SOEP-Konferenz: Welchen Einfluss hat das Elternhaus auf die Zukunftschancen der Kinder?

Behandeln Eltern ihre Kinder – trotz gegenteiliger Beteuerungen – unterschiedlich? Welchen Einfluss hat die zunehmende Technisierung der Arbeitswelt auf die Berufe der Väter und die Schulbildung von deren Söhnen? Inwieweit wird Vertrauen von einer Generation an die nächste weiter gegeben? Wie wirken sich Familienverhältnisse auf die Lebenschancen von Kindern aus? Welche Rolle spielt Bildung für den sozialen Aufstieg?

Auf der 12. SOEP-Nutzerkonferenz stellen mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt ihre Forschungsergebnisse auf der Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) vor, einer der größten und am längsten laufenden multidisziplinären Langzeitstudien weltweit. Die Konferenz findet am 22. und 23. Juni 2016 in Berlin statt. Zentrales Thema ist die intergenerationale Mobilität, also die Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem Elternhaus und den Zukunftschancen der nächsten Generation.

„Nach wie vor besteht in Deutschland zu wenig Chancengleichheit und der soziale Aufstieg ist für viele schwierig“, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp. „Studien auf Basis der SOEP-Daten zeigen, dass sich der Bildungserfolg und der beruflicher Erfolg zu einem großen Teil durch den familiären Hintergrund erklären lassen.“

Neben dem Schwerpunktthema „Intergenerationale Mobilität“ decken die Vorträge die multidisziplinäre Bandbreite der Forschung auf Basis der SOEP-Daten ab. Sie reichen von der Arbeitsmarktforschung (Warum sind Managerinnen weniger zufrieden als Manager?), über familienökonomische Studien (Wie prägen Kinder die Spargewohnheiten? Wie wirkt es sich auf die Söhne und Töchter aus, wenn Eltern früh in Rente gehen?), bis hin zur Psychologie (Wie wirkt sich ein sozialer Abstieg auf die Zufriedenheit aus? Welche Rolle spielt die Persönlichkeit der Partner für die Stabilität von Beziehungen?). Auch Soziologinnen und Soziologen und zur Migration Forschende präsentieren ihre Studien.

Die Forschungsergebnisse werden in wissenschaftlichen Vorträgen und Poster-Sessions vorgestellt. Die Vortragenden der SOEP-Konferenz kommen aus zehn unterschiedlichen Ländern – von Australien bis zu den Vereinigten Staaten. „Besonders freuen wir uns, dass wir zwei weltweit ausgewiesene Experten zum Thema „Intergenerationale Mobilität“ als Keynote-Speaker für unser Veranstaltung gewinnen konnten“, sagt Jan Göbel, Bereichsleiter des SOEP und einer der Organisatoren. Der Soziologe Berkay Ozcan von der London School of Economics wird am 22. Juni die Konferenz mit einer Keynote Speech zum Thema „Parental Family Dynamics and Children’s Life Chance“ eröffnen. Der Soziologe Richard Breen von der Oxford University in Großbritannien wird am 23. Juni sprechen. Der Titel seines Vortrags: „Education and Social Mobility“.

Zum Schluss der SOEP-Nutzerkonferenz am 23. Juni wird mit Unterstützung der Vereinigung der Freunde des DIW (VdF) der „Joachim R. Frick Memorial Prize 2016“ für die besten Präsentationen und Poster verliehen. Gleichzeitig wird auch der Preisträger des alle zwei Jahre vergebenen „Felix Büchel Award 2016“ für herausragende langjährige Nutzung von SOEP-Daten bekanntgegeben und geehrt.

Journalistinnen und Journalisten können kostenlos teilnehmen. Wir freuen uns über Ihre Anmeldung per E-Mail an Monika Wimmer (mwimmer@diw.de).

Gerne informieren wir Sie auch persönlich zu den einzelnen Themen der Konferenz und vermitteln Kontakte zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

STICHWORT SOEP:

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP im DIW Berlin wird als Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern gefördert. Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung in mehreren tausend Haushalten statistische Daten erhoben. Zurzeit sind es etwa 30.000 Personen in etwa 15.000 Haushalten. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.

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