Sitzen, bis der Schädel brummt

(djd). Egal ob im Auto, im Büro oder abends auf dem Sofa: Rund sechs Stunden pro Tag verbringen die Deutschen im Schnitt sitzend. Doch nicht selten führt langes Sitzen mit einer einseitigen Haltung, einer unpassenden Stuhl- oder falschen Tischhöhe, fehlender Bewegung und Stress zu belastenden Muskelverspannungen. „Auch schweres Heben oder das Tragen von hohen Absatzschuhen kann zu einer Überbeanspruchung der Rückenmuskulatur führen“, erklärt Dr. Astrid Gendolla, Fachärztin für Neurologie, „Durch die Überlastung werden der Muskeltonus und die Schmerzempfindlichkeit erhöht, das kann Spannungskopfschmerzen begünstigen.“

Kopfschmerzen vom Spannungstyp treten häufig auf

Ungefähr zwei Drittel der Menschen leiden mindestens einmal im Jahr unter dem drückenden, dumpfen, meist beidseitig auftretenden Schmerz. Bei der Entstehung von Spannungskopfschmerzen spielen sogenannte periphere Faktoren, wie Verspannungen, eine zentrale Rolle. Sie erhöhen die Empfindlichkeit der Muskulatur und verstärken die Schmerzweiterleitung ins Gehirn. Emotionaler Stress kann diesen Effekt noch fördern, indem der Körper Nervenbotenstoffe wie Serotonin und Endorphine ausschüttet. Diese Botenstoffe bewirken eine Öffnung der Schmerzfilter im Gehirn. Dadurch kann der Schmerz ungehindert einströmen.

Verspannungen durch Bewegung vorbeugen

Dauerhafte Verspannungen können eine Chronifizierung der Spannungskopfschmerzen begünstigen. Hier empfiehlt sich etwa der Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure gleich in mehrfacher Weise: Er unterbricht die Schmerzweiterleitung ins Gehirn, reguliert die Schmerzfilter und hilft so gegen leichte bis mäßig starke Beschwerden. Auch regelmäßige körperliche Aktivität ist nützlich, um Verspannungen langfristig vorzubeugen: In einer Forsa-Umfrage gaben 72 Prozent der Befragten an, Sport und Bewegung zu treiben, um Stress abzubauen. „Einfache Kräftigungs- und Entspannungsübungen können am Schreibtisch durchgeführt werden und die Verspannungen kurzzeitig verbessern – zum Beispiel ist aktives Sitzen wichtig“, erklärt Gendolla.

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