmarktorientierten Themenfeldern ‚Mobilität‘ und ‚Gesundheit‘ radikale Veränderungen und dadurch große Marktchancen für intelligente Mikro¬systemlösungen erwartet", erklärte Peter Josef Jeuk, Geschäftsführer des Clustermanagements MST BW. Entsprechend bündelt MicroTEC Südwest zunächst seine Kräfte in den Bereichen "Robuste und effiziente Sensorik" mit dem Leitunternehmen Robert Bosch sowie "In-vitro-Diagnostik" mit dem Leitunternehmen Roche Diagnostics. Die Universität Stuttgart ist über das Institut für Mikroaufbautechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft sowie das Institut für Mikroelektronik Stuttgart in die Initiative eingebunden.

Im Cluster "Robuste und effiziente Sensorik" werden neuartige Sensoranwendungen für den Automobilbereich entwickelt. Diese Hochleistungssensoren sind die Grundvoraussetzung für die Entwicklung sauberer und ressourcenschonender Antriebstechniken sowie für die Erkennung von Lebewesen in warnenden Fahrassistenzsystemen. Sie leisten dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs und somit der Emissionen – auch für kommende Hybridantriebe – sowie zur erhöhten Sicherheit im Straßenverkehr (Halbierung der Todesopfer wird prognostiziert). "In-vitro-Diagnostik" gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie wesentlich zu einer Verbesserung der Lebensqualität des Patienten sowie der medizinischen Qualität und der Wirtschaftlichkeit seiner Behandlung beiträgt. Nach Schätzungen von Fachleuten könnte eine Erhöhung der Ausgaben für "In-vitro-Diagnostik" um ein Prozent zu Einsparungen im Gesundheitssystem von fünf Prozent führen. In Deutschland wären dies mehr als zehn Milliarden Euro/Jahr.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind auch für andere Anwendungen und Branchen interessant. Als bedeutendster Wirtschaftszweig des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland bietet der Maschinenbau sehr große Potenziale für den durchgehenden Einsatz mikrosystemtechnischer Lösungen, etwa bei In-situ-Sensorik, -Aktorik und -Prozessorik in integrierten Mikrosystemlösungen für die effizientere und ressourcenschonendere Produktion der Zukunft. Bis 2020 wird sich MicroTEC Südwest so zum weltweit führenden Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort im Bereich der Mikrosystemtechnik entwickeln.

Jetzt beginnt die Antragsarbeit. Die bisher nur als Projektskizze eingereichten Anträge werden als so genannte Vollanträge für das Bundesforschungsministerium umgesetzt und eingereicht.
Alle bisherigen Aktivitäten im Rahmen der Antragsstellung sowie die nun folgenden Aktionen zum Ausbau des Clusters werden durch das Clustermanagement Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg e.V. koordiniert.

Weitere Informationen zu MicroTEC Südwest und zum Spitzencluster-Wettbewerb unter www.microtec-suedwest.de

Verantwortliche Pressestelle für MicroTEC Südwest:
Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg e.V. (MST BW)
Peter J. Jeuk (Geschäftsführer)
Emmy-Noether-Straße 2
79110 Freiburg Tel.: 0761 897598-75
Fax.: 0761 897598-78
E-Mail: peter.jeuk@mstbw.de
(idw, 02/2010)

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