Spezielle Sprechstunde für Patientinnen mit chronischen Unterleibsschmerzen gestartet

Im Rahmen der sachsenweit einzigartigen Sprechstunde steht die Diplom-Psychologin Annegret Neumann den betroffenen Frauen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Unterleibsschmerzen sind nicht selten Begleiterscheinungen schwerwiegender gynäkologischer Erkrankungen wie der Endometriose. Da der Ursprung dieser Leiden oft erst nach Jahren diagnostiziert wird und sich diese hormonabhängige, chronische Erkrankung nicht allein durch eine gynäkologische Operation heilen lässt und typischerweise einer zusätzlichen endokrinen Therapie bedarf, kann sich bei den Frauen das Schmerzempfinden verselbständigen. So kann es sein, dass starke Schmerzen wahrgenommen werden, obwohl der ärztliche Befund dies nicht vermuten lässt und umgekehrt. Als mögliche Ursachen kommen in diesen Fällen psychosoziale Faktoren wie zum Beispiel Belastungen in der Partnerschaft in Frage, die die Schmerzwahrnehmung verstärken und deren Verarbeitung beeinflussen.

„Aufgabe der neuen ‚Psychosomatischen Sprechstunde‘ ist es, gemeinsam mit den Patientinnen herauszufinden, welche ihrer Befindlichkeiten und Probleme das Schmerzempfinden beeinflussen und wie sie diese Situationen künftig besser bewältigen können“, erklärt Prof. Kerstin Weidner. Die Direktorin der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik etablierte in enger Abstimmung mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe die neue Sprechstunde. Die von Prof. Pauline Wimberger geleitete Klinik ist zertifiziertes Endometriosezen¬trum der Stufe III und bietet vielen Betroffenen alle Möglichkeiten zur medikamentösen oder chirurgischen Behandlung dieses Leidens, bei dem sich die Schleimhaut der Gebärmutter auch außerhalb der Gebärmutterhöhle ausbreitet. Auch die Patientinnen des in Sachsen und Sachsen-Anhalt einzigartigen Zentrums können ab sofort auf das spezialisierte psychosomatisches Angebot zurückgreifen und von der neu eingerichteten Sprechstunde profitieren.

„Bei 60 bis 80 Prozent der von chronischem Unterbauchschmerz Betroffenen kann von einer psychischen Mitbeteiligung am Schmerzgeschehen ausgegangen werden“, weiß Diplom Psychologin Annegret Neumann, die die Sprechstunde im Uniklinikum anbietet. „Im Rahmen der Sprechstunde wollen wir den Patientinnen den Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und Schmerzerleben aufzeigen und in weiterführende Therapien vermitteln. Zum Teil können bereits einfache Achtsamkeitsübungen und Entspannungstrainings dabei helfen, das Schmerzempfinden auf ein erträglicheres Level zu reduzieren.“ In bestimmten Fällen können die Patientinnen zudem auch in die „Tagesklinik für Somatoforme Störungen“ der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik aufgenommen werden und von dessen umfassenden Angebot profitieren.

Die Termine der neuen Spezialsprechstunde können mit einer Überweisung vom Haus- oder Frauenarzt in Anspruch genommen werden. Auf freiwilliger Basis ist es den Patientinnen möglich, am jüngsten Studienprojekt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik teilzunehmen. Hier wird der Zusammenhang zwischen chronischen Unterbauchschmerzen und Endometriose, der Lebensqualität sowie dem eigenen Selbstbild untersucht. Die Studienergebnisse sollen dazu beitragen, die psychotherapeutische Versorgung der Betroffenen zu verbessern und bei der rechtzeitigen Einleitung von Therapiemaßnahmen helfen.

Anmeldung
Anmeldungen zur Sprechstunde werden über die Ambulanz der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik unter 0351/458-2070 in der Blasewitzer Straße 43 (Haus 111) entgegengenommen.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik Psychotherapie und Psychosomatik
Direktorin: Prof. Dr. med. Kerstin Weidner
Tel. 0351 / 4 58 70 85
E-Mail: kerstin.weidner@uniklinikum-dresden.de

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