Sonnenbrand: Hautkrebsrisiko, Historie und Heilung durch Pflanzenpower

Amerikanische Studien zeigen, dass mindestens jeder dritte Einwohner in den USA weingstens einmal im Jahr Symptome eines Sonnenbrandes zeigt. Mit einer derartigen Häufung der sogenannten Dermatitis solaris acuta, geht auch ein stetiger Anstieg von Hautkrebserkrankungen in den Vereinigten Staaten einher. Hautärzte warnen vor dem häufigen und vor allem auch ungeschützten Sonnenbad im Freien ebenso wie vor dem zu häufigen Besuch in Solarien. Auch in den europäischen Ländern haben Hautkrebserkrankungen auf Grund von Sonneneinstrahlung massiv zugenommen.

Basalzellkarzinom und malignes Melanom

In Deutschland erkrankten in den letzten Jahren pro Jahr rund 200.000 Menschen an unterschiedlichen Hautkrebsarten. Dies ist eine Neuerkrankungsrate, die etwa der kompletten Einwohnerzahl von Rostock entspricht. Der größte Anteil ist beim Basalzellkarzinom zu verzeichnen. Dabei handelt es sich um eine Hautkrebserkrankung, die häufig als Folgeerscheinung von Sonnenbränden auftritt. Rund 150.000 Menschen sind jährlich neu durch diese Form der Zellentartung über Lichtschäden an der Haut betroffen. Das Basalzellkarzinom fällt unter die Kategorie des „weißen Hautkrebses„.

Doch auch das sogenannte maligne Melanom, welches umgangssprachlich als „schwarzer Hautkrebs“ bezeichnet wird, kann durch Sonnenbrände und die hierdurch bedingte Zellschädigung im Erbgut der Hautschichten verursacht werden. Die jährliche Neuerkrankungsrate hierzulande wird mit rund 15.000 Krebsfällen verzeichnet. Dies entspricht der Einwohnerzahl vom bayrischen Karlsstadt – was die Größenordnung dieser Erkrankung vorstellbar macht. Über 90 Prozent des Krankheitsverlaufs mit Todesfolge sind auf diese Form des Hautkrebses zurückzuführen. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD) spricht sich ausdrücklich für eine umfassendere Prävention auf dem Hautkrebssektor auch für unter 35-Jährige aus, die oftmals noch von den Krankenkassen außen vor gelassen werden. Ab dem Alter von 35 Jahren ist ein Hautkrebs-Screening eine kostenfreie, staatlich vorgeschriebene Regelleistung für alle Krankenkassen in Deutschland.

Natürliche Pflanzenpower bei Beschwerden

Neben der medizinischen Versorgung von Sonnenbrandbeschwerden helfen bei leichteren Symptomen ohne Blasenbildung und ohne Hautablösung vielfach auch Hausmittel, sodass ein Arztbesuch nicht zwingend erforderlich wird. Sollten sich allerdings Blasen bilden und die Haut sehr stark geschädigt sein, sollte umgehend ein Mediziner aufgesucht werden. Grundsätzlich gilt es, die betroffenen Stellen gut zu kühlen. Neben kühlenden Kompressen helfen bei leichten Sonnenbränden auch Milchprodukte wie Quark, Naturjoghurt oder Buttermilch. Auch Gurkenscheiben auf der Haut sind ein bewährtes Mittel. Sehr hoch wirksam sind auch Zitronenöl und Aloe Vera bei Verbrennungen durch die Sonne.

Wie Sie diese ganz einfach und effektiv, beispielsweise in einem bewährten Zitronenöl-Rezept, anwenden können, lesen Sie hier. Die Wüstenpflanze Aloe vera ist grundsätzlich ein hochwirksames Mittel gegen Hautirritationen jeglicher Art und bei Sonnenbrand mit ihrer natürlichen Pflanzenpower nahezu ein Wundermittel. Egal, ob als Gel oder direkt aus der Pflanze frisch abgeschnitten und in Scheiben auf die Haut gelegt – Aloe Vera verspricht eine schnelle Hilfe. Übrigens hilft sie auch bei lästigen Mückenstichen im Sommer. Sie kühlt, ist schmerzstillend, entzündungshemmend und spendet der Haut viel Feuchtigkeit. Am besten sorgen Sie zudem mit viel Wasser, Tee und Saftschorle für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt im Sommer und vor allem bei akutem Sonnenbrand.

Vornehme Blässe oder Coolness in Braun

Die Einstellung zum Sonnenbad hat sich im Laufe der Geschichte stark gewandelt. Während noch im 19. Jahrhundert die Blässe als überaus vornehm galt, werden blasse Menschen in den letzten Jahrzehnten eher bemitleidet oder belächelt. Früher wurde die gebräunte Haut mit harter Arbeit im Freien assoziiert, die in der Gesellschaft keinen hohen Stellenwert hatte. Die vornehme Blässe dagegen war ein Zeichen für eine überaus angesehene Gesellschaftsschicht. Damit die Haut möglichst hell blieb, schützte man sich vor der Sonneneinstrahlung mittels langer Kleidung, mit Sonnenschirmen und Sonnenhüten. Aus heutiger Sicht und nach heutigen Wissensstand wäre ein solcher Umgang mit der Sonneneinstrahlung natürlich durchwegs positiv zu bewerten.

Allerdings wurde auch gepudert und gecremt. Wobei bleihaltige Cremes mit bleichendem Charakter gesundheitlich als problematisch zu betrachten sind. Zudem wurde häufig der auch nicht ungefährliche Aderlass wiederholt durchgeführt, um blasser zu erscheinen. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Dennoch ist die Haut auch weiterhin ein Zeichen für Schönheit geblieben. Doch schon zum beginnenden 20. Jahrhundert wurde die Bräune in den westlichen Ländern immer attraktiver. Sie galt als Zeichen für Gesundheit, Wohlstand und Jugend. Wer über das ganze Jahr braun war, konnte sich auch in der kalten Jahreszeit einen Urlaub im sonnigen Süden leisten. Vor allem in den 80er und 90er Jahren boomten auch in Deutschland die Sonnenstudios. Stars, Sternchen und Promis zeigten sich mit einer 12-monatigen „Rund-uns-Jahr-Bräune“ und vor allem junge Menschen ließen sich von diesem riskanten Schönheitsideal der extremen Bräune verleiten.

Bräunen ginge dabei auch ohne Solarium und ohne Sonnenbad im Freien. Mit Sonnenschutzmittel und im Schatten bekommt der Körper auch eine Bräune, nur langsamer und etwas dezenter, aber vor allem gesünder. Dem oftmals fahrlässigen Umgang mit der natürlichen oder der künstlichen Sonne folgen die Zellschäden oftmals Jahre oder sogar Jahrzehnte später. So korreliert die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen an Hautkrebs mit dem ungesunden Sonnenverhalten, seitdem braue Haut ein Schönheitsmerkmal geworden ist.

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