SOEP-Konferenz 2018: Wie ungleich ist das Leben in Deutschland?

Wie sind die Einkommen in Deutschland verteilt? Welche Folgen für den Arbeitsmarkt hat der 2015 eingeführte Mindestlohn? Wie wirkt sich ein als ungerecht empfundenes Einkommen auf das Wohlbefinden und auf die Bereitschaft zu kündigen aus? Und welche Folgen für die Gesundheit hat es, wenn Menschen keine Arbeit haben? Auf der 13. SOEP-Nutzerkonferenz stellen mehr als 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt ihre Forschungsergebnisse auf der Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) vor, einer der größten und am längsten laufenden multidisziplinären Langzeitstudien weltweit, die das Leben in Deutschland untersucht. Die Konferenz findet am 19. und 20. Juli 2018 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

Zentrales Thema der Konferenz ist die soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft. Dabei geht es unter anderem um die Verteilung von Einkommen und Vermögen, um den Zugang zu Bildung und Arbeit, aber auch darum, wie sich familiäre Verhältnisse auf die Zukunftschancen der nachfolgenden Generation auswirken. „Die präsentierten Studien beschäftigen sich mit dem Ausmaß und den Ursachen der ungleichen Lebensbedingungen in Deutschland“, sagt SOEP-Direktor Stefan Liebig. „Darüber hinaus geht es darum, wie die Menschen diese Ungleichheit wahrnehmen und bewerten.“
Neben dem diesjährigen Schwerpunktthema „Soziale Ungleichheit“ decken die Vorträge die multidisziplinäre Bandbreite der Forschung auf Basis der SOEP-Daten ab. Sie reichen vom Thema Gesundheit und Wohlbefinden (Wie wirkt sich Arbeitslosigkeit auf das Rauchverhalten aus? Welchen Einfluss hat die Bildung der Mutter auf die seelische Gesundheit ihrer Kinder?) über Forschung zu Einstellungen und Verhalten (Inwiefern beeinflusst wirtschaftliche Unsicherheit das Wahlverhalten?) bis hin zum Thema Zuwanderung (Welche Einstellung haben die Menschen in Deutschland gegenüber Zugewanderten? Und welche Faktoren spielen eine Rolle für eine gelingende Integration von Asylsuchenden und MigrantInnen?).

Die Forschungsergebnisse werden in wissenschaftlichen Vorträgen und „Poster-Sessions“ vorgestellt. Die Vortragenden der SOEP-Konferenz kommen aus 15 unterschiedlichen Ländern – von Australien bis zu den Vereinigten Staaten. „Besonders freuen wir uns, dass wir zwei weltweit ausgewiesene Experten zum Thema „Soziale Ungleichheit“ als Keynote-Speaker für unser Veranstaltung gewinnen konnten“, sagt die Ökonomin Charlotte Bartels, eine der Organisatorinnen. Der Ökonom Stephens Jenkins von der London School of Economics and Political Science wird am 19. Juli die Konferenz mit einer Keynote Speech zum Thema „How valid are synthetic panel estimates of poverty dynamics?“ einleiten. Der Verhaltensökonom Armin Falk vom briq Institute on Behavior and Inequality in Bonn wird am 20. Juli sprechen. Der Titel seines Vortrags: „Global evidence on economic preferences“.

Zum Abschluss der SOEP-Nutzerkonferenz am 20. Juli wird der „Joachim R. Frick Memorial Prize 2018“ für die besten Präsentationen und Poster verliehen. Gleichzeitig wird auch der Preisträger des alle zwei Jahre vergebenen „Felix Büchel Award“ für herausragende langjährige Nutzung von SOEP-Daten bekanntgegeben und geehrt.

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