Sodbrennen und seine Ursachen: Der saure Gruß aus dem Magen

Sodbrennen

Schon der Name sagt, dass es sich um etwas äußerst Unangenehmes handelt. Das Wort „Sod“ in Sodbrennen kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „das Siedende“.[1] Das brennende Gefühl, das vom Oberbauch aus bis in die Speiseröhre ausstrahlt, tritt dann auf, wenn Magensäure ihren Weg nach oben findet. Mitunter kommt hinzu, dass die Säure Rachenschleimhaut und Stimmbänder reizt, was zu dauerndem Räuspern und Heiserkeit führen kann. Die Symptome sind teilweise nicht nur unangenehm, sondern sogar schmerzhaft, in der Regel aber kein Grund zur Sorge. Eine Linderung ist vor allem dann möglich, wenn man die Ursachen für Sodbrennen kennt.

Was ist Sodbrennen?

Beim Sodbrennen kommt es zu einem Rückfluss – in der Medizin auch Reflux genannt – von Magensäure in die Speiseröhre und manchmal sogar in den Mund. Die Folge: saures Aufstoßen und ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein oder in Herznähe. Das ist auch der Grund dafür, dass in der englischen Sprache in diesem Zusammenhang von „Heartburn“ (etwa „Brennen am Herzen“) gesprochen wird. Im Normalfall ziehen sich die Muskeln am Ende der Speiseröhre zusammen, sobald sie Nahrung in den Magen gelassen haben. Ein geringer Rückfluss ist normal, ein größerer Rückfluss von Mageninhalt oder Magensäure wird aber vom sogenannten „Pförtner“, einem Schließmuskel am Ende der Speiseröhre, verhindert.

Es gibt einige Ursachen für Sodbrennen, also dafür, dass der Schließmuskel nicht mehr richtig arbeiten kann. Manche davon hängen mit einem ungesunden Lebensstil zusammen, zum Beispiel kann Sodbrennen durch Übergewicht entstehen. Gegen das heftige Brennen, das sich unter anderem beim Bücken verschlimmert, gibt es Medikamente. Auch Hausmittel können helfen. Letztendlich aber sollten die Ursachen des Sodbrennens beseitigt werden, damit sich wirklich langfristig etwas ändert.

Diese 5 Ursachen für Sodbrennen sind am häufigsten

Neben organischen Gründen wie einem Riss im Zwerchfell oder einer defekten Magenklappe, verstärken auch falsche Ess- und Lebensgewohnheiten den unangenehmen Rückfluss von Magensäure. Das sind die fünf häufigsten Gründe für Sodbrennen:

1. Genussgifte

Alkohol und Nikotin begünstigen Sodbrennen auf mehreren Wegen. Sie regen die Produktion von Magensäure an und entspannen die Muskulatur. Eine ungünstige Kombination, denn dabei entspannt sich natürlich auch der „Pförtner“ am Mageneingang.

2. Sodbrennen fördernde Lebensmittel

Gerade am späten Abend sollten von Sodbrennen Betroffene auf üppige Mahlzeiten verzichten. Vor allem fette und frittierte Nahrung regt die Magensäureproduktion zusätzlich an. Die letzte Mahlzeit am Tag sollte also möglichst leicht bekömmlich und gut verdaulich sein. Helfen kann auch, das Abendessen einfach früher einzunehmen, am besten mehrere Stunden vor dem Schlafengehen. Neben fettem und frittiertem Essen gibt es einige Lebensmittel, die Sodbrennen-Gründe sein können. Dazu gehören Schokolade, Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke, kohlensäurehaltige Limonaden, Zitrusfrüchte sowie scharfe Gewürze. Nicht alles hat bei jedem die gleiche Wirkung — hier hilft Testen und gezieltes Weglassen von Nahrungsmitteln am besten.

3. Stress

Stressreaktionen des Körpers sollen dabei helfen, in Gefahrensituationen schnell reagieren zu können. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass sich die Verdauung bei Stress verlangsamt. Das Gegessene liegt länger im Magen und verursacht Probleme – einer der Sodbrennen-Gründe. Patienten mit sehr ausgeprägten Ängsten oder Depressionen haben übrigens ein erhöhtes Risiko, an Sodbrennen zu leiden.[2] Das zeigt, dass die Ursache für Sodbrennen auch psychischer Natur sein kann. Der Ausdruck „Das stößt mir sauer auf!“ ist dafür bereits ein Hinweis. Sport, vor allem in Kombination mit Entspannungsverfahren, ist eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen und die Symptome zu lindern.

4. Übergewicht

Übergewichtige Menschen leiden häufig unter Sodbrennen.[3] Das zusätzliche Gewicht drückt noch einmal extra auf den Magen, was Magensäure in die Speiseröhre pressen kann. Durch gesunde und vitaminreiche Ernährung — in Kombination mit Bewegung — ist es möglich, Gewicht zu verlieren und die Ursache für das Sodbrennen unter Kontrolle zu bringen.

5. Schwangerschaft

Die Ursache fürs Sodbrennen in der Schwangerschaft scheint schnell gefunden: Das wachsende Baby drückt auf den Magen. Das aber ist nur einer der Sodbrennen Gründe und erklärt nicht, warum viele Schwangere bereits im ersten Trimester unter Reflux leiden. Das nämlich liegt an Hormonen, die dafür sorgen, dass die Muskulatur der werdenden Mutter weicher wird. Damit sollen frühzeitige Wehen verhindert werden. Der Körper unterscheidet dabei nicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen und das führt dazu, dass auch der ringförmige Schließmuskel am oberen Mageneingang schlaffer und damit durchlässiger wird.

Was hilft gegen Sodbrennen?

Neben den bereits erwähnten Möglichkeiten wie dem Vorziehen des Abendessens, dem Verzicht auf bestimmte Speisen und Getränke sowie dem Abbau von Stress durch Sport und Entspannung gibt es noch weitere Möglichkeiten, bereits bestehendes Sodbrennen zu lindern. Zum einen hilft es, den Oberkörper beim Schlafen hoch zu lagern, denn das macht es der Magensäure schwerer, aufzusteigen. Auch ein Drehen auf die linke Körperseite beim Liegen erschwert Sodbrennen, denn der Mageneingang liegt dann oben. Und vor dem Griff zu Medikamenten lohnt es sich, das eine oder andere Hausmittel wie das Kauen geschälter Mandeln, das Trinken von Kartoffelsaft oder Fencheltee auszuprobieren. Eine erste Hilfe liefert übrigens stilles Wasser. Auf diese Weise wird die Magensäure nicht nur zurück in den Magen gespült, sie wird gleichzeitig auch verdünnt. Und das reduziert das brennende Gefühl – egal, welche Sodbrennen-Gründe dahinter stecken.


[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Sod; URL: https://www.dwds.de/wb/Sod (03.12.2022).

[2] Semantic Scholar: Stressful psychosocial factors and symptoms of gastroesophageal reflux disease: a population-based study in Norway ; URL: https://www.semanticscholar.org/paper/Stressful-psychosocial-factors-and-symptoms-of-a-in-Jansson-Wallander/ (03.12.2022). 

[3] Pharmazeutische Zeitung: Einfache Maßnahmen mit großer Wirkung bei Sodbrennen; https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/einfache-massnahmen-mit-grosser-wirkung-bei-sodbrennen-128413/ (10.12.2022).

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