Spielsucht – die Hintergrundinformationen

Wie viele Menschen genau von Spielsucht betroffen sind, lässt sich schwer abschätzen. Spielsucht zeigt sich Außenstehenden erst sehr spät, Betroffene verschweigen ihr Problem meist monate- oder jahrelang. Nicht einmal der engste Familienkreis bemerkt anfangs, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Übergänge von einem Gelegenheitsspieler zu einer Person, die ohne Glückspiel nicht mehr auskommt, sind schleichend. Am Anfang steht meist eine Gewinnphase, wo die ersten positiven Erfahrungen gesammelt werden. Man gewinnt kleinere Beträge und man erwartet, irgendwann einmal den großen Gewinn einzufahren. Während dieser Phase entwickeln sich Glücksgefühle und man gelangt in einen Zustand der Euphorie. Während man anfangs nur gelegentlich Gast im Casino war, wird man immer mehr zum Experten, feilt die Spieltechnik aus und gerät immer mir in eine Abwärtsspirale. Immer höhere Einsätze sind nötig, um den Spieltrieb zu befriedigen. Während dieser Phase kreisen die Gedanken bereits zunehmend um das Glücksspiel und die Verluste sind nicht mehr leicht zu verbergen. Im tatsächlichen Suchtstadium beschäftigt man sich permanent mit der Frage, wie man das Spielen finanzieren kann. Die Persönlichkeit verändert sich, die Betroffenen schotten sich zunehmend von der Umwelt ab. Es kommt zu Problemen am Arbeitsplatz. In der Suchtphase lässt sich das Problem kaum mehr vor der Familie verbergen. Nicht selten kommt es zu kriminellen Handlungen, um die Sucht zu finanzieren. Das ganze Leben dreht sich nur mehr darum, wie man die Schulden zurückzahlen und Geld für das nächste Spiel auftreiben kann.

Wege aus der Sucht

Um sich von den Fängen der Spielsucht zu befreien, ist in erster Linie die Einsicht nötig, dass es dabei um eine Erkrankung handelt, die man behandeln muss. Alleine schaffen es nur die wenigsten, den Kreislauf zu unterbrechen. Viele Betroffene schämen sich und scheuen lange davor zurück, sich professionelle Hilfe zu holen. Bei den Anonymen Spielern findet man Experten, die Tipps zur Entwöhnung geben. Im ganzen Bundesgebiet gibt es Beratungsstellen, die Betroffene und Angehörige über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren. Die ambulante Therapie für Spielsüchtige nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Dabei werden die Patienten von einem oder mehreren Psychotherapeuten betreut. Während der Therapie werden die Lebensumstände durchleuchtet, die zur Entwicklung der Sucht beigetragen haben. Oft kippt man in eine Sucht, wenn sich im Leben etwas gravierend ändert. Das kann zum Beispiel der Verlust oder der Wechsel des Arbeitsplatzes oder das Zerbrechen einer Partnerschaft sein. Im Laufe der Behandlung lernen die Betroffenen, wie man mit der Krankheit umgeht und welche Möglichkeiten es gibt, anders mit seinen Problemen umzugehen. Eine stationäre Therapie ist die intensivste Behandlungsform, weil Betroffene dabei rund um die Uhr betreut werden. Egal für welche Therapie man sich entscheidend, hilfreich ist der Besuch von Gruppen, um andere Betroffene kennenzulernen und Erfahrungen während des Entzugs auszutauschen. Auch das Erlernen von Entspannungstechniken, um mit Druck und Stress besser umzugehen, kann hilfreich sein.

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