Sicher Impfen bei immunsuppressiver Therapie

Kind

Insbesondere für Kinder unter immunsuppressiver Therapie (Unterdrückung des Immunsystems) ist eine Infektionsprophylaxe wichtig. Denn gerade diese sind einem hohen Infektionsrisiko durch ungeimpfte Kinder ausgesetzt und besonders gefährdet, an einer schweren Infektion zu erkranken. Daher sollten alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) empfohlenen Impfungen erfolgen, bevor eine immunsuppressive Therapie begonnen wird. Dr. Carsten Posovszky erfasst in einer Studie den Impfstatus von Kindern mit CED in Deutschland. Zusätzlich prüft er die Impfantwort auf eine Lebendimpfung mit Windpockenimpfstoff unter immunsuppressiver Therapie.

Aktuell findet man in Deutschland eine Zunahme von impfpräventablen Erkrankungen bei gleichzeitig unzureichender Kohortenimmunität. Sind zum Beispiel weniger als 95 Prozent der Bevölkerung geimpft, können sich Infektionserkrankungen wie Masern und Windpocken ungehindert ausbreiten. Da zur Impfung mit Lebendviren (z. B. Windpocken-Impfung) keine belastbaren Daten vorliegen und eine Erkrankung durch Impfviren möglich erscheint, wird diese derzeit unter immunsuppressiver Therapie nicht empfohlen. Ein Absetzen der Therapie über mehrere Monate zur Durchführung einer Lebendimpfung ist aufgrund der Krankheitsaktivität und Rezidivgefahr meist nicht möglich oder wird von den Betroffenen nicht gewollt – und so bleiben sie jahrelang ungeimpft. Diesen gordischen Knoten möchte Dr. Posovszky lösen.

Die Studie soll eine repräsentative Aussage zum Impfstatus bei Kindern mit CED in Deutschland ermöglichen, die allgemeine Impfprävention verbessern, die qualitative Immunfunktion unter immunsuppressiver Therapie erfassen und Kinder mit erhöhtem Infektionsrisiko identifizieren. Dazu werden Daten zur Sicherheit und Effektivität der Windpocken-Impfung unter Anwendung einer Checkliste geliefert. Darüber hinaus sollen microRNAs – kleine, nicht-kodierende Ribonukleinsäuren, die die Genexpression von verschiedenen Zielgenen regulieren – als prädiktive Biomarker für eine adäquate Immunantwort identifiziert werden.

Gerne vermitteln wir ein Gespräch. Bitte nehmen Sie Kontakt zu Jörg Portius, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum Ulm, unter der Rufnummer 0731 500-43043 auf.

Weitere Informationen
Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e. V. ist der Selbsthilfeverband für die über 320.000 Menschen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) in Deutschland. Die 1982 gegründete DCCV wird ausschließlich von Betroffenen organisiert und ist eine der großen Patientenvereinigungen Deutschlands.

 

Scroll to Top